(openPR) CO2-Emissionen aus fossilen Quellen erreichen 2023 einen neuen Höchststand, belegt der Bericht zum Global Carbon Budget, der jetzt bei der Weltklimakonferenz COP 28 präsentiert wurde. 36,8 Milliarden Tonnen Kohlendioxid stoßen wir 2023 global so aus. Mit 8 Tonnen pro Kopf liegt Deutschland im Ländervergleich in der Spitzengruppe. Tendenz leicht sinkend – immerhin. Inwieweit jeder oder jede Einzelne mit dem Thema befasst ist und selbst etwas für den Klimaschutz tut, zeigt eine forsa-Studie im Auftrag der Klimaschutzgenossenschaft The Generation Forest, für die 2.019 Personen ab 18 Jahren aus Deutschland befragt wurden: Danach hat die Mehrheit (66%) ein starkes Interesse daran, ihren persönlichen CO2-Fußabdruck zu verbessern. Es fehlt aber noch an Kenntnissen über Ausmaß und Möglichkeiten (63% der Befragten).
Ob in Paris, Kattowitz oder jetzt in Dubai – zahlreiche Klimakonferenzen endeten in Verträgen, Beschlüssen und Vereinbarungen, die Besserung der globalen Situation gelobten. Weniger CO2-Emissionen, finanzielle Hilfen für Staaten, die am meisten von den Klimaextremen betroffen sind, Ziele für den Ausbau von erneuerbaren Energien – die Liste an guten Absichten ist lang. Nur: Die globale Temperatur steigt davon unbeeindruckt weiter an, wie die aktuellen Rekord-Zahlen des CO2-Ausstoßes zeigen. Die Politik agiert zu langsam und erreicht ihre Ziele nicht, heißt es folgerichtig unter anderem im Projektionsbericht 2023 des Umweltbundesamtes und in der Stellungnahme des Expertenrates für Klimafragen zum Entwurf des Klimaschutzprogramms 2023.
Technische Lösungen zur CO2-Entnahme kaum wirksam
Hinzu kommt: Um weitere Klimaerwärmung zu stoppen, muss laut Weltklimarat IPCC nicht nur viel CO2 eingespart, sondern auch eine ganze Menge des bereits in der Atmosphäre befindlichen CO2 entnommen werden. Deshalb wurde in Dubai auch der stärkere Einsatz geeigneter Technologien diskutiert – zusammengefasst unter dem Begriff Carbon Dioxide Removal (CDR). Doch obwohl gerade sehr viel Geld in die Entwicklung fließt, dauere es Wissenschaftler*innen zufolge noch lange, bis CDR so weit sei, dass es eine entscheidende Rolle spiele. Denn bislang reichen die globalen Kapazitäten beispielsweise für das sogenannte Direct Air Capture, also das technische Entfernen von Treibhausgasen aus der Luft, laut internationaler Energieagentur IEA für gerade einmal etwa 0,01 Megatonnen CO2 pro Jahr. Die jährlichen CO₂-Emissionen der Menschheit belaufen sich aber wie gesagt auf knapp 37.000 Megatonnen. Hinzu kommt, dass die CO2-Entnahmetechniken enorm teuer sind und auf die damit unmittelbar verbundene zweite große Krise keinen Effekt hat: die Artenkrise. Wesentlich effektiver sind im Vergleich dazu naturbasierte Lösungen: „Etwa die Hälfte aller CO2-Emissionen werden laut ‚Global Carbon Budget 2023‘ durch natürliche Kohlenstoffsenken wie Wälder und Ozeane ausgeglichen“, betont Oliver Jacobs, Geschäftsleiter der Hamburger Klimaschutzgenossenschaft The Generation Forest. „Doch diese könnten künftig an ihre Belastungsgrenzen stoßen, wenn es so weitergeht.“
Zwei Drittel der Deutschen achten in ihrem Alltag auf möglichst geringe CO2-Emissionen
Kein Wunder also, dass immer mehr Menschen der Meinung sind, dass es nicht reicht, sich auf die Politik oder die Industrie zu verlassen. Sie übernehmen selbst Verantwortung und versuchen, ihre persönliche CO2-Bilanz zu verbessern: Laut einer repräsentativen forsa-Umfrage, initiiert von The Generation Forest, achten 66 Prozent der Deutschen (sehr) stark darauf, so wenig CO2 wie möglich zu verursachen. Junge Menschen im Alter von 18 bis 29 Jahren sind mit 72 Prozent besonders aktiv. Allerdings zeigt die Studie auch, dass nur eine Minderheit (11%) der Befragten tatsächlich weiß, auf wie viele Tonnen CO2 sie selbst pro Jahr kommen – verursacht durch Wohnen, Heizen, Reisen, Ernährung und viele weitere Aktivitäten des Alltags. Dennoch ist das Interesse daran groß: 66 Prozent der Personen, die unsicher sind, wie ihre eigene Kohlendioxid-Bilanz aussieht, geben an, dass sie gern die Höhe ihrer Emissionen kennen würden. Erneut trifft das vor allem auf die 18- bis 29-Jährigen zu, mit 77 Prozent. Bei der Berechnung können ihnen CO2-Rechner helfen, die es im Internet gibt (zum Beispiel hier: https://thegenerationforest.CO2-rechner.de/de_DE/).
Mehrheit der Bevölkerung fühlt sich unzureichend informiert über CO2-Kompensationen
Fest steht: Viele Menschen in Deutschland ändern ihre Lebensweise, um einen Beitrag zum globalen Klimaschutz zu leisten. Die Formel dabei lautet: vermeiden, reduzieren, kompensieren. Doch während fast allen klar ist, wie sie den persönlichen Treibhausgas-Ausstoß vermeiden und verringern können, fühlt sich die Mehrheit der Befragten (63%) weniger gut oder überhaupt nicht gut über CO2-Kompensationen informiert, sprich: wie und welche Emissionsminderungsgutschriften (Zertifikate) sie zum freiwilligen Ausgleich erwerben können, mit denen dann Klimaschutzprojekte finanziert werden. Unabhängig davon teilen etwa zwei Drittel der Befragten die Ansicht, dass Unternehmen zur CO2-Kompensation gezwungen werden sollten (64%). Ebenfalls glauben 62 Prozent, dass ohne CO2-Kompensationen die Klimaschutzziele nicht erreicht werden können.
Aufforstung kann jetzt schon den Unterschied machen
„Die Ergebnisse dieser Studie verdeutlichen, dass immer mehr Menschen bereit sind, sich aktiv für den Klimaschutz einzusetzen und nach Möglichkeiten suchen, ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren und zu kompensieren“, sagt Oliver Jacobs. Die Mitgliedschaft in der Genossenschaft ist eine Möglichkeit, sich zu engagieren: The Generation Forest pflanzt permanente Generationenwälder im tropischen Panama, wo Bäume wegen des günstigen Klimas besonders schnell wachsen und eine vielfach höhere CO2-Aufnahmekapazität aufweisen. Gegenwärtig werden durch Aufforstung und Forstwirtschaft weltweit jährlich etwa zwei Milliarden Tonnen CO2 gebunden. Aktuelle Berechnungen von Forschenden in Kooperation mit der ETH Zürich deuten darauf hin, dass durch die Aufforstung geeigneter Flächen und Instandsetzung bestehender degradierter Wälder global zusätzlich 226 Milliarden Tonnen Kohlenstoff an Speicherkapazität ausgeschöpft werden könnten. Die neu bepflanzten Flächen von The Generation Forest beispielsweise absorbieren pro Hektar im Schnitt 20 Tonnen CO2 im Jahr. Weiterer Pluspunkt gegenüber den technischen CO2-Entnahmeoptionen: Die Wälder der Genossenschaft sind widerstandsfähige Ökosysteme mit hoher Biodiversität, die über Generationen hinweg erhalten bleiben und einen ökonomischen Wert durch die nachhaltige Bewirtschaftung von fairem Tropenholz haben. Die Technologie hingegen schafft keine Habitate, in denen Flora und Fauna gedeihen. Die erzielten Gewinne der Genossenschaft durch den Holzverkauf werden als grüne Rendite an die Mitglieder ausgezahlt und finanzieren die fortwährende Aufforstung, Pflege und den Schutz der wertvollen Wälder.













