(openPR) FQS-Projekt „CHANGE“ liefert neuen Band, neues Seminar und neuen Workshop
Unternehmen, die sich kontinuierlich mit der Restrukturierung ihrer Prozesse befassen, sind rentabler als solche, die nur in Krisen reagieren. Dennoch können zahlreiche Ursachen ein Veränderungsprojekt zum Scheitern bringen. Daher gilt es, diese entweder aktiv zu unterbinden oder sie zu erkennen und in geeigneter Weise einzugreifen. Ein Forschungsteam des Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie (IPT) hatte eine Systematik zur Planung, Umsetzung und Absicherung betrieblicher Veränderungsvorhaben entwickelt, das diese Mängel beheben soll. Betreut wurde das Projekt von der Forschungsgemeinschaft Qualität e.V. (FQS). Dort erschien am 30. Januar 2007 zunächst der neue FQS-Band 88-03 zum Thema Veränderungsmanagement. Am 19. April findet ein Seminar für Geschäftsführer zu diesem Thema statt. Und im Herbst soll ein Workshop dazu aufgelegt werden.
Das Projektkonsortium hatte zunächst fünf zentrale Voraussetzungen für Veränderungsmanagement definiert. Danach sei erstens Veränderung ein kontinuierlicher Prozess, dessen Modell einen Regelkreis beschreiben muss. Ein Veränderungsprozess sei zweitens dynamisch, weshalb sich Konzept und Umsetzung nicht scharf trennen ließen. Drittens würden Veränderungsprojekte von Mikropolitik und Vertrauenskultur bestimmt. Deshalb stünden die Betroffenen im Fokus der Betrachtung. Viertens solle eine Systematik Hilfe zur Selbsthilfe leisten, was eine anwendungsgerechte Aufbereitung der Methoden und Werkzeuge erfordert. Und fünftens müsse der Erfolg des Veränderungsprozesses mit geeigneten Kennzahlen bewertbar sein.
Von diesen Voraussetzungen ausgehend, hat das Projektteam das Modell der CHANGE-Systematik entwickelt. Jeder der fünf Phasen eines Veränderungsprojektes – Entscheidung zur Veränderung, Vorbereitung, Gestaltung, Umsetzung und Absicherung – ist eine Anzahl klassischer und innovativer Methoden und Werkzeuge aus dem Prozess-, Projekt- und Qualitätsmanagement zugeordnet. Zwischen den Phasen des Modells befinden sich mit den Quality Gates Stellen, an denen die Reife des Veränderungsprozesses zu beurteilen ist. Mit Hilfe von Reifegradkriterien kann der Anwender entscheiden, ob Teilaspekte der vorangegangenen Phase zufriedenstellend erfüllt wurden oder ob eine Nachbesserung notwendig ist.
So ist etwa in der Phase „Entscheidung zur Veränderung“ der Einsatz von vier Werkzeugen vorgesehen. Dabei wird mit Hilfe des Ist-Zustands-Baums zunächst das Kernproblem des Systems und dessen Ursache bestimmt. Bevor eine Lösungsstrategie erarbeitet werden kann, sollte eine Trend- und Szenarioanalyse durchgeführt werden. Zu diesem Zweck werden die wesentlichen Einflussgrößen auf das Gestaltungsfeld ermittelt sowie deren mögliche Entwicklungsrichtungen untersucht. Entwickelt sich ein Faktor anders als in der Szenarioanalyse angenommen, so ist höchstwahrscheinlich auch die darauf gegründete Strategie in dieser Form nicht mehr zielführend.
Mit der Strategiepyramide werden einerseits die Ziele für das System erarbeitet, andererseits Strategien zum Erreichen dieser Ziele formuliert. Dabei wird in einer Vision zunächst das wünschenswerte Bild der Zukunft beschrieben. Zur Erfüllung dieser Vision sind strategische Ziele zu verfolgen, aus denen sich wiederum operative Ziele ableiten lassen. Liefert die Pyramide alternative Strategien zur Zielerreichung, so sollte diejenige ausgewählt werden, die das beste Chancen-Risiko- sowie Kosten-Zeit-Verhältnis aufweist. Diesen Schritt unterstützt wiederum eine zweistufige Portfolioanalyse, die als wertvolle Grundlage zur ersten Projektplanung der Strategieumsetzung gilt.
Das zweijährige Projekt „Systematik zur qualitätsgerechten Gestaltung und Absicherung betrieblicher Veränderungsprozesse „ (CHANGE) wurde aus Haushaltsmitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWI) über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. (AiF) gefördert und durch die FQS Forschungsgemeinschaft Qualität e.V. betreut.
Die Forschungsergebnisse liegen jetzt in einem Anwender-Leitfaden vor. Er enthält eine strukturierte Aufarbeitung der Einzelmethoden, Handlungsempfehlungen und Vorgehensmuster, detaillierte Gestaltungshinweise, Schritt-für-Schritt-Vorgehen sowie Praxisbeispiele für die integrierten Methoden und Werkzeuge. Der Leitfaden soll Anwendern dazu dienen, die entwickelte Systematik eigenständig einzusetzen. Bezogen werden kann er über die Homepage der FQS: www.fqs.de: FQS-DGQ-Band 88-03: CHANGE – Systematik zur qualitätsgerechten Gestaltung und Absicherung betrieblicher Änderungen, 1. Auflage 2007, 176 Seiten, 99 Euro inklusive CD-ROM-Anwender-Leitfaden mit interaktiven Werkzeugen, Checklisten, Tipps und Praxisbeispielen zur Implementierung der CHANGE-Systematik.
Weitere Informationen zum Expertenthema Change Management finden Sie unter http://www.dgq.de/wui/wui-expertenthema.htm








