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Klimastress in der Jugend schwächt Hummeln ein Leben lang

14.10.202512:55 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Klimastress in der Jugend schwächt Hummeln ein Leben lang

(openPR) Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass klimatische Veränderungen, denen Hummelköniginnen in ihrer frühen Lebensphase ausgesetzt sind, ihre Überlebens- und Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen und sich damit auch negativ auf Ökosystem und Landwirtschaft auswirken können. Studienleiterinnen waren Dr. Ruth Archer und Prof. Lena Wilfert, die gerade von der Universität Ulm an die Universität Regensburg gewechselt sind. Die Studie basiert auf Langzeit-Daten von Paul Schmid-Hempel (ETH Zürich).

Während steigende Sommertemperaturen offensichtlich eine große Bedrohung für Insekten darstellen können, zeigt die aktuelle Studie, dass bei Schweizer Hummeln im Alpenvorland und dem Jura auch andere klimatische Veränderungen gravierende Folgen haben: Milde Winter bringen ihren natürlichen Rhythmus durcheinander. Statt in Kältestarre zu verharren, werden sie aktiv und verbrauchen ihre Energiereserven – mit fatalen Folgen für ihre Überlebenschancen und die Gründung neuer Kolonien im Frühjahr.

Auch ungewöhnlich starke Niederschläge zur falschen Zeit setzen den Tieren zu. Sie erschweren die Nahrungssuche, da Pollen und Nektar bei Regen schlechter zu finden sind. Die Studie macht deutlich: Der Klimawandel trifft die Hummeln nicht nur durch Hitze, sondern vor allem durch die Verschiebung und Intensivierung saisonaler Wetterereignisse.

Klimawandel trifft Hummeln mitten in ihrem Lebensraum
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass verschiedene klimatische Faktoren – insbesondere Temperatur und Niederschlag – in Kombination die Lebensbedingungen von Hummelköniginnen erheblich beeinträchtigen“, erklärt Erstautorin Dr. Ruth Archer. Besonders gefährlich seien Jahre, die zugleich warm und feucht verlaufen. „Besorgniserregend ist, dass wir diese negativen Effekte mitten im Verbreitungsgebiet der Hummeln beobachten – also dort, wo man eigentlich moderate Auswirkungen des Klimawandels erwarten würde.“

Hummeln leiden bereits unter vielfältigen Stressfaktoren: Lebensraumverlust, Pestizide und Krankheiten setzen ihnen zu. Diese Studie zeigt, dass der Klimawandel diese Belastungen noch verschärft. „Da Hummeln nicht nur Wildblumen, sondern auch wichtige Nutzpflanzen wie Tomaten und Blaubeeren bestäuben, könnten die Folgen weit über die Insektenwelt hinausreichen – mit spürbaren Auswirkungen auf Ökosysteme und Landwirtschaft.“

Studienergebnisse geben auch Anlass zur Hoffnung
Trotz der Herausforderungen, die der Klimawandel für Bestäuber mit sich bringt, sieht die leitende Autorin Prof. Lena Wilfert Grund zur Zuversicht: „Unsere Studie zeigt, dass viele der klimabedingten Auswirkungen auf die untersuchten Hummelpopulationen eng mit der Verfügbarkeit von Nahrungsressourcen zusammenhängen. Warme und feuchte Jahre können die Sammelaktivität im Sommer einschränken oder dazu führen, dass die Königinnen ihre Vorräte im Winter schneller aufbrauchen.“

Blühende Gärten als Hoffnungsschimmer für den Bienenschutz
Doch genau darin liegt auch eine Chance: „Wenn wir sicherstellen, dass Hummeln in entscheidenden Phasen ihrer Entwicklung ausreichend Blüten finden, können wir sie vor den schlimmsten Folgen des Klimawandels schützen.“

Die Autorinnen und Autoren der Studie betonen: Auch kleine Maßnahmen können Großes bewirken. „Angesichts des Klimawandels fühlt man sich leicht überfordert“, schreiben die Forschenden. „Doch diese Erkenntnis bietet eine einfache und wirkungsvolle Möglichkeit, Bienen zu unterstützen: Indem wir Gärten, Straßenränder und öffentliche Grünflächen mit vielfältigen, durchgehend blühenden Pflanzen gestalten – vom frühen Frühling bis in den Spätsommer – schaffen wir lebenswichtige Oasen für Hummeln und andere Bestäuber.“ Diese kontinuierliche Blütenversorgung kann den Insekten helfen, besser mit den Herausforderungen des sich wandelnden Klimas zurechtzukommen – und gibt uns als Gesellschaft ein wenig Zeit, nachhaltige Lösungen für den Klimaschutz zu entwickeln.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Lena Wilfert
Institut für Zoologie
Universität Regensburg
Tel. +49 941 943 2754
Email: E-Mail

Originalpublikation:
https://besjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/1365-2656.70140

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