openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Die Evolution der Handelsmarken: von Preisalternativen zu Marktführern

18.05.202420:22 UhrWerbung, Consulting, Marktforschung
Bild: Die Evolution der Handelsmarken: von Preisalternativen zu Marktführern
Innovation und Emotionalisierung bei Handelsmarken gewinnt an Fahrt. (© Trade Marketeers)
Innovation und Emotionalisierung bei Handelsmarken gewinnt an Fahrt. (© Trade Marketeers)

(openPR) Seit Einführung der ersten Handelsmarken sind die Präsenz und Marktanteile stetig gestiegen. Geändert hat sich dabei auch ihre eigentliche Aufgabe. Die Handelsmarken – allen voran der Preiseinstieg – hatten lediglich die Funktion, als reine Preisalternative ohne Eigenständigkeit oder gar Innovation zu funktionieren. In unterschiedlichen Preiskategorien boten sie die Alternative zur Herstellermarke. Doch schnell zeigte sich, dass der Handel mit diesen Marken nicht nur seine Preis- sondern auch die Sortimentskompetenz schärfen konnte. Es entstanden Premium-Handelsmarken, die nicht mehr nur als Herstellermarken-Alternativen fungieren. Teilweise noch aktionsgetrieben wie Deluxe bei Lidl oder Gourmet bei Aldi, die gerade in den Feiertagsmonaten in der Sortimentsbreite aufdrehen, oder aber wesentlich konsequenter und dauerhaft bei Rewe mit REWE Feine Welt oder in Ansätzen bei Edeka mit Edeka Genussmomente. Daneben begann die Etablierung der Bio-Eigenmarken im Handel als Gegenentwurf zur Expansion der Bio-Fachmärkte mit dem Ergebnis, das die Umsatzanteile am Bio-Geschäft zu Lasten der Fachmärkte bei Discount und Vollsortiment stätig zunahmen und Ende 2023 schon bei rund 65% lagen.

Doch dann führten zwei in ihrer Wirkung völlig gegenläufige Ursachen zu sich schnell änderndem Kaufverhalten. In der Corona-Zeit reduzierten Konsumenten ihre Anzahl an Einkaufsstättenbesuchen zum Vorteil der Vollsortimenter und die Gastronomie fiel als „Versorgungsstätte“ aus. Dies führte dazu, dass Haushalte ihre Warenkörbe upgradeten und das verfügbare Budget für Herstellermarken ausgaben. Verlierer waren hier Discount und Handelsmarke. Zu den Gewinnern zählten aber vor allem neue innovative StartUp-Marken, die in dieser Zeit auch noch leichter Investorengelder akquirieren und damit expandieren konnten. Viele dieser Marken haben bis heute einen etablierten Platz in den Regalen. Der Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 drehte das Kaufverhalten dann rapide um. Sinkende Reallöhne und steigende Preise führten spürbar zu einer Hinwendung zu Discount und Handelsmarke. Der Handelsmarkenanteil liegt inzwischen bei rund 46%. Das Beratungsunternehmen Accenture erwartet gar, dass bis 2025 der Handelsmarkenanteil über dem der Herstellermarken liegt. Dies liegt inzwischen auch an einem: Gewohnheit.

Im dritten Kriegsjahr haben sich die Kaufgewohnheiten der Konsumenten verfestigt. War der erste Griff zur Handels- bzw. Preiseinstiegsmarke noch unter Spar-Aspekten erfolgt, etabliert sich die Kaufgewohnheit mit jedem weiteren Kauf und macht es für die Marke schwer, diese wieder aufzubrechen. Die GfK hat jüngst festgestellt, dass es für Herstellermarken schwierig wird, Marktanteile zurückzugewinnen, wenn der Konsument die Handelsmarke dreimal in Folge gekauft hat. Wird aber der Kauf der Handelsmarke einfach nicht mehr hinterfragt und entfällt der Antrieb, sparen zu wollen, bedarf es künftiger neuer Anreize von Seiten der Hersteller-Marken, wieder in den Fokus des Konsumenten zu rücken.

Dies fällt aber vor allem den etablierten und teilweise Kategorie-führenden A-Marken sehr schwer. Diese funktionalen Industriemarken stammen aus einer Zeit, die auf Massenproduktion ausgelegt war. Effizienzgetrieben spielen hier die ökonomischen Werte eine größere Rolle als die „inneren“ Werte wie Anspruch, Verantwortung, Nachhaltigkeit und Einzigartigkeit. Aber gerade in der jungen und nachwachsenden Generation spielen diese Aspekte eine größere Rolle. Die Lust auf Neues, Innovatives und vor allem Nachvollziehbares wächst und ist nicht länger abhängig vom Einkaufspreis. Die Bereitschaft, für solche Produkte mehr zu zahlen ist eindeutig da. Hier drängen junge neue Marken in die Märke und füllen diese Lücke.

Der Handel hat längst begriffen, dass hier die nächste und neue Chance entsteht, das Sortiment und das Image der eigenen Einkaufstätte weiter zu profilieren. Fleisch- und Milchersatzprodukte werden heute unverzüglich auch als Handelsmarke angeboten. Aldi wurde dafür gerade für das beste vegane Sortiment ausgezeichnet, unter anderem für die Eigenmarke MyVay.

Daneben beginnt der Handel, eigene Konzepte zu entwickeln. So dringt Rewe mit einer neuen kleinen und feinen Eigenmarke „Geheimzutat“ in Kooperation mit Tim Mälzer in ein neues Eigenmarkenlevel vor. Die Kooperation mit Mälzer ist dabei nicht das entscheidende, das haben unter anderem schon Lidl mit der Sylter Marke Sansibar Deluxe oder Edeka mit Otto vorgemacht. Neu ist hier allerdings die Stimmigkeit der Produktwelt gepaart mit innovativen Rezepturen und einem Markenauftritt, der längst denen eines Markenartiklers gleicht. Und in den Basissortimenten des Preiseinstiegs und der Mittelmarken versucht der Handel durch Emotionalisierung eine Justierung der Markenpositionierung. Die Weiterentwicklung der Mittelpreismarke EDEKA Herzstücke unternimmt hier den Versuch, eine größere Nahbarkeit zum Kunden aufzubauen und damit dem oben genannten Anspruch gerecht zu werden.

Insgesamt geht es bei der Emotionalisierung von Handelsmarken und Herstellermarken darum, über reine Produktmerkmale hinauszugehen und eine Beziehungsebene zwischen Verbrauchern und Marken aufzubauen, die auf Emotionen, Werten und Erlebnissen basiert. Für die Handelsmarken hat dies zum Teil nicht mehr viel mit der ursprünglichen Aufgabe der Preisalternative zu tun. In einer Phase, in der die Preissteigerungen bei Handelsmarken stärker rückläufig sind als bei den Herstellermarken, hat dieser Aspekt eine wesentliche Relevanz.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1262356
 473

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Die Evolution der Handelsmarken: von Preisalternativen zu Marktführern“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Trade Marketeers Branding & Packaging GmbH & Co KG

Bild: Interview: „Werte schlagen Preis“ – Joosten Brüggemann über die neue Rolle von EigenmarkenBild: Interview: „Werte schlagen Preis“ – Joosten Brüggemann über die neue Rolle von Eigenmarken
Interview: „Werte schlagen Preis“ – Joosten Brüggemann über die neue Rolle von Eigenmarken
Frage: Herr Brüggemann, wie haben sich aus Ihrer Sicht die Kaufgewohnheiten der Konsumenten in den vergangenen Jahren verändert? Joosten Brüggemann: Durch die Corona-Zeit und die wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine – insbesondere Inflation und Preissteigerungen – haben sich die Kaufgewohnheiten stark verschoben. Früher standen Markenartikel im Fokus der Kaufentscheidungen, während Handelsmarken eher als zweite Wahl galten. Der Griff zur Handels- oder Preiseinstiegsmarke erfolgte anfangs meist aus Spargründen, hat …
Bild: Werte schlagen Preis: Wie Marken neu um Konsumenten werben müssenBild: Werte schlagen Preis: Wie Marken neu um Konsumenten werben müssen
Werte schlagen Preis: Wie Marken neu um Konsumenten werben müssen
Durch die Corona-Zeit und die Auswirkungen des russischen Angriffs auf die Ukraine mit Inflation und Verteuerung haben sich die Kaufgewohnheiten der Konsumenten für Markenartikel von Lebensmitteln verändert. Markenartikel lagen davor inm Fokus der Kaufentscheidungen, Handelsmarken waren eher zweite Wahl. War der erste Griff zur Handels- bzw. Preiseinstiegsmarke noch unter Spar-Aspekten erfolgt, etabliert sich die Kaufgewohnheit mit jedem weiteren Kauf und macht es für die Marke schwer, diese wieder aufzubrechen. Die Gesellschaft für Konsumfor…

Das könnte Sie auch interessieren:

direct/ EUROFORUM Deutschland GmbH: Eigenmarken auf dem Vormarsch
direct/ EUROFORUM Deutschland GmbH: Eigenmarken auf dem Vormarsch
EUROFORUM-Konferenz "Handelsmarken der Zukunft" am 19. und 20. September 2007, Wiesbaden - Rodney Wood über Tesco´s Eigenmarken-Strategie - Edeka - mehr Eigenmarken im Sortiment - Handelsmarken in Osteuropa Wiesbaden/Düsseldorf, 18. Juli 2007 - Marketing-Experten sehen einen ungebrochenen Trend zur Eigenmarke, vor allem im höherwertigen Segment, …
Nölken Hygiene Products zeigt Flagge auf der PLMA in Amsterdam
Nölken Hygiene Products zeigt Flagge auf der PLMA in Amsterdam
Windhagen/Amsterdam, 17.05.2011 – Die Nölken Hygiene Products GmbH aus Windhagen präsentiert sich auf der PLMA „Welt der Handelsmarken“ in Amsterdam – der internationalen Fachmesse für Handelsmarken. Die Messe findet vom 24. bis 25. Mai 2011 im RAI Exhibition Centre statt. Nölken entwickelt und produziert feuchte Tücher und Kosmetikprodukte, insbesondere …
Bild: Seminar Marken - ManagementBild: Seminar Marken - Management
Seminar Marken - Management
… einen erfolgreichen Markenführungs-Prozess, wie eine Marke entsteht, Branding-Strategien, Marken-Bewertung. Markenportfolios: Dachmarke, Markenfamilie, Monomarke, Multi-Markenstrategien, Global Brands, Handelsmarken, Marken-Evolution, Marken-Innovation, Markendehnung oder neue Marke? Markenkommunikation: wo und wie nimmt der Konsument eine Marke wahr? …
2. Handelsmarkenmonitor der Lebensmittel Zeitung und Dialego - Handelsmarken gewinnen weiter an Boden
2. Handelsmarkenmonitor der Lebensmittel Zeitung und Dialego - Handelsmarken gewinnen weiter an Boden
Aachen, 4. Juni 2009. Handelsmarken sind die preiswerte Alternative zu Markenprodukten und haben bereits einen festen Platz in den Regalen der Einzelhändler erobert. Die Gründe dafür sind vielfältig: Während die attraktivere Marge dem Handel interessante Vorteile beschert, profitieren die Kunden vom attraktiven Preis-Leistungsverhältnis. Im Rahmen des …
Bild: Mit Hochdrucktechnik seit 20 Jahren gut im GeschäftBild: Mit Hochdrucktechnik seit 20 Jahren gut im Geschäft
Mit Hochdrucktechnik seit 20 Jahren gut im Geschäft
… wurden bis dato 16 neue Arbeitsplätze geschaffen – Tendenz steigend. falch steht für Innovation, Erfolg und Bodenständigkeit. Mit der Herstellung und dem Vertrieb der Handelsmarken „falch“ und „aqua speed“ hat das Unternehmen die Zukunft im Blick und investiert weiter in die Entwicklung von Technik und Problemlösungen mit Hochdruckwasserstrahlgeräten …
EUROFORUM - Handelsmarken betreten Premiumsegment
EUROFORUM - Handelsmarken betreten Premiumsegment
EUROFORUM-Konferenz "Handelsmarken der Zukunft" 24. und 25. September 2008, Hilton Bonn Bonn/Düsseldorf, 21. Juli 2008. Handelsmarken sind in Deutschland derzeit noch eine Domäne der Discounter. In England dagegen gehören sie bereits zum Standardsortiment des Lebensmitteleinzelhandels (LEH). Bei 82 Prozent aller Einkäufe wird hier zumindest eine Handelsmarke …
Tschüss, Käptn Iglo? Immer mehr Markenartikel verschwinden aus dem Lebensmitteleinzelhandel
Tschüss, Käptn Iglo? Immer mehr Markenartikel verschwinden aus dem Lebensmitteleinzelhandel
Düsseldorf, 23. Juli 2009 - Fast die Hälfte aller Einkäufe entfallen bereits auf Handelsmarken. Das ist das Ergebnis der „Einkaufszettelstudie“ von ZenithOptimedia und Innofact. Am Regal hört die Treue auf. Im Vergleich von Marken und Handelsmarken zeigt sich, dass Konsumenten bei der Planung des wöchentlichen Einkaufs mehr als 60 Prozent Markenprodukte …
Bild: Seminar Marken-ManagementBild: Seminar Marken-Management
Seminar Marken-Management
… einen erfolgreichen Markenführungs-Prozess, wie eine Marke entsteht, Branding-Strategien, Marken-Bewertung. Markenportfolios: Dachmarke, Markenfamilie, Monomarke, Multi-Markenstrategien, Global Brands, Handelsmarken, Marken-Evolution, Marken-Innovation, Markendehnung oder neue Marke? Markenkommunikation: wo und wie nimmt der Konsument eine Marke wahr? …
Bild: PLME: 2. Messe und Konferenz für Handelsmarken in PolenBild: PLME: 2. Messe und Konferenz für Handelsmarken in Polen
PLME: 2. Messe und Konferenz für Handelsmarken in Polen
Kielce, 24. März 2015 – Vom 29.-30. Juni 2015 findet die 2. PLME, Messe und Konferenz für europäische Handelsmarken im zentralpolnischen Kielce statt. Die Veranstaltung ist eine der wenigen Ereignisse dieser Art in Europa. Erwartet werden um die 100 Aussteller aus Deutschland und Österreich, Italien, der Ukraine, Litauen, Belgien, Serbien, Tschechien, …
Bild: Seminar Marken-ManagementBild: Seminar Marken-Management
Seminar Marken-Management
… einen erfolgreichen Markenführungs-Prozess, wie eine Marke entsteht, Branding-Strategien, Marken-Bewertung. Markenportfolios: Dachmarke, Markenfamilie, Monomarke, Multi-Markenstrategien, Global Brands, Handelsmarken, Marken-Evolution, Marken-Innovation, Markendehnung oder neue Marke? Markenkommunikation: wo und wie nimmt der Konsument eine Marke wahr? …
Sie lesen gerade: Die Evolution der Handelsmarken: von Preisalternativen zu Marktführern