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Künstliche Intelligenz macht Kanalnetze klimaresilient

29.10.202513:35 UhrIT, New Media & Software
Bild: Künstliche Intelligenz macht Kanalnetze klimaresilient

(openPR) Der Klimawandel stellt die kommunale Wasserwirtschaft vor wachsende Herausforderungen: Immer heftigere Starkregenereignisse überfluten die Kanalisation, während längere Trockenperioden Leitungen austrocknen und Schäden verursachen. Das Forschungsprojekt InSchuKa 4.0 („Intelligente Steuerung von Kanalnetzen“) hat sich genau dieser Problematik angenommen.

Dreieinhalb Jahre lang arbeiteten kommunale Praxispartner, Technikunternehmen und Forschungseinrichtungen zusammen, um zu erforschen, wie Abwassersysteme künftig sicher, effizient und klimaresilient betrieben werden können. Ein Schwerpunkt lag auf der Integration von Betriebswissen in ein KI-basiertes Fallbezugssystem (Case-Based Reasoning, CBR) – einer Methode, die aus vergleichbaren Situationen lernt und daraus Steuerungsempfehlungen für Kanalnetze ableitet.

Koordiniert wurde das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF, jetzt BMFTR) geförderte Projekt durch die Hochschule Hof. Das Institut für nachhaltige Wassersysteme (inwa) übernahm die wissenschaftliche Leitung und sorgte dafür, dass die Beiträge aller Partner zu einem funktionsfähigen Gesamtsystem zusammengeführt wurden.

Intelligente Klappen statt teurer Betonbecken

Herzstück des Projekts ist ein neuartiges Konzept zur digitalen Kanalnetzbewirtschaftung. In Jena wurden zwei groß dimensionierte Edelstahlklappen in den Hauptsammler eingebaut. Diese lassen sich digital ansteuern und künftig durch eine KI-basierte Steuerung regeln.
Das System verarbeitet Messwerte, Modellierungen und Wetterprognosen, um zu entscheiden, ob Wasser im Kanalnetz gespeichert oder abgeleitet werden soll. Ziel ist es, zwei gegensätzliche, aber gleichermaßen dringliche Herausforderungen des Klimawandels zu meistern:

• Starkregenmanagement: Entlastung überlasteter Kanalisationen zur Vermeidung von Überflutungen.
• Trockenphasenmanagement: Rückhalt von Wasser im Netz, um Leitungen vor Austrocknung und Ablagerungen zu schützen.

„Wir wollten zeigen, dass man mit bestehenden Netzen arbeiten kann, ohne gleich neue Rückhaltebecken errichten zu müssen“, sagt Robert Köllner, stellvertretender Werkleiter von JenaWasser. „Die intelligente Steuerung macht unser Kanalnetz flexibler und robuster gegenüber Extremwetter.“

Seit September 2025 läuft das System in Jena im Echtbetrieb – ein wichtiger Schritt von der Forschung in die Praxis.

Wissenstransfer: KI-Lösungen müssen auch ankommen

Ein zentrales Ziel von InSchuKa 4.0 war nicht nur die technische Entwicklung, sondern auch der Transfer in die kommunale Praxis. Das Team der Hochschule Hof untersuchte daher Entscheidungsprozesse in Stadtwerken und Verwaltungen: Welche Erwartungen bestehen an KI-gestützte Steuerungssysteme? Welche Chancen werden gesehen – und welche Hürden?

Eine bundesweite Online-Befragung von 154 Fachleuten aus Kommunen, Ingenieurbüros und Behörden zeigte: Intelligente Kanalnetzsteuerung wird als notwendiger Schritt zur Klimaanpassung erkannt. Gleichzeitig nannten die Teilnehmenden Hindernisse wie Fachkräftemangel, Ressourcenknappheit und Transparenzanforderungen bei KI-Entscheidungen.

Abschlussveranstaltung in Jena: Forschung trifft Praxis

Zum Projektende im Oktober 2025 lud JenaWasser zur Abschlussveranstaltung ein. Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Fachverbänden und Ingenieurbüros konnten die Ergebnisse nicht nur hören, sondern auch sehen: Bei einer Live-Demonstration im Kanalnetz wurde gezeigt, wie das System Stauraum aktiviert, Abflüsse drosselt und gezielte Spülwellen auslöst. „Mit InSchuKa 4.0 konnten wir zeigen, dass KI im Kanalnetz keine Zukunftsvision ist, sondern bereits heute funktioniert“, betont Prof. Günter Müller-Czygan, Leiter des inwa. „Die Lösung ist erklärbar, übertragbar – und bereit für den Einsatz in anderen Städten.“

Aus Forschung wird Anwendung: Wie es weitergeht

Auch wenn InSchuKa 4.0 offiziell abgeschlossen ist, bleibt die Zusammenarbeit der Partner bestehen. Der Verbund plant, die entwickelten Konzepte und Steuerungsansätze in weiteren Projekten fortzuführen – mit Fokus auf Wissenstransfer, Schulungen für Betriebspersonal und die Weiterentwicklung der KI-Algorithmen.

Die Hochschule Hof bleibt dabei als Impulsgeberin aktiv: Aus der Koordination ist ein Netzwerk für klimaresiliente Wasserwirtschaft geworden.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Günter Müller-Czygan
Hochschule Hof

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