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Jena erhält zwei Exzellenzcluster

22.05.202518:08 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Jena erhält zwei Exzellenzcluster

(openPR) Die Universität Jena wird künftig mit zwei Exzellenzclustern auf der Karte der deutschen For-schungslandschaft vertreten sein: Wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Wissenschaftsrat (WR) heute (22. Mai) bekanntgegeben haben, werden der bereits seit 2019 bestehende Cluster „Balance of the Microverse“ und der neue Clusterantrag „Imaginamics“ in den kommenden sieben Jahren in der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder gefördert. Damit setzt sich die Universität Jena mit ihren beiden Anträgen in der finalen Wettbewerbsrunde durch.

„Das ist ein großartiger Erfolg für die Universität, der unsere nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit in der ganzen Breite zeigt: von den Natur- und Lebenswissenschaften zu den Geistes- und Sozialwissenschaften“, freut sich Uni-Präsident Andreas Marx. „Durch die millionenschwere Förderung der beiden Cluster erhält ganz Thüringen einen zusätzlichen Schub. Es macht uns als Standort internationaler Spitzenforschung noch attraktiver und sichtbarer.“ Der Präsident bedankt sich bei allen Beteiligten innerhalb und außerhalb der Universität. „Dieser Erfolg ist dem herausragenden Engagement aller beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und auch der wissenschaftsunterstützenden Bereiche zu verdanken. Exzellenz gelingt nur gemeinsam“, so Marx und schließt in seinen Dank auch seine Amtsvorgänger sowie das Land Thüringen ein.

Balance of the Microverse

Im Fokus des Exzellenzclusters „Balance of the Microverse“ steht das Verständnis mikrobieller Gemeinschaften – ihrer Dynamik, ihrer Stabilität und ihrer Steuerbarkeit. Die Forschenden untersuchen, wie Mikroorganismen in komplexen Netzwerken miteinander interagieren, welche Faktoren ihr Gleichgewicht beeinflussen und wie sich solche Systeme gezielt stabilisieren lassen. Mikrobielle Netzwerke prägen maßgeblich die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt – ihre Resilienz gegenüber äußeren Einflüssen ist daher von zentraler Bedeutung.

Kirsten Küsel, Professorin für Aquatische Geomikrobiologie und Sprecherin von „Balance of the Microverse“, zeigt sich voller Freude und Stolz über die Förderzusage der Exzellenzkommission – und dankt vor allem ihrem Team: „Wir sind überglücklich – diese Entscheidung ist ein überwältigender Vertrauensbeweis in unsere wissenschaftliche Vision und die Arbeit der vergangenen Jahre. Dass wir diese nächste Etappe gemeinsam erreicht haben, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit und Stolz.

Es war beeindruckend zu sehen, wie wir im Laufe der Antragsphase – von der Ideenfindung über das Schreiben bis hin zur Verteidigung – als Team zusammengewachsen sind. Mein Dank gilt daher allen engagierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und dem Koordinationsteam von Microverse. Ohne ihr Durchhaltevermögen, ihre Kreativität und ihren großartigen Einsatz wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Ebenso danken wir dem Präsidium der Universität, ihrer Verwaltung und dem Land Thüringen für die starke und verlässliche Unterstützung. Dass wir unsere Vision nun weiterverfolgen dürfen, gibt uns enorme Motivation. Es ist ein starkes Zeichen für die Bedeutung unserer Forschung – für Umwelt, Gesundheit und Gesellschaft in einer sich wandelnden Welt.“

In der neuen Förderperiode werden die Forschenden ihre interdisziplinären Ansätze weiter ausbauen. Der Fokus liegt dabei auf der Resilienz mikrobieller Ökosysteme und der Entwicklung innovativer Strategien zur nachhaltigen Steuerung mikrobieller Prozesse. Anwendungsperspektiven eröffnen sich in der Umweltforschung, der Medizin und der Biotechnologie. Mit dem entstehenden Microverse Center Jena auf dem Forschungscampus Beutenberg erhält der Cluster zudem ein neues Zuhause – als Kristallisationspunkt für Forschung, Austausch und wissenschaftliche Innovation.

Imaginamics. Practices and Dynamics of Social Imagining

Der Exzellenzcluster „Imaginamics. Practices and Dynamics of Social Imagining“ beschäftigt sich mit dem, was Gesellschaften im Innersten zusammenhält: gemeinsam geteilte Vorstellungen, das heißt Narrative, Weltbilder und Zukunftsentwürfe – gleichsam das soziale Grundnahrungsmittel jeder Gesellschaft. „Wie wir Gesellschaft verstehen, wie wir uns die Zukunft vorstellen und in die Vergangenheit blicken, unterliegt derzeit einschneidenden Veränderungen“, sagt Johannes Grave, Professor für Neuere Kunstgeschichte und Sprecher des neuen Exzellenzclusters. Wie die gegenwärtigen Krisenerscheinungen zeigten, könne das soziale Imaginieren Menschen nicht nur zusammenbringen und Solidarität fördern, sondern auch Konflikte und Spaltungen erzeugen. „Daher ist es heute besonders wichtig zu verstehen, wie es zu diesen sozialen Imaginationen kommt und wie wir mit ihnen umgehen“, so Grave weiter. „Dass wir diesen Fragen nun in einem großen Forschungsverbund mit vielen exzellenten Beteiligten nachgehen können, ist ein großes Glück und eine einzigartige Chance.“

Die Forschung des Clusters nimmt nicht nur einzelne Vorstellungsinhalte in den Blick, sondern wird vor allem auf den Prozess und die Praktiken des Imaginierens gerichtet sein. Damit wollen die Forschenden ein umfassendes Verständnis sozialen Imaginierens gewinnen, das mit theoretischer Grundlagenarbeit und fundierten empirischen Studien Ansätze der Kultur-, Geistes- und Sozialwissenschaften miteinander verbindet und dabei epochen- und kulturübergreifende Per-spektiven eröffnet.

„Imaginamics“ wird von einem Netzwerk starker regionaler Kooperationspartner getragen, die teils einzigartige Expertise für das Thema einbringen. Neben der Friedrich-Schiller-Universität sind die Bauhaus-Universität Weimar, das Max-Planck-Institut für Geoanthropologie, die Klassik Stiftung Weimar, die Stiftung Ettersberg, die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, das Max-Weber-Kolleg Erfurt, das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Halle und Erfurt beteiligt. Durch öffentlich sichtbare Projekte und Citizen Science wird der Cluster zudem den Dialog mit der Gesellschaft suchen und zum Gegenstand seiner Forschung machen.

Wie es nun weitergeht

Mit zwei bewilligten Exzellenzclustern erfüllt die Universität Jena nun die Vorrausetzungen für eine Bewerbung in der Förderlinie Exzellenzuniversitäten und kann sich im Herbst 2025 um den Titel „Exzellenzuniversität“ bewerben. Uni-Präsident Marx: „Der Erfolg an dieser zentralen Stelle des Wettbewerbs bestätigt eindrucksvoll die wissenschaftliche Exzellenz und strategische Stärke unserer Universität. Mit diesem Ergebnis gehen wir entschlossen und zuversichtlich in die nächste Runde.“ Die Friedrich-Schiller-Universität Jena sei als forschungsstarke, gut vernetzte und international sichtbare Universität dafür hervorragend aufgestellt. „Jetzt arbeiten wir mit aller Kraft daran, den offiziellen Status der Exzellenzuniversität zu erreichen.“

Über die Exzellenzstrategie

Mit der 2016 von Bund und Ländern beschlossenen Exzellenzstrategie wird Spitzenforschung an deutschen Universitäten gefördert. Dadurch soll der Wissenschaftsstandort Deutschland im internationalen Wettbewerb nachhaltig gestärkt werden. Die Förderinitiative soll nicht nur wissenschaftliche Spitzenergebnisse ermöglichen, sondern auch die Profile der beteiligten Universitäten schärfen und Impulse für Kooperationen im Wissenschaftssystem geben.

Weitere Informationen

zur Exzellenzstrategie an der Uni Jena:
zum Exzellenzcluster „Balance of the Microverse“:
zum Exzellenzcluster „Imaginamics“:

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Kirsten Küsel
Sprecherin des Exzellenzclusters „Balance of the Microverse“
Tel.: +49-3641-9-49461
E-Mail: E-Mail

Prof. Dr. Johannes Grave
Sprecher des Exzellenzclusters „Imaginamics. Practices and Dynamics of Social Imagining“
Tel.: +49-3641-9-44180
E-Mail: E-Mail

Anfragen zur Exzellenzstrategie der Uni Jena an: E-Mail

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