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Chance Arbeit: Mutmachgeschichten und Methoden

21.10.202509:21 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Chance Arbeit: Mutmachgeschichten und Methoden

(openPR) Den Zugang von Menschen mit Behinderung zum Arbeitsmarkt verbessern: Hierfür hat an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) die Fachtagung „Chance Arbeit – Erfolgreiche Vermittlung in den Arbeitsmarkt“ zu Beginn des Wintersemesters 2025/26 stattgefunden. Die Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften (FAS) organisierte das Event gemeinsam mit dem Verein „UN-Konventionell e. V.“ und dem Campus Community Dialogue als Abschluss des Aktion Mensch-Projekts „Wie Vermittlung in den Arbeitsmarkt gelingt“.
Prof. Dr. Dagmar Unz, Dekanin der FAS, begrüßte die rund 30 Teilnehmenden, hauptsächlich Fachkräfte von Werkstätten für behinderte Menschen.

Forschung trifft Praxis
Prof. Dr. Dieter Kulke und wissenschaftlicher Mitarbeiter Lukas Kresse, beide FAS, stellten ihre umfassende Untersuchung vor, die ihr Team in den vergangenen 18 Monaten durchgeführt hatte. Die Forschenden hatten zehn erfolgreiche Fachdienste besucht, deren Vorgehensweisen analysiert und dokumentiert. Ergebnis dieser Arbeit ist eine Sammlung von Handreichungen, die praxisnah, systematisch und von allen einschlägigen Diensten nutzbar sind. Die Handreichungen decken die gesamte Bandbreite des Übergangsprozesses ab: Vom Erstkontakt über die Klärungsphase bis hin zu Kooperations- und Arbeitsverträgen. Sie geben Hinweise zur Organisation und Ausstattung von Diensten, enthalten Empfehlungen zu Rahmenbedingungen und stellen eine umfangreiche Materialsammlung bereit: Checklisten, Formulare, Vertragsvorlagen.
Prof. Kulke fasste die zentralen Erkenntnisse zum Vermittlungserfolg in vier Kernpunkten zusammen:
• Netzwerke knüpfen und pflegen: Nur durch enge Zusammenarbeit aller Beteiligten, Betriebe, Dienste, Kostenträger und Angehörige, entstehen tragfähige Übergänge.
• Personenzentrierung: Jede Vermittlung muss die individuellen Wünsche und Stärken der einzelnen Person ins Zentrum stellen.
• Qualifizieren im Betrieb: Statt Menschen erst lange vorzubereiten und dann zu vermitteln, sollte die Qualifizierung von den realen Anforderungen des Arbeitsplatzes ausgehen.
• Regionale Passung: Jedes Vermittlungskonzept muss die spezifischen Strukturen vor Ort berücksichtigen, von Bundesland zu Bundesland, von Stadt zu Stadt, von Landkreis zu Landkreis.

Workshops mit Tiefgang
Nach der Präsentation öffnete sich die Tagung für praxisnahe Workshops und intensive Diskussionen zwischen den Referentinnen und Referenten. Die Themenpalette war breit: die Rolle von Jobcoaches, der Wert von Zertifikaten, die Bedeutung regionaler Netzwerke, die Vermittlung von Menschen mit Sinnesbehinderungen, der Erwerb von Schlüsselqualifikationen, Strategien zur Akquise von Praktikums- und Arbeitsplätzen oder die Methoden der Sozialraumorientierung.

Vermittlung: Positive Beispiele aus der Praxis
Maike Carlsen und Mora Gulton, Peer-Expertinnen bei der Hamburger Arbeitsassistenz (HAA) und den Elbe-Werkstätten schilderten als Spezialistinnen im Bereich „Wege in die Arbeit“ ihre eigenen beruflichen Wege, die oft schwierig und von Umwegen sowie Enttäuschungen geprägt gewesen seien. Doch hätten sich auch Chancen eröffnet, indem Maika Carlsen über die HAA eine Stelle in einem Hamburger Pflegeheim, Mora Gulton einen Arbeitsplatz in einem Sozialkaufhaus im Norden Hamburg fand. Heute nutzen beide diese Erfahrungen, um anderen Mut zu machen und begleiten als Peer-Expertinnen Menschen mit Behinderungen, die den Übergang auf den ersten Arbeitsmarkt schaffen möchten. Ihre Botschaft an diesem Tag ist klar: „Es lohnt sich, dranzubleiben. Es gibt Wege, auch wenn sie nicht immer geradeaus führen.“

Podiumsdiskussion: Wohin entwickeln sich Werkstätten?
Zum Abschluss versammelten sich Vertreterinnen der Werkstatträte Bayern, der überörtlichen Sozialhilfeträger, der Bundesarbeitsgemeinschaften Werkstätten für behinderte Menschen und Unterstützte Beschäftigung sowie des Vereins UN-Konventionell zu einer Podiumsdiskussion. Die zentrale Frage: Wie können Werkstätten künftig mehr Wahlmöglichkeiten und Übergänge schaffen?
Die Diskussion zeigte schnell, dass es dabei nicht um ein Entweder-oder geht. Werkstätten würden auch in Zukunft unverzichtbar bleiben, als geschützter Ort, als Lernfeld, als Ort beruflicher Teilhabe. Aber: Ihre Arbeit werde noch stärker daran gemessen, wie gut Übergänge in den ersten Arbeitsmarkt gelingen. Damit das Realität werde, seien zwei Dinge nötig: Zum einen Reformen der gesetzlichen Rahmenbedingungen, bei Finanzierung, Personalausstattung und Flexibilisierung der Werkstättenverordnung. Zum anderen eine gemeinsame Haltung aller Akteure: Der Wille, Übergänge zu ermöglichen, und die Bereitschaft, die Kompetenzen der Beschäftigten – wie die von Peer-Expertin Maike Carlsen – aktiv einzubeziehen.
Die im Projekt erarbeiteten Ergebnisse und Handreichungen seien dafür ein wertvoller Baustein, so Prof. Dr. Kulke. Sie böten konkrete Unterstützung für neue wie für etablierte Dienste und könnten dazu beitragen, den Übergang von Werkstätten in den allgemeinen Arbeitsmarkt erleichtern.
Ab Anfang November werden die Materialien auf einer Website frei zugänglich sein. Der Verein UN-Konventionell wird die Veröffentlichung breit kommunizieren, damit möglichst viele Fachkräfte von den Ergebnissen profitieren können.
Informationen zum Verein UN-Konventionell e. V.

Über die THWS
Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) zählt zu den größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern und steht seit ihrer Gründung im Jahr 1971 für hervorragende Lehre und angewandte Forschung. Mit rund 9.100 Studierenden, einem breit gefächerten Angebot von mehr als 60 Studiengängen sowie zwei Promotionszentren deckt die THWS ein weites Spektrum ab, das von Technik über Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Sprache bis hin zu Gestaltung reicht. Die THWS ist nicht nur regional in Franken und Bayern verwurzelt, sondern auch stark international ausgerichtet, was sich in zahlreichen Kooperationen und Austauschprogrammen weltweit und nicht zuletzt in einem vielseitigen englischsprachigen Studienangebot widerspiegelt.

Kontakt:
Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt
Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften
Prof. Dr. Dieter Kulke
Münzstraße 12
97070 Würzburg
E-Mail

Pressekontakt:
Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt
Angela Kreipl
Münzstr. 12
97070 Würzburg
E-Mail
0931 3511-8354

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