(openPR) Darf die Kunst Shoah – die Massenvernichtung der Juden – und Pin-Ups – erotische Bilder von Frauen – zusammen bringen? Der NO!-Art-Künstler Boris Lurie sagt: Ja! Für den 80-jährigen New Yorker, der dem Holocaust entkam, ist der Tabubruch Programm: Für ihn ist die Kunst, die Vergaste und Nackte in einer Fotocollage zeigt, nicht pervers, sondern Ausdruck einer perversen Gesellschaft – wie sie sich für Lurie heute zum Beispiel im Irakkrieg zeigt. Als Mitbegründer der in den späten 1950er Jahren als Gegenentwurf zum Abstrakten Expressionismus und zur Pop-Art entstandenen NO!-Art will der Künstler die dunklen Seiten der Seele beleuchten, will provozieren und kritisieren, politisch und radikal sein. Kunst heißt für ihn auch NO! zu den Erwartungen des Kunstmarkts, einer bürgerlichen Wohlanständigkeit und einer Opfermentalität.
Die 88-minütige WDR-ARTE Dokumentation „SHOAH und PIN-UPS – Der NO!-Artist Boris Lurie“ von Reinhild Dettmer-Finke in Zusammenarbeit mit Matthias Reichelt ist ein ungewöhnliches Portrait einer außergewöhnlichen Persönlichkeit. Die Filmemacherin begleitet den Künstler in seiner Wohnung, seinem Atelier und bei Besuchen von Freunden und Künstlerkollegen. Der Film nähert sich schrittweise und einfühlsam dem Menschen, seinem Leben und seiner Kunst, die für ihn immer auch ein Erinnern und Abarbeiten der eigenen Geschichte bedeutet. Vorsichtig gibt Boris Lurie seine Biografie preis – und damit ein Stück Zeitgeschichte, das nie an Aktualität verliert.
ARTE zeigt den Film, der bereits mit großem Erfolg in New York lief, als TV-Erstausstrahlung im Rahmen des Themenabends „Sex, Macht und Ohnmacht“ am 8. Juni 2007 ab 22.15 Uhr. Um 23.45 Uhr ist der Spielfilm „Der Nachtportier“ von Liliana Cavani zu sehen.
Wir möchten Ihnen „SHOAH und PIN-UPS – Der NO!-Artist Boris Lurie“ vorab in Anwesenheit der Filmemacher und der Redaktion zeigen am
Sonntag, 22. April 2007, um 11.00 Uhr
Filmforum NRW im Museum Ludwig
Bischofsgartenstr.
50667 Köln
Im Anschluss findet eine Diskussion zum Film statt mit Klaus Theweleit, Schriftsteller und Professor für Kunst und Theorie an der Staatl. Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe.
Auf der ART CLOGNE können Sie den Film am Samstag, 21. April um 15.30 Uhr am WDR-Stand A 005 in Halle 4.2 in einer 58-minütigen Fassung sehen. Im Anschluss findet eine Diskussion mit der Filmemacherin statt. Die Kunstmesse ist vom 18. bis 22.4. von 12.00 Uhr bis 20.00 Uhr geöffnet.
Mit freundlichen Grüßen
Sabine Rollberg
Programmgruppe Kulturkanäle WDR
Eine Veranstaltung im Rahmen des Filmforum NRW im Museum Ludwig











