(openPR) Berlin 04. April 2007 - Man braucht nur über den Alexanderplatz zu gehen und man sieht – sie sind wieder da: die Hütchenspieler, diese trickreichen Gesellen aus dem Balkan, die behend die Kügelchen zwischen den drei Streichholzschachteln hin und herrotieren lassen.
Galten diese Genossen für fast 10 Jahre als in heimischem Gebiet nahezu ausgestorben, sind sie jetzt wieder am Start und mit ihnen ist eine neue Generation nachgewachsen, die sie füttert, weil sie sich nicht mehr daran erinnern kann, dass es im Hütchenbiz für den unbedarften Mitspieler so gut wie nie etwas zu gewinnen gibt. Und wenn es so aussieht, kann man sich sicher sein, dass der vermeintliche Gewinner mit den „Veranstaltern“ unter einer Decke steckt und nur ein Testimonial zur Neukundengewinnung ist.
Darauf hinweisen will auch der Polizeiabschnitt 32, der mit einer breit angelegten Info-Kampagne gegen die Hütchenspieler vorgehen will und die Bevölkerung davor warnt, dass es sich hierbei um Betrug und keineswegs um ein faires Geschicklichkeitsspiel handelt.
Man hat sich einiges einfallen lassen: Handzettel werden verteilt, Lautsprecherdurchsagen an den Brennpunkten gemacht, Plakate aufgehängt sogar ein Filmchen wurde gedreht, der im non-stop Loop im Berliner Fernsehturm und dem Dom Aquarée gezeigt wird und auf die miesen Methoden der Veranstalter hinweist. Andrerseits: die Hütchenspieler geben Berlin schon ein wenig das Image eines schwer gefährlichen Eldorados und manche Touristen stehen ja genau auf so was. Und ob die Leute ihr Geld dort oder beim Onlinepoker verlieren ist schlussendlich auch egal.
Womöglich sollte die Stadt Berlin darüber nachdenken aus Imagegründen einige staatlich konzessionierte Hütchenspieler, die nicht betrügen, aber einfach gut spielen können, engagieren, um das leere Stadtsäckel via Glücksspiel ein wenig aufzufüllen.
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