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DFG gibt Impulse für neue Legislaturperiode

26.02.202511:06 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Wenige Tage nach der Bundestagswahl hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in einem Impulspapier die aus ihrer Sicht wichtigsten wissenschaftspolitischen Weichenstellungen für die neue Legislaturperiode benannt. Unter dem Titel „Erkenntnisgeleitete Forschung als Fundament für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands“ beschreibt die größte Forschungsförderorganisation und zentrale Einrichtung für die wissenschaftliche Selbstverwaltung in Deutschland darin insgesamt zehn Handlungsfelder und gibt zu jedem eine Reihe konkreter Handlungsempfehlungen. Das Papier wurde jetzt mit Blick auf die anstehende Regierungsbildung an politische Entscheidungsträger übermittelt und auch veröffentlicht.

„In einer Welt, die von rasanten Veränderungen und komplexen Herausforderungen geprägt ist, erfüllen Wissenschaft und Forschung eine Schlüsselrolle. Ohne langfristige, mutige Investitionen in Bildung und Forschung stehen unsere Innovations- und Zukunftsfähigkeit auf dem Spiel. Für die nächste Bundesregierung muss daher ein stabiles, optimal ausfinanziertes Wissenschaftssystem hohe politische Priorität haben“, heißt es einleitend in dem Papier. Die vom Bund gemeinsam mit den Ländern durch die großen Wissenschaftspakte erzielten Erfolge müssen aus DFG-Sicht weiter ausgebaut und zugleich durch neue Strategien ergänzt werden. Ein wichtiger Beitrag hierzu könne ein gemeinsames Zielbild aller Akteure – Bund, Länder, Wissenschaftsorganisationen und Hochschulen – für das Wissenschaftssystem des nächsten Jahrzehnts mit einem Akzent auf den Hochschulen als zentralen Säulen des Wissenschaftssystems sein. Angesichts aktueller Krisensituationen gelte es zudem, die grundgesetzlich garantierte Wissenschaftsfreiheit weiter zu stärken.

Gemeinsames Ziel der anschließenden zehn Impulse ist es, die erkenntnisgeleitete Forschung ihrerseits wettbewerbsfähiger zu machen, damit sie ihre gesamte Kraft für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands entfalten kann. Hierzu fordert das Papier zunächst die Beseitigung bestehender Hemmnisse und die Schaffung zusätzlicher Freiräume. Beim Thema Bürokratieabbau soll die kommende Bundesregierung weit stärker als bislang auch die Wissenschaft in den Fokus nehmen. Die verpflichtende Überprüfung künftiger Regulierung auf ihre Innovationsfreundlichkeit ist aus DFG-Sicht ebenso notwendig wie die Schaffung von Experimentierräumen in hochdynamischen Bereichen. Hingegen ist eine weitere Übererfüllung von EU-Richtlinien („Gold-Plating“) im deutschen Wissenschaftssystem zu vermeiden.

Von zentraler Bedeutung für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wissenschaft ist für die DFG die Weiterentwicklung der Exzellenzstrategie als besonders flexibles, attraktives und wissenschaftsgeleitetes Förderinstrument für die Universitäten. Hierfür braucht es unter anderem eine auskömmliche Finanzierung inklusive erstmaligem Teuerungsausgleich, höherer maximaler Fördersummen pro Förderfall und jährlicher Anpassung der Förderung an gestiegene Personalkosten.

Gleich mehrere Impulse nehmen die rasanten Veränderungsprozesse in den Wissenschaften und ihren Infrastrukturen in den Blick, vor allem im Kontext der Digitalisierung. Aus Sicht der DFG braucht es dringend ein Forschungsdatengesetz, das den Zugang zu und die Nutzung von Forschungsdaten verbessert, sowie eine Verstetigung und Weiterentwicklung der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Forschungen zu Künstlicher Intelligenz (KI) sollen ebenso gestärkt werden wie die Forschungsinfrastrukturen an den Hochschulen, wobei bei Letzteren den Forschungsgroßgeräten besondere Bedeutung zukommt.

Eine Reihe weiterer Impulse zielen darauf ab, die Innovationskraft der lebenswissenschaftlichen Forschung zu stärken. In der Universitätsmedizin sollen passgenaue Programme für alle klinisch und wissenschaftlich tätigen Berufsgruppen, Zielpositionen für Clinician Scientists und Translations-Hubs zur Übertragung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die klinische Praxis entwickelt werden, um den medizinischen Fortschritt wie auch die Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Deutschland zu beschleunigen. Eine weitere dringende Aufgabe ist die Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Tierversuchen in der Forschung. Hier mahnt das Impulspapier neben Bürokratieabbau höhere Rechts- und Verfahrenssicherheit sowie die bundesweite Harmonisierung von Genehmigungsverfahren an. Besser ausgeschöpft werden soll schließlich das Potenzial der Pflanzen- und Agrarforschung für die Ernährungssicherheit durch die Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen für den Einsatz neuer Züchtungstechniken in der Europäischen Union (EU), durch gemeinsame Forschungsansätze von Wissenschaft und Praxis sowie eine stärker nachhaltig ausgerichtete Förderung und transparentere Kommunikation mit Verbraucher*innen und anderen Stakeholdern.

In zwei abschließenden Impulsen erweitert die DFG die Perspektive ins Internationale: Auf europäischer Ebene soll sich die neue Bundesregierung bei den bereits 2025 anstehenden Verhandlungen für eine deutliche Erhöhung der EU-Mittel für Forschung und Innovation im kommenden mehrjährigen Finanzrahmen (2028–2034) und für die Beibehaltung eines eigenständigen Forschungsrahmenprogramms (FP 10) einsetzen. Auch der von der EU-Kommission geplante „European Research Area Act“ soll im Interesse der deutschen Wissenschaft aktiv mitgestaltet werden.

Auf globaler Ebene schließlich sieht die DFG zum einen drängende Aufgaben im Spannungsfeld von Wissenschaftsfreiheit und Forschungssicherheit. Nach ihrer Überzeugung bedarf es in der neuen Legislaturperiode der Etablierung einer ressortübergreifenden Strategie für Wissenschaftsdiplomatie und der gemeinsamen Gestaltung einer resilienten Sicherheitsarchitektur durch Bund, Länder und Wissenschaft. Zum anderen müssen die Wissenschaftsfreiheit und ihre Prinzipien weltweit und speziell auch in der EU gestärkt werden, da sie von elementarer Bedeutung für die Exzellenz und Innovationskraft des deutschen Wissenschaftssystems sind.

Weiterführende Informationen

Medienkontakt:
Marco Finetti, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG, Tel. +49 228 885-2109, E-Mail

Das Impulspapier „Erkenntnisgeleitete Forschung als Fundament für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands“, das jeden der zehn DFG-Impulse für die neue Legislaturperiode in der Form eines „one pager“ präsentiert, findet sich im Volltext im Internetangebot der DFG.

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