(openPR) „Ich glaube, dass die Angst, die man hat, wenn man an einem Abgrund steht, in Wahrheit vielmehr eine Sehnsucht ist. Eine Sehnsucht, sich fallen zu lassen – oder die Arme auszubreiten und zu fliegen.“
(Isabel Abedi, “Unsere 16 liebsten Zitate zum Thema Angst”)
Die meisten Ängste im Leben werden durch unsere eigenen Gedanken verursacht und das Befürchtete tritt nur selten ein. Das kennen viele Menschen und so ist das beständige angstvolle Grübeln schon über Jahrhunderte eine häufig empfundene Last. Eine Folge von unreflektierten Ängsten ist eine zu große Anpassung an Lebensprozesse. Und - eine zu große Anpassung ist das Ende der Freiheit. Das gilt für das private Leben als auch für das berufliche Leben und selbstverständlich auch für das gesellschaftliche Leben. Ein Unternehmen mit durchweg überangepassten Mitarbeitern, die aus Karrieresehnsucht oder Lethargie still und pflichtbewusst Dienst nach Vorschrift ableisten und als Beweis ihrer Tatkraft selbstverständlich noch stolz Überstunden vorweisen, bleibt sehr wahrscheinlich trotz der abgearbeiteten Mitarbeiter in seiner Erfolgsbilanz weit unter seinen Möglichkeiten. Eine Liebe, die darauf beruht, dass eine Person sich aus Verlustangst an die Forderungen der anderen Person vollkommen anpasst, ist ein ungleiches Verhältnis, es fehlt der Mut und die Offenheit, ein wirkliches Miteinander zu leben. Es geht dann mehr um Machtverhältnisse. Diese Menschen leben in einer Schein-Harmonie oder in einer persönlichen Hölle.
Weisheit statt Anpassung, Bewusstheit und Eigenverantwortlichkeit statt Dienen sind wichtige Herausforderungen unserer Zeit. Deshalb muss man bezüglich der Weltlage, die durch Unsicherheit und durch Existenzängste geprägt ist, diese Aspekte besonders beachten, wenn man selbst als Unternehmer und auch privat wirklich erfolgreich und dazu glücklich sein möchte, wenn man seine Berufung und sein alle Lebensbereiche umfassendes Glück finden möchte.
Es gibt die Menschen, welche in Krisenzeiten ganz clever die Lügen nutzen. Vor allem im Marketingbereich gilt der schöne Schein, die aufpolierte Präsenz als Mittel, um „erfolgreich“ zu sein. Der andere Weg ist eine neue Unternehmenskultur, die Aufrichtigkeit, Kreativität, Wandel, Veränderung und Klarheit als Unternehmenskultur etabliert. Es gibt sie, die Unternehmen, die auf diese Kraft setzen und hochwertige Innovationen hervorbringen. Hier gilt es als Erfolgsstrategie, die wirklichen Talente eines jeden Menschen zu erkennen, zu würdigen und den Menschen im Unternehmen den richtigen Platz für das Anwenden ihrer Schöpferkraft zu geben. Mitbestimmung und menschlich angenehme „Rulebreaker“ sind hier gefragt.
Wichtig ist die Erkenntnis, dass wir alle in einer Wirklichkeit leben, die wir erschaffen. Das erfordert Bewusstheit und einen hohen Grad an Klarheit.
Nehmen wir ein Beispiel: Stellen Sie sich einmal die Frage: Wollen Sie Bestseller von wirklich talentierten Schriftstellern und bemerkenswerten Denkern dieser Zeit lesen, die eine wahre künstlerische Qualität mit sich bringen oder inhaltlich belanglose Literatur, die künstlich nach oben gejubelt wurde und nur noch den Stempel „Bestseller“ trägt?
Das künstliche nach oben jubeln passiert nicht ohne Menschen, die das begünstigen.
Es stellt sich die Frage, weshalb heutzutage die Lügenkultur so überaus erfolgreich ist. Sie kann es nur sein, weil die Angst und die Gier das gesellschaftliche Leben beherrscht. Die Menschen haben Angst zu scheitern, nicht mehr mithalten zu können, die Kontrolle zu verlieren. Sie möchten schnell „nach oben“. Ängste sind sehr unangenehm, aber sie tragen auch Potenzial in sich. Wer Ängste genauer betrachtet, diese untersucht, wird darauf kommen, was die Ursachen für diese sind. Entdecken wir die Ursachen von Ängsten, die unser Weiterkommen behindern, dann können wir unsere persönliche Entwicklung und auch die eines Unternehmens voranbringen. Ängste sind wie Dämonen, die uns hindern, frei zu sein, uns wirklich zu entfalten. Es gibt gute Methoden, um Ängste zu durchschauen, zu akzeptieren und sie aufzulösen oder deren Energie positiv zu wandeln.
Die Diplom-Psychologin Delia Müller berichtet in ihrem Vortrag: „Ausbruch aus der Psychofalle“ über die Themen: Change, Wandel und Mut.
Sie selbst hat sehr unterschiedliche Welten kennengelernt, den Osten und den Westen, die Kulturbranche und den Bereich der Psychologie mit deren Werten und weiß, dass wirkliche Veränderung nicht am politischen System alleine liegt, nicht an der Blase, in der man sich aufhält, sondern dass unser Verhalten, unsere Entscheidungen dafür sorgen, in welcher Art Welt wir leben. Es ist der Grad der Bewusstheit, den wir setzen. Karma – also das Wechselspiel von Ursache und Wirkung liegt im Leben klar auf der Hand. Es wird aber aus dem gesellschaftlichen Bewusstsein gerne verdrängt. Dass der Mensch edel, hilfreich und gut sein sollte, ist vielen Menschen klar, doch gibt es da die Angst zu scheitern, wenn man diese Werte lebt und andere mit Lügen mehr Profit rausholen aus den Lebensgeschäften. Wer möchte schon das Schlusslicht sein?
Nehmen wir ein kleines Beispiel dafür, dass Perfektion nicht alles ist, sondern Menschlichkeit, Kreativität, Lebendigkeit zählen. Betrachten wir einmal den Bereich der sozialen Ängste. Es beinhaltet die Angst davor, sich vor einer Gruppe durch eine misslungene Leistung lächerlich zu machen, mit denen man vielleicht zusammenarbeitet oder anders verbunden ist.
Vielleicht geht es um einen Vortrag, der gehalten werden soll. Was ist also notwendig, um wirklich erfolgreich zu sein? Viele Menschen würden jetzt annehmen, dass es besonders wichtig wäre, fehlerfrei zu reden und dass die Inhalte der Rede vom Wissensgehalt und dargebotenen Statistiken perfekt sein müssten. Ja, es mag sein, dass so ein Vortrag auf viel Begeisterung stößt. Es ist sehr gut, wenn ein Vortrag inhaltlich brillant ist und nicht nur eine Form ohne Substanz. Doch kaum jemand wünscht sich, dass eine Vortragsleistung perfekt, aber langweilig und nicht berührend ist. Die Menschen möchten in Resonanz gehen können, sich in dem Gesagten oder in dem Ausdruck des Dargebrachten des Redners wiederfinden. Sie möchten einen Fakt spannend und anschaulich vermittelt bekommen. Kleine Fehler, wie Versprecher und das aufgeregt sein, bekommen eher noch Sympathiepunkte, genau wie Humor. Deshalb ist es wichtig, Inhalte spannend zu gestalten. Neues Einfallsreiches statt nur Perfektes wäre eine Lösung. Denn Zahlen und Fakten können Menschen selbst nachlesen. Was sie wollen, ist ein Zugewinn, etwas Persönliches, eine Geschichte, die das dargebotene Wissen lebendig macht. Hier entscheiden die Menschen durch ihre Reaktionen auf den Vortrag, ob sie diesen besonders würdigen.
Und hier kommt wiederum die Qualität - die Bewusstheit wieder ins Spiel.
Was soll unser Leben bestimmen? Achten wir auf den Inhalt und eine lockere, spannende und angemessene Form oder nur auf Affekte, auf Oberflächliches, gut verpackt? Passen wir uns in unserem Geschmack an, lassen wir uns manipulieren, in La-Ola Wellen ziehen, weil gerade ein seichter Scherz gemacht wurde, der fehlenden Gehalt überdeckt oder beginnen wir wirklich aufmerksam zu sein und eben nicht nur als eine platte Spaßgesellschaft zu konsumieren?
Um nicht nur Erfolg zu haben, sondern auch wirkliches Lebensglück, Freude und Leichtigkeit ist es wichtig, dass wir lernen, genau hinzuschauen, was uns angeboten wird und wie wir darauf reagieren. Was sind unsere wahren Bedürfnisse im Leben und wie bauen wir unser aller Leben gemeinsam so auf, dass es dem Allgemeinwohl dient und nicht der persönlichen Gier oder einem albernen Spaßfaktor.
Wir sollten dazu unsere Ängste, unsere „inneren Dämonen“ viel genauer betrachten und den Dämonen Nahrung geben, wie es Tsültrim Allione, eine buddhistische Schriftstellerin, formulierte.
„Den Dämonen Nahrung geben“ (T. Allione, Goldmann Arkana, 3. Auflage 2009)
Denn hinter unseren Ängsten stecken mentale Bedürfnisse und diese zu leben, lässt uns gesund, glücklich und authentisch sein. Wir können wählen, welche Werte uns wichtig sind, welche Handlungen, welche Art Fortschritt.











