(openPR) Ein Portrait aus der Tiefe der PIWI-Vinifikation
In einer Weinwelt, die zunehmend von Marketingrhetorik und architektonischen Inszenierungen geprägt ist, wirkt die Weinmanufaktur Alois Metz fast anachronistisch. Im besten Sinne. Keine Sichtbeton-Kathedrale, keine Designerflaschen. Stattdessen: ein unscheinbarer Hof, eine Garage – und aus ihr: einer der überzeugendsten PIWI-Rotweine Deutschlands.
Der Fokus liegt auf Cabernet Noir, einer pilzwiderstandsfähigen Kreuzung mit beachtlichem phenolischen Potenzial. Der 2022er „Cabaret Noir" markiert einen stilistischen Meilenstein in der Vinifikation von PIWIs: dicht, straff und präzise in der Tanninführung, ohne den sortentypischen Fruchtbogen zu verlieren.
Der Ausbau erfolgt überwiegend im gebrauchten Barrique (225 l), ergänzt durch partiellen Einsatz von Halbstückfässern, was dem Wein Struktur verleiht, ohne ihn holzdominiert wirken zu lassen. Die Spontangärung erfolgt temperaturkontrolliert, ohne den Einsatz von Reinzuchthefen oder Schönungsmitteln. Keine Filtration vor der Abfüllung. Keine Zusätze. Keine Ausreden.
Im Glas zeigt sich ein tiefdunkles Rubingranat mit violetten Reflexen. In der Nase: Graphit, schwarze Johannisbeere, getrocknete Lorbeerblätter, dazu ein Hauch Kalamata-Oliven und Holunderholz. Am Gaumen extraktreich, mit kernigem Säurezug, feinkörnigem Gerbstoff und langem, salzig-mineralischem Nachhall – vermutlich terroirgeprägt durch den kalkhaltigen Lösslehm des Engelsbergs.
Was diesen Wein besonders macht, ist nicht seine Reinheit allein, sondern die stringente sensorische Handschrift, die sich Jahrgang für Jahrgang durchzieht. Metz vinifiziert PIWIs nicht als Notlösung der Zukunft, sondern als selbstbewusste Antwort auf eine veränderte Weinlandschaft – klimatisch wie ökologisch.
Dass Gault&Millau ihn 2024 unter die fünf besten Rotwein-Allrounder im Naturweinsegment gewählt hat, überrascht Kenner nicht. Metz arbeitet nicht interventionistisch, sondern intuitiv. Kein „Low Intervention“-Labeling, kein Bio-Marketing – sondern Handwerk in Reinform.
Fazit:
Alois Metz zeigt, dass PIWI-Rebsorten keine Nische bedienen müssen, sondern zu den profilbildenden Rotweinen der Gegenwart zählen können – sofern man sie ernst nimmt. Und genau das tut er. Still. Konsequent. Präzise.

















