(openPR) Vom Blockbuster zum Kleinvieh: Als im Februar 2023 eine britische Studie zur Vier-Tage-Woche öffentlich wurde kannte auch die Euphorie in deutschen Verwaltungen kaum Grenzen. „Die Lösung für den Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst schien nahe“, sagt der Führungskräfteberater für strategisches Personalmanagement Rolf Dindorf aus Kaiserslautern.
Wie schaut es ein Jahr danach aus?
Schon im April 2023 preschte die Stadtverwaltung Wedel mit der Einführung der 4-Tage-Woche vor. „Bürgermeister Gernot Kaser gelang ein Coup“, sagt der Verwaltungsexperte Dindorf. Als erste Kommune Deutschlands konnte man sich als vermeintlich attraktiver Arbeitgeber in Szene setzen.
Doch reicht eine derartige Symbolpolitik zur Lösung der Personalgewinnung ? „Was sagt es über Bewerberinnen und Bewerber aus, wenn sie sich den öffentlichen Arbeitgeber ’nur‘ wegen einer Vier-Tage-Woche aussuchen“, fragt Führungskräfteberater Rolf Dindorf. Bleibt das Herzstück einer Arbeitgeberwahl nicht die Identifikation mit den entsprechenden Werten (Verwaltungskultur) einer Verwaltung?
Zwischenfazit: Von den ins Auge gefassten 10-15% (!) Beschäftigten, die die Vier-Tage-Woche nutzen, ist die Stadt Wedel noch entfernt.
„Die Stadt Ludwigshafen bietet eine Vier-Tage-Woche an. Floppt das Pilotprojekt etwa bei den knapp 4.000 Mitarbeitern? Es gab bisher nur zwei Anträge.“, so beginnt ein Bericht des SWR über die Stadt Ludwigshafen. Das Pilotprojekt in Ludwigshafen ist auf ein Jahr befristet.
„Der angedachte Geniestreich zur Lösung des Fachkräftemangels im öffentlichen Dienst ist die Vier-Tage-Woche nicht“, schlussfolgert Dindorf. Sie ergänzt lediglich das umfangreiche Angebot an flexiblen Angeboten. Zukunftsgewandte Personalgewinnung und Mitarbeiterbindung erfordert stattdessen die Einführung einer modernen Arbeitskultur, Digitalisierung, Abbau der Bürokratie sowie eine vorbildhafte Führungskultur.












