(openPR) Heidmühlen, 2. Mai 2025 – von Angelika Steiger-Cöslin
Warum Frauen mit Kindern seltener führen – und wie sich das ändern muss, wenn Unternehmen zukunftsfähig bleiben wollen.
Der Muttertag steht vor der Tür. Während in Talkshows, Social Media und Werbekampagnen wieder Mütter als Heldinnen des Alltags gefeiert werden, bleibt eine unbequeme Wahrheit meist unerwähnt: In der Realität wirtschaftlicher Machtverteilung bleiben genau diese Frauen – die angeblich so bewunderten Mütter – systematisch außen vor, wenn es um Führungspositionen geht.
Es ist ein kultureller, struktureller und ökonomischer Widerspruch, der nicht länger ignoriert werden darf.
Denn obwohl Mütter täglich das leben, was moderne Führung braucht – Prioritäten setzen, Krisen managen, empathisch kommunizieren, unter Druck klar entscheiden – werden sie von Unternehmen oft nicht als Führungskraft gesehen. Sie gelten als potenzielle Ausfallrisiken, nicht als strategische Ressourcen. Ihre Lebensrealität passt nicht ins lineare Karrieremodell. Und sie selbst werden viel zu oft gezwungen, sich zwischen Familienleben und Führungsambition zu entscheiden.
Was verloren geht, ist nicht nur Einkommen – sondern Führungspotenzial.
Während Unternehmen zunehmend über den Mangel an Führungskräften klagen, ignorieren sie systematisch das Potenzial berufstätiger Mütter. Frauen, die längst führen – in Familien, Netzwerken, Projekten, Ehrenämtern – aber selten in Organigrammen, Gremien oder Vorständen auftauchen. Denn ihre Führung entspricht nicht dem tradierten Modell: Sie ist oft nicht linear, nicht laut, nicht ständig sichtbar – aber dafür wirksam, klar, verbindlich und verantwortungsvoll.
Mütter bleiben an der Spitze eine Ausnahme. Nicht, weil ihnen Kompetenz fehlt, sondern weil ihnen strukturell nicht zugetraut wird, beides zu vereinen: Kind und Karriere, Fürsorge und Führung, Menschlichkeit und Macht.
Dabei zeigt sich immer deutlicher: Führung der Zukunft braucht genau diese Qualitäten.
Empathie. Zuhören. Haltung. Klarheit in der Kommunikation. Entscheidungsfreude mit Verantwortung. Menschlichkeit ohne Beliebigkeit.
Diese Kompetenzen sind nicht „weiblich“ im klassischen Sinne – aber sie sind bei Müttern besonders oft ausgeprägt, weil sie es gewohnt sind, Spannungsfelder zu managen: Beruf und Familie, Druck und Fürsorge, Effizienz und Beziehung. Sie führen bereits. Die Frage ist nicht, ob sie es können. Sondern ob Unternehmen den Mut haben, diese Art von Führung zuzulassen.
Es braucht keine weichgezeichnete Diversity-Kampagne, die vor allem der Außendarstellung dient.
Was es wirklich braucht, ist eine tiefgreifende Strukturveränderung – in Denken, Handeln und Entscheiden. Das beginnt mit der Möglichkeit, Führung in Teilzeit zu ermöglichen – und zwar nicht als symbolische Funktion ohne Entscheidungsbefugnis, sondern mit echter Verantwortung, Gestaltungsspielraum und strategischer Wirksamkeit.
Es bedeutet auch, die allgegenwärtige Präsenzkultur kritisch zu hinterfragen und stattdessen Wirksamkeit, Ergebnisorientierung und menschliches Miteinander in den Mittelpunkt zu stellen.
Rollenbilder müssen nicht nur in der Kommunikation aufgebrochen werden, sondern dort, wo es wirklich zählt: bei Beförderungen, in Gremienbesetzungen, bei der Bewertung von Leistung und in der Gehaltsstruktur.
Mütter dürfen nicht länger als Ausnahmeerscheinung behandelt werden, sondern müssen als das gesehen werden, was sie sind: kraftvolle, kompetente Führungspersönlichkeiten mit einem Erfahrungsschatz, der gerade in komplexen Zeiten Gold wert ist.
Und vor allem: Es braucht eine Rückbesinnung auf das, was Führung im Kern ausmacht – Vertrauen. Vertrauen in Kompetenz, in Selbstverantwortung, in neue Modelle. Vertrauen statt Kontrolle muss zur Grundlage jeder zukunftsfähigen Führungskultur werden.
Denn solange wir Mütter als Sonderlösung behandeln, werden sie auch nicht ins Zentrum von Macht und Gestaltung rücken. Und solange wir das nicht tun, bleiben unsere Unternehmen hinter ihrem eigentlichen Potenzial zurück – kulturell, wirtschaftlich und menschlich.
Zum Muttertag braucht es also nicht noch mehr Worte. Sondern Wandel.
Nicht die Frauen müssen sich verändern. Sondern die Art, wie wir Führung denken.
Wer das nicht erkennt, verspielt nicht nur Gleichstellung – sondern die Zukunftsfähigkeit seiner Organisation.
Denn: Mütter sind kein Karriereproblem. Sie sind eine Führungslösung.
Zum Muttertag 2025 fordert Steiger-Cöslin echte Veränderungen in den Unternehmen statt Lippenbekenntnisse: „Führung darf nicht länger an alte Bilder geknüpft sein. Es braucht mutige Entscheidungen in den Chefetagen – für mehr Frauen in den C-Levels , mehr Vertrauen und mehr Vielfalt auf allen Ebenen.“
Kontakt für Presseanfragen:
Angelika Steiger-Cöslin
Leadership- & Culture-Change-Expertin
E-Mail: info@asteiger-coeslin.com
Web: https://asteiger-coeslin.com












