(openPR) Das Forschungsteam konnte nachweisen, dass insbesondere Schwierigkeiten, Nähe und gegenseitig zufriedenstellende Beziehungen aufzubauen, ein fragiles oder wechselhaftes Selbstbild, Schwierigkeiten das Erleben und die Motive anderer nachzuvollziehen sowie primitiven Abwehrmechanismen, wie bspw. bei negativen Gefühlen andere anzugreifen oder Unbeteiligte als Ursache zu sehen, zentrale Merkmale von Persönlichkeitsstörungen darstellen – psychische Mechanismen, die kurzfristig vor belastenden Emotionen schützen, langfristig jedoch das Zusammenleben erheblich beeinträchtigen. Oft sind diese Muster auf ungünstige Kindheitserfahrungen zurückzuführen.
Die Studie basiert auf umfangreichen Interviews und klinischen Diagnosen bei mehr als 500 Personen in Deutschland und in der Schweiz. Damit liefert sie nicht nur neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die Entstehung und Struktur von Persönlichkeitsstörungen, sondern auch Ansatzpunkte für Therapie und Prävention. So könnten psychodynamische Konzepte – etwa der Umgang mit Abwehrmechanismen oder der Umgang mit Nähe in Beziehungen – künftig noch gezielter in Behandlungen einfließen.
„Gerade in einer Zeit, in der politische und gesellschaftliche Krisen oft durch eskalierende Konflikte, Spaltung, Projektion, Angst vor Verletzlichkeit und Nähe sowie mangelndem Einfühlungsvermögen geprägt sind, ist ein besseres Verständnis dieser Mechanismen dringend notwendig“, betont Dr. André Kerber, Psychologe im Arbeitsbereich Klinisch-Psychologische Interventionen der Freien Universität Berlin.
wissenschaftliche Ansprechpartner:
André Kerber, Freie Universität Berlin, Arbeitsbereich Klinisch-Psychologische Intervention, Tel: 0049 - (0) 30 - 838-63093, E-Mail: ![]()
Originalpublikation:
doi.org/10.1192/bjp.2025.10347










