openPR Recherche & Suche
Presseinformation

ERC Starting Grant für Markus Mittnenzweig

04.09.2025 • 12:33 Uhr • Wissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Wie weiß eine einzelne Zelle, dass sie künftig zum Herzen, zur Muskulatur oder zum Gehirn gehören soll? Das Geheimnis, wie sich aus einer einzigen Zelle ein komplexer, funktionierender Organismus entwickelt, fasziniert Biolog*innen seit Langem. Für Dr. Markus Mittnenzweig, den Leiter der Arbeitsgruppe „Computergestützte Biologie und Entwicklungsbiologie“ am Max Delbrück Center, stellt sich diese Frage nicht nur aus Neugier – sie bildet den Schwerpunkt seiner Arbeit.

Mit einem der angesehenen Starting Grants des European Research Council (ERC) in Höhe von 1,5 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren wird Mittnenzweig nun mit verschiedenen Technologien kombinieren und so das Zusammenspiel von Signalen und räumlichen Hinweisen verstehen, die bei Zebrafischembryonen die Entwicklung spezialisierter Gewebe und Organe anstoßen. „Wir können mittlerweile viele unterschiedliche Ebenen der Genregulation messen und quantifizieren. Wir können den Zeitpunkt darstellen, in dem aus einer Masse pluripotenter Zellen – die sich noch zu allem entwickeln können – auf einmal die vielfältigen Zelltypen hervorgehen, aus denen ein Embryo besteht“, sagt Mittnenzweig.

Neue Horizonte eröffnen

Von dem Moment an, in dem sich eine befruchtete Eizelle zu teilen beginnt, verwandelt der Prozess der Zelldifferenzierung vielseitige Zellen in Spezialisten. Durch eine Choreographie veränderter Genaktivität und andere Faktoren werden die einst pluripotenten Zellen nach und nach zu Muskeln, Blutzellen, Neuronen oder unzähligen anderen Gewebetypen. Dieser Übergang ist weder zufällig noch linear: Es handelt sich um einen genau abgestimmten Dialog zwischen dem genetischen Programm der Zelle und den Signalen, die sie von ihren Nachbarn erhält. Die Entschlüsselung dieser Dynamik ist komplex. Denn ein einziges Signalmolekül kann mehrere Aufgaben haben: Es kann beispielsweise die eine Zelle dazu bringen, sich zu einem Neuron zu entwickeln, während es eine andere in eine Blutzelle verwandelt – je nachdem, wann und in welchem Kontext das Molekül exprimiert wird.

Mittnenzweig wird unter anderem Einzelzell-RNA-Sequenzierung mit Zellstammbäumen (Cell Lineage Tracing) und räumlicher Transkriptomik kombinieren, um Daten von Zebrafischembryonen im Frühstadium ihrer Entwicklung zu sammeln. Mit Analyse-Werkzeugen, die sein Team entwickelt hat, wird er die Daten auswerten – um Karten zu erstellen, die zeigen, welche Gene zu welchem Zeitpunkt aktiviert oder deaktiviert werden und wie die Kommunikation zwischen benachbarten Zellen abläuft. Außerdem möchte der Forscher diese Karten in mathematische Modelle einspeisen, um vorherzusagen, wie die genetischen und chemischen Signale einer Zelle ihr zukünftiges Verhalten beeinflussen. Danach plant er systematische Experimente, um die Prognosen zu überprüfen.

„Wir wollen verstehen, wie sich diese Dynamiken in Echtzeit entfalten“, erklärt Mittnenzweig. Das Team quantifiziert die Genexpression in den Zellen in einem räumlichen Kontext. Dadurch können die Modelle aufzeigen, wie Netzwerke interagierender Zellen die Entwicklung steuern. Der Forscher strebt an, solche zellulären Dynamiken in 3D zu rekonstruieren. „Vor zehn Jahren konnten wir die Regulation dieser Prozesse in einem räumlichen Kontext auf Einzelzellniveau noch nicht quantifizieren“, sagt er. „Jetzt können wir das – und das wird völlig neue Horizonte eröffnen.“

Max Delbrück Center

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft legt mit seinen Entdeckungen von heute den Grundstein für die Medizin von morgen. An den Standorten in Berlin-Buch, Berlin-Mitte, Heidelberg und Mannheim arbeiten unsere Forschenden interdisziplinär zusammen, um die Komplexität unterschiedlicher Krankheiten auf Systemebene zu entschlüsseln – von Molekülen und Zellen über Organe bis hin zum gesamten Organismus. In wissenschaftlichen, klinischen und industriellen Partnerschaften sowie in globalen Netzwerken arbeiten wir gemeinsam daran, biologische Erkenntnisse in praxisnahe Anwendungen zu überführen – mit dem Ziel, Frühindikatoren für Krankheiten zu identifizieren, personalisierte Behandlungen zu entwickeln und letztlich Krankheiten vorzubeugen. Das Max Delbrück Center wurde 1992 gegründet und vereint heute eine vielfältige Belegschaft mit rund 1.800 Menschen aus mehr als 70 Ländern. Wir werden zu 90 Prozent durch den Bund und zu 10 Prozent durch das Land Berlin finanziert.

wissenschaftliche Ansprechpartner:

Dr. Markus Mittnenzweig
Gruppenleiter „Computergestützte Biologie und Entwicklungsbiologie“
Berliner Institut für Medizinische Systembiologie des Max Delbrück Center (MDC-BIMSB)
E-Mail

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1291058
 473

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „ERC Starting Grant für Markus Mittnenzweig “ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von idw - Informationsdienst Wissenschaft

Bild: Uni Kiel setzt ihren Entwicklungsweg nach Exzellenzbewerbung fort
Uni Kiel setzt ihren Entwicklungsweg nach Exzellenzbewerbung fort
Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) erhält nicht den Status einer Exzellenzuniversität. „Natürlich hätten wir uns ein anderes Ergebnis gewünscht“, sagt Vizepräsident Prof. Dr. Eckhard Quandt. „Aber wir haben die Bewerbung von Anfang an auch als Chance verstanden, unsere strategische Entwicklung als Universität voranzutreiben. Vieles, was in diesem Prozess entstanden oder bereits angestoßen worden ist, bleibt für die CAU richtig und von Bedeutung.“ Vizepräsidentin Prof. Dr. Catherine Cleophas dankt den Wissenschaftler*innen, den…
Bild: Universitäten Bremen und Oldenburg bauen Northwest Alliance auch ohne Exzellenzstatus aus
Universitäten Bremen und Oldenburg bauen Northwest Alliance auch ohne Exzellenzstatus aus
Neben der Northwest Alliance hatten drei weitere Verbünde sowie sieben Hochschulen ihre Bewerbung für die insgesamt fünf Neuförderungen eingereicht. Die Universitäten Bremen und Oldenburg werden ihre Kooperation zur Stärkung der Nordwestregion als Wissenschaftsraum fortführen und weiterentwickeln – gemeinsam mit ihrer wichtigsten Partnerin, der Rijksuniversiteit Groningen. Der Bewerbung als Exzellenzverbund vorausgegangen war ein herausragender Erfolg in der Geschichte der beiden Universitäten Bremen und Oldenburg: Im Frühjahr 2025 erhielten…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Dem Ursprung des Goldes auf der Spur
Dem Ursprung des Goldes auf der Spur
Der Europäische Forschungsrat fördert den HITS-Astrophysiker Andreas Bauswein mit einem „ERC Starting Grant“ in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro. Ziel des Projekts ist es, durch Computersimulationen die Kollisionen von Neutronensternen besser zu verstehen. Diese gelten als Kandidaten für die Entstehung schwerer Elemente wie Gold, Silber und Uran. Die …
Bild: DDZ-Forscher erhält EU-Förderung in Höhe von 1,5 Millionen EuroBild: DDZ-Forscher erhält EU-Förderung in Höhe von 1,5 Millionen Euro
DDZ-Forscher erhält EU-Förderung in Höhe von 1,5 Millionen Euro
… Diabetes-Zentrum (DDZ), hat vom Europäischen Forschungsrat (European Research Council ERC) für seine zukünftigen Arbeiten über pathologische Prozesse während der Entwicklung von Diabetes einen „Starting Grant“ in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro erhalten. Belgardt überzeugte die Jury mit seinem Projekt, das sich um diese Volkskrankheit dreht. Mit den …
Chemiker der Universität Heidelberg erhält ERC Consolidator Grant
Chemiker der Universität Heidelberg erhält ERC Consolidator Grant
… der Wissenschaftler auch datengestützte Methoden und computerbasierte Ansätze. Im Jahr 2020 erhielt Prof. Greb für seine Arbeiten bereits einen fünfjährigen ERC Starting Grant – eine Förderung, die die wissenschaftliche Exzellenz der damit ausgezeichneten Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher sowie das innovative Potential ihrer Forschungsideen …
1,4 Millionen Euro für Studie zur befristeten Beschäftigung
1,4 Millionen Euro für Studie zur befristeten Beschäftigung
Michael Gebel erhält ERC Starting Grant --- Knapp zwei Jahre nach dem Altertumswissenschaftler Dr. Dr. Peter Riedlberger ist es erneut einem Bamberger Wissenschaftler gelungen, einen ERC Starting Grant einzuwerben. Bereits im ersten Anlauf konnte sich Prof. Dr. Michael Gebel, Inhaber des Lehrstuhls für Soziologie, insbesondere Methoden der empirischen …
Bild: ERC-Grant für Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der MaterieBild: ERC-Grant für Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie
ERC-Grant für Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie
Wanzheng Hu, eine Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für die Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg, erhält einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC). Sie untersucht das kollektive Quantenverhalten von zweidimensionalen Materialien, die nur eine Atomschicht dick sind. --- Ihr Projekt, Dynamical Materials Control in …
Bild: Anderthalb Millionen Euro ERC Starting Grant für Greifswalder Biochemiker
Anderthalb Millionen Euro ERC Starting Grant für Greifswalder Biochemiker
Juniorprofessor Matthias Höhne von der Universität Greifswald erhält einen „Starting Grant“ des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC). Er lehrt und forscht am Institut für Biochemie der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Mit seiner Arbeitsgruppe entdeckt und optimiert er neue Proteine, die als Biokatalysatoren für chemische …
EU-Millionenförderung für Kölner Zoologen: Die Evolution von beißenden zu saugenden Insekten
EU-Millionenförderung für Kölner Zoologen: Die Evolution von beißenden zu saugenden Insekten
Dr. Alexander Blanke vom Institut für Zoologie der Universität zu Köln erhält den Starting Grant 2017 des Europäischen Forschungsrats (ERC). Für sein auf fünf Jahre angelegtes Projekt am Biozentrum Köln steht dem Nachwuchswissenschaftler mit 1,5 Millionen Euro die Höchstförderung des Starting Grants zur Verfügung. --- EU-Millionenförderung für Kölner …
Bild: Robert Gorwa erhält ERC Starting Grant 2026 für seine Forschung zur KI-Governance
Robert Gorwa erhält ERC Starting Grant 2026 für seine Forschung zur KI-Governance
Robert Gorwa, Forscher am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), erhält einen Starting Grant des European Research Council (ERC) für sein Forschungsprojekt „ALIGNING AI“, wie der ERC heute in Brüssel bekannt gab. Mit einem Umfang von 1,5 Mio. Euro für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren ist der ERC Starting Grant das höchstdotierte …
Demokratien, die keine sind
Demokratien, die keine sind
ERC Starting Grant für Konstanzer Demokratieforscherin Dr. Anja Osei --- „Parlamente in Autokratien, das ist zunächst ein Widerspruch an sich“, schildert Dr. Anja Osei, Demokratieforscherin an der Universität Konstanz. Trotzdem gibt es sie, die sogenannten „elektoralen Autokratien“, und sie sind zahlreich: Länder, in denen gewählt wird, in denen formal …
A democratic façade
A democratic façade
ERC Starting Grant awarded to democracy researcher Dr Anja Osei from Konstanz --- "Parliaments in autocracies, that is an apparent contradiction in terms", says Dr Anja Osei, democracy researcher at the University of Konstanz. Nevertheless, these "electoral autocracies" exist, and there are many of them: countries that hold elections and have formally …
Sie lesen gerade: ERC Starting Grant für Markus Mittnenzweig