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Studie zur Inklusion am Arbeitsplatz im Mittelstand

06.03.202617:07 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Trotz gesetzlicher Vorgaben wie der Beschäftigungsquote und vielfältiger Förderinstrumente bleibt die Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung und gleichgestellter Personen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Gerade für den Mittelstand sind aktuelle Daten zur betrieblichen Praxis jedoch Mangelware. Die Studie mit dem Fokus auf Rheinland-Pfalz hilft, diese Lücke zu schließen und leitet aus den Ergebnissen konkrete Handlungsschwerpunkte ab.

Die Forschungsarbeit wurde durch eine Förderung des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung Rheinland-Pfalz ermöglicht.

Der Studie liegt ein mehrstufiges Vorgehen zugrunde: Eine fokussierte Literaturbetrachtung wurde durch eine Reihe qualitativer Interviews mit Inklusionsexpertinnen und -Experten aus unterschiedlichen Bereichen ergänzt. Darauf aufbauend wurde eine standardisierte Online-Umfrage unter Fach- und Führungspersonen aus 128 mittelständischen Unternehmen eines breiten Branchenmixes in Rheinland-Pfalz durchgeführt (Erhebungszeitraum April bis Juli 2025). Die befragten Personen kamen vor allem aus dem Personalmanagement und der Geschäftsführung.

Die vielfältigen Ergebnisse geben einen detaillierten Überblick zu unter anderem folgenden Themen (beispielhafte Auszüge):

• Welche Inklusionsziele und Inklusionsgründe haben Mittelstandsunternehmen?
Inklusion ist in vielen Unternehmen noch kein strategisches Kernthema:
Rund ein Drittel der Betriebe in der Stichprobe verfolgen keine konkreten Inklusionsziele.

• Welche Erfahrungen werden gemacht?
Hinderungsgründe sind häufig eine geringe Priorität des Themas, fehlende Strategien sowie Zeit- und Ressourcenmangel. Inklusionserfahrene Unternehmen berichten aber auch von positiven Effekten wie besserem Betriebsklima, neuen Perspektiven und mehr Kreativität.

• Wie beschaffen sich die Unternehmen notwendige Informationen zu Inklusionsfragen?
Inklusion im Mittelstand wird oft durch fehlende Information gehemmt. Ein Viertel der Unternehmen der Stichprobe nutzt keine spezifischen Informationsquellen zu Inklusionthemen – bei KMU ist es sogar ein Drittel.

• Welche Kenntnis haben die Betriebe von Beratungsangeboten und Förderungen und welche nutzen sie?
Viele Beratungs- und Förderinstrumente sind nicht in der Breite bekannt oder werden nur von einer Minderheit der Unternehmen genutzt. Zum Beispiel kennen rund 60 % den Eingliederungszuschuss, 25 % haben ihn bisher genutzt.

• Über welche Inklusionsinfrastruktur verfügen die Betriebe und welche Maßnahmen zur Gewinnung von Menschen mit Schwerbehinderung als neue Arbeits- und Fachkräfte setzen sie ein?
Über ein Drittel der befragten Unternehmen verfolgt keinerlei spezifische Maßnahmen, um Menschen mit Schwerbehinderung als Arbeits- und Fachkräfte zu gewinnen. Von den abgefragten Maßnahmen werden am häufigsten die gezielte Zusammenarbeit mit Arbeitsagentur oder Integrationsfachdienst, barrierefreie Bewerbungsverfahren und Kooperationen mit Werkstätten genannt – jedoch jeweils auch nur von rund einem Viertel der Befragten.

• Wie messen, steuern, dokumentieren Unternehmen Inklusion und Inklusionserfolg?
In der Praxis fehlen in vielen Betrieben geeignete Instrumente: Über die Hälfte der befragten Betriebe stützt sich nahezu ausschließlich auf die gesetzliche Beschäftigungsquote – obwohl diese den tatsächlichen Inklusionserfolg nur begrenzt abbildet.

• Wie funktionieren organisationales Lernen und Wissenstransfer?
Der Mittelstand nutzt sein eigenes und an anderen Stellen gewonnenes Erfahrungswissen zur Inklusion bislang nur begrenzt. Ca. 60 % sind in keinem Netzwerk, das auch Inklusionsthemen abdeckt, aktiv. Ebenfalls etwa 60 % der Unternehmen bieten derzeit keine Schulungs- oder Sensibilisierungsmaßnahmen für Führungskräfte und Beschäftigte an.

• Welche Verbesserungsbedarfe sehen die Unternehmen, um Inklusion am Arbeitsplatz zu erleichtern und was wünschen sie sich konkret?
Top-Nennungen sind unter anderem bessere Informationen zu Förderprogrammen und finanziellen Zuschüssen, intensivere Kooperationen mit öffentlichen Stellen und mehr Angebote zur Information von Führungskräften und Beschäftigten.

Auf Basis der Resultate wurden fünf zentrale Handlungsschwerpunkte identifiziert und praxisnahe Gestaltungsoptionen für jeden dieser Schwerpunkte benannt – als Grundlage für eine gezielte Weiterentwicklung inklusiver Arbeit durch öffentliche wie private Akteure.

Handlungsschwerpunkte der Inklusion im Mittelstand:

A. Inklusionsbewusstsein, -motivation und -ziele; Inklusions-Readiness
B. Informationsbeschaffung, Inanspruchnahme von Inklusionsberatung und -förderung
C. Kontakt und Matching von Arbeitgebern und Menschen mit Behinderung
D. Inklusion und Inklusionserfolg messen, steuern und dokumentieren
E. Organisationales Lernen und Wissenstransfer - intern und extern

Die Ergebnisse wurden erstmals beim Forum „Arbeiten mit Behinderung“ des Landes Rheinland-Pfalz im Dezember 2025 vorgestellt und mit Fachleuten verschiedener Institutionen diskutiert. Anfang März 2026 erscheint ein Beitrag zur Studie in „Verantwortung – Das Magazin für Nachhaltigkeit, CSR und innovatives Wachstum“ (F.A.Z Institut).

„Ich begrüße es ausdrücklich, dass die vorliegende Studie die Datenlage rund um inklusive Arbeit im Mittelstand optimiert. Um einen inklusiven Arbeitsmarkt im Sinne des Artikel 27 der UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen, braucht es auch diese wesentliche Säule der Wirtschaft. Die Erkenntnisse dieser Studie können helfen, den Mittelstand dabei zu unterstützen, das Fach- und Arbeitskräftepotential von Menschen mit Behinderungen in Rheinland-Pfalz zu heben“, so Ellen Kubica, Landesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen MASTD.

Das Institut für Management und Innovation (IMI) der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen (HWG LU) blickt als anwendungsorientierte betriebswirtschaftliche Forschungs- und Transfereinrichtung auf über 20 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit mit namhaften Unternehmenspartnern und öffentlichen Institutionen zurück. Seit 2017 bündelt es die Hochschulkompetenzen in den Bereichen Strategisches Management, Innovations- und Nachhaltigkeitsmanagement sowie Business Development.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen
Institut für Management und Innovation (IMI)
Dipl.-Kfm. Philipp Tachkov, M.Sc. Vilja Berner
Tel. 0621/5203-259
E-Mail: E-Mail

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