openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Neue Methode für die Analyse von Mikrobiom-Interaktionen

(openPR) Traditionelle Modelle zur Analyse mikrobieller Gemeinschaften stützen sich häufig auf Mittelwerte der Häufigkeiten von Mikroben im Zeitverlauf. Obwohl diese Modelle zeitliche Veränderungen gut vorhersagen können, geben sie die tatsächlichen Interaktionen zwischen den Mikroben oft nicht wieder. Ein internationales Forschungsteam bestehend aus Mitarbeitern des Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie (MPI-EB), des University College London (UCL) und der Universität Aix-Marseille, die alle am Sonderforschungsbereich 1182 „Entstehen und Funktionieren von Metaorganismen“ an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) beteiligt sind, hat sich nun mit diesen Problemen beschäftigt und eine Methode entwickelt, die weit über diesen Ansatz hinausgeht. „Unser Modell berücksichtigt nicht nur Durchschnittswerte, sondern auch Streuungen und Zusammenhänge zwischen den Daten, um mikrobiologische Interaktionen deutlich präziser zu erfassen“, erklärt Dr. Román Zapién-Campos, PostDoc am UCL und Hauptautor der Studie.

Die Forschenden haben ein stochastisches Modell entwickelt, das auf mikroskopischen Übergangsraten basiert – etwa Geburten, Migration oder Mutationen – und daraus die statistischen Momente der Zusammensetzung des Mikrobiom berechnet. Damit lassen sich sowohl die Parameter als auch deren Unsicherheiten bestimmen. Dieser Ansatz erlaubt nicht nur verlässlichere Vorhersagen zur Dynamik mikrobieller Gemeinschaften zu treffen, sondern ermöglicht auch die detaillierte Identifikation spezifischer Interaktionen zwischen Mikroben.

„Unsere Methode schließt eine zentrale Lücke zwischen metagenomischen Daten und ökologischen Modellen“, so Ko-Autor Arne Traulsen, Direktor der Abteilung für Theoretische Biologie am MPI-EB. Besonders hervorzuheben ist, dass der Ansatz sowohl mit Daten zu relativen Häufigkeiten – wie sie typischerweise in Metagenomik-Studien vorkommen – als auch mit absoluten Häufigkeiten arbeitet. Dies erweitert die Anwendbarkeit erheblich und erlaubt Analysen unabhängig von der Art der vorliegenden Daten.

Der Ansatz wurde erfolgreich auf simulierte Daten angewendet, ein wichtiger Test für die Verlässlichkeit der Methode. Darüber hinaus wurde ein vereinfachtes Mäuse-Mikrobiom, das aus zwölf gut charakterisierten Spezies besteht analysiert. „Wir konnten nicht nur die zugrundeliegenden Mechanismen dieser mikrobiellen Gemeinschaften aufdecken, sondern auch die Unsicherheiten der Modellparameter präzise quantifizieren“, erklärt Koautorin Dr. Florence Bansept, Gruppenleiterin und CNRS Wissenschaftlerin an der Universität Aix-Marseille.

Diese Studie stellt einen erheblichen Fortschritt für das Verständnis mikrobieller Ökosysteme und ihrer Wechselwirkungen mit ihren Wirten dar. Die neu entwickelte Methode bietet vielversprechende Perspektiven, um Mikrobiome in der Medizin, aber auch mikrobielle Communities in der Umwelt besser zu verstehen.

Die Ergebnisse wurden kürzlich in PLOS Biology veröffentlicht und stehen der Öffentlichkeit zur Verfügung. (21.11.2024)

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Arne Traulsen
Abt. für Theoretische Biologie
Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie

Originalpublikation:
doi.org/10.1371/journal.pbio.3002913

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1273396
 474

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Neue Methode für die Analyse von Mikrobiom-Interaktionen“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von idw - Informationsdienst Wissenschaft

Bild: 50. Duisburger Filmwoche: Zwei Dokumentarfilme von KHM-Studierenden über Syrien und Argentinien im Festival vertreten
50. Duisburger Filmwoche: Zwei Dokumentarfilme von KHM-Studierenden über Syrien und Argentinien im Festival vertreten
Am kommenden Montag wird die 50. Duisburger Filmwoche eröffnet. Das Dokumentarfilmfestival präsentiert und diskutiert bis zum 8. November 21 Filme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für die Jubiläumsausgabe wurden auch zwei Filme von Studierenden der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) ausgewählt: Der Dokumentarfilm von KHM-Studentin Marja Vormann „Das Monument bewegt sich“ (2026, 20 Min.) wird seine Premiere in Duisburg feiern. Der erste lange Dokumentarfilm von KHM-Student Almourad Aldeeb „استحبس (Estahbes)“ (2026, 81 Min.) wur…
Betriebe können mit neuer kostenfreier App ihre Pflanzenschutz-Anwendungen digital erfassen
Betriebe können mit neuer kostenfreier App ihre Pflanzenschutz-Anwendungen digital erfassen
(Kleinmachnow) Mit DiPAgE stellt das Julius Kühn-Institut (JKI) eine kostenfreie Web-Anwendung zur Verfügung, mit der berufliche Anwenderinnen und Anwender von Pflanzenschutzmitteln (PSM) ihre Anwendungen digital und maschinenlesbar dokumentieren können. Die „App“ wurde vom JKI extra entwickelt, um die ab 2027 geltenden neuen gesetzlichen Anforderungen an die elektronische Dokumentation von Pflanzenschutzmittel-Anwendungen einfach in die betriebliche Praxis übertragen. Das Kürzel DiPAgE steht dabei für Digitale Pflanzenschutz-Anwendungsdaten-…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Forscher der TU Dresden ermöglichen Vorhersage neuer therapeutischer Ziele von Medikamenten
Forscher der TU Dresden ermöglichen Vorhersage neuer therapeutischer Ziele von Medikamenten
… der Biomedizinischen Kybernetik am BIOTEChnologischen Zentrum der TU Dresden, geleitetes internationales Team von Wissenschaftlern hat eine leistungsfähige Berechnungsmethode entwickelt, welche Prinzipien der Selbstorganisation eines Gehirnnetzwerkes nutzt, um neue höchst zuverlässige Arzneimittel-Ziel-Interaktionen vorherzusagen. Für diese Vorhersage …
Bild: Das eigene Mikrobiom kennen  - warum individuelle Darmdiagnostik heute entscheidend für die Gesundheit ist
Das eigene Mikrobiom kennen - warum individuelle Darmdiagnostik heute entscheidend für die Gesundheit ist
… "INTEST.pro": Individuelle Diagnostik statt allgemeiner Empfehlungen Moderne Mikrobiomdiagnostik setzt dabei nicht mehr auf grobe Schätzungen, sondern auf präzise DNA-Analysen. Mithilfe hochauflösender Sequenzierungstechnologien lassen sich bakterielle Muster erkennen, funktionelle Zusammenhänge verstehen und individuelle Besonderheiten sichtbar machen. Genau …
Bild: switchSENSE Technologie von Dynamic Biosensors erhält MipTec New Product Innovation AwardBild: switchSENSE Technologie von Dynamic Biosensors erhält MipTec New Product Innovation Award
switchSENSE Technologie von Dynamic Biosensors erhält MipTec New Product Innovation Award
… Ulrich Rant, Gründer und Geschäftsführer der Dynamic Biosensors GmbH. “switchSENSE™bietet einen unerreichten Informationsgehalt, herausragende Sensitivität und äußerst flexible Messmethoden um das Screening und die bioanalytische Charakterisierung von Zielmolekülen voranzutreiben.” switchSENSE™ analysiert die Dynamik von definierten DNA-Schichten, die auf …
Bild: Praxis Schmidt-Staub in Hannover: Wie nicht-invasive Hirnstimulation die Neurologie und Psychiatrie verändert
Praxis Schmidt-Staub in Hannover: Wie nicht-invasive Hirnstimulation die Neurologie und Psychiatrie verändert
… Neurofeedback ist keine neue Mode, sondern eine der ältesten nicht-invasiven Hirninterventionen überhaupt - entwickelt in den 1960er-Jahren und heute aktueller denn je. Die Methode basiert auf einem einfachen, aber kraftvollen Prinzip: Das Gehirn bekommt über computergestützte Rückmeldungen Einblick in seine eigene Aktivitäten und lernt, diese gezielt …
Bild: INTEST.pro ist Testsieger im internationalen Vergleich von Mikrobiom-Test Kits
INTEST.pro ist Testsieger im internationalen Vergleich von Mikrobiom-Test Kits
… Verfügung gestellt. Das Gleichgewicht der Darmflora spielt daher eine wichtige Rolle: ist sie nicht vorhanden, wirkt sich das negativ auf das Wohlbefinden aus. Selbsttests zur Analyse dieses Gleichgewichts sind in zahlreichen Varianten am Markt erhältlich. Aus diesem Grund hat es sich die promovierte Molekular- und Mikro-Biologin Kristin Neumann mit ihrem …
Bild: Produkte des Biotech-Startups BIOMES ab sofort bei DocMorris erhältlich
Produkte des Biotech-Startups BIOMES ab sofort bei DocMorris erhältlich
… des Leidensdrucks von BIOMES erhalten. Das Startup BIOMES verfolgt den Anspruch, zukunftsorientierte Lösungen im Gesundheitsbereich voranzutreiben. Mit biotechnologischen und digitalen Methoden vermitteln die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von BIOMES interessierten Menschen ein besseres Verständnis ihrer Gesundheit. Die Kundinnen und Kunden …
Bild: Apotheken als Gesundheitszentren: Der Darm als Schlüssel zur nachhaltigen Gewichtsreduktion
Apotheken als Gesundheitszentren: Der Darm als Schlüssel zur nachhaltigen Gewichtsreduktion
… Gewichtsreduktion fragen. Viele haben frustrierende Diät-Erfahrungen hinter sich und suchen nun nach wissenschaftlich belegten Wegen jenseits der bloßen Kalorienrestriktion. Genau hier setzt der neue Ratgeber „Der Mikrobiom-Code“ von MARA KANE an: Er bietet das notwendige Wissen, um komplexe mikrobiologische Zusammenhänge leicht verständlich zu erklären und Kunden …
Bild: Verborgene Schätze im Moos
Verborgene Schätze im Moos
… medizinische Anwendungen von Bedeutung sein: „Unser Ziel ist es, die Rolle von Naturstoffen im Zusammenleben zwischen Mikroben und Moosen zu verstehen. Durch ausgefeilte Kultivierungsmethoden und moderne Ansätze wie Genome Mining und metagenomische Analysen kommen wir neuen Substanzen auf die Spur, die der Wissenschaft bislang verborgen geblieben sind“, …
Bild: Positives erstes Jahr für DNA-basierte Darmflora-Analyse INTEST.pro
Positives erstes Jahr für DNA-basierte Darmflora-Analyse INTEST.pro
… Hochtechnologien für Endkunden zugänglich machen wollen. Das haben auch viele Vertriebspartner verstanden: „Das faszinierende an INTEST.pro ist der Einsatz neuster Technologien, die die Methode der Petri¬-Schale – mit bekanntlich vielen Fehlern – ablöst“, berichtet Ulrike Akliros, Leiterin Marketing und Vertrieb bei meinPharmaversand. Bereits 100 Vertriebspartner, …
Sie lesen gerade: Neue Methode für die Analyse von Mikrobiom-Interaktionen