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direct/ BVDW: Boomende Digitale Wirtschaft verzeichnet akuten Personalmangel

15.03.200713:22 UhrIT, New Media & Software

(openPR) Online-Werbeumsätze klettern 2006 auf mehr als 1,9 Milliarden Euro

Hannover, 15. März 2007. Das Wachstum der Digitalen Wirtschaft hat sich 2006 weiter beschleunigt. Die Umsätze in den Kernbereichen E-Commerce, Online-Werbung und Internet-/Multimedia-Dienstleistungen sind zum Teil rasant gestiegen. So kletterten die Umsätze des gesamten Online-Werbemarktes auf mehr als 1,9 Milliarden Euro. Die Kehrseite der positiven Entwicklung: Der Fachkräftemangel hat sich in den letzten Monaten dramatisch zugespitzt. Zu diesen Ergebnissen kommt der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V., der heute auf der CeBIT wichtige Branchenindikatoren vorgestellt hat. Bereits vor fünf Jahren hatte der Verband diese Entwicklung vorhergesagt. Auswege aus dieser für die Branche dramatischen Entwicklung sollen nun im Rahmen einer großangelegten Initiative unter Beteiligung verschiedener Bildungsträger, Markteilnehmer und der Öffentlichen Hand gefunden werden. BVDW-Präsident Arndt Groth prangerte zudem die Flut von Regulierungen sowie nationale Insellösungen des Gesetzgebers an, durch die deutsche Unternehmen im internationalen Wettbewerb deutlich schlechter gestellt sind.



Online-Vermarkter erwarten 2007 mehr als 2,5 Milliarden Euro Umsatz

Die Umsatzzahlen sprechen eine deutliche Sprache. Während das Wachstum im E-Commerce-Endkundengeschäft 2006 (16,3 Milliarden Euro) mit gut zwölf Prozent gegenüber 2005 (14,5 Milliarden Euro) noch vergleichsweise moderat ausgefallen ist, sind die Umsätze im gesamten Online-Werbemarkt im letzten Jahr regelrecht explodiert. Mehr als 1,9 Milliarden Euro Brutto-Werbeumsätze wurden mit klassischer Online-Werbung, Suchwort-Vermarktung und Affiliate-Marketing generiert. Das entspricht einer Steigerung von 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Eine Entwicklung, die selbst die Experten überrascht. "Natürlich haben wir alle gehofft, dass der Anteil am Werbemarkt sich der tatsächlich Nutzungsintensität der Online-Medien weiter angleicht", so Paul Mudter (InteractiveMedia CCSP GmbH), Vorsitzender des Online-Vermarkterkreises (OVK) im BVDW. "Dass wir allerdings derart rasant aufholen zeigt, dass die Werbetreibenden das Internet immer mehr in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten rücken." Für 2007 prognostizieren die Experten ein Volumen von mehr als 2,5 Milliarden Euro Brutto-Werbeumsätze, das entspräche einem Zuwachs von 33 Prozent.

Nutzungsintensität und mobile Medien treiben Wachstum weiter an

Von dieser erfreulichen Entwicklung profitieren jedoch nicht allein die Vermarkter, auch die Internet-und Multimedia-Dienstleister konnten ihre Umsätze im vergangenen Jahr deutlich steigern. Mit durchschnittlich rund 18 Prozent Umsatzzuwachs im letzten Jahr laufen die Agenturen und Dienstleister der Branche zurzeit immer noch auf Hochtemperatur. Das ergab ein aktuelles Stimmungsbild, das der BVDW bei den Unternehmen eingefangen hat. "Die Auftraggeber haben ihre Zurückhaltung aufgegeben und sind wieder investitionsfreudiger und mutiger geworden", weiß BVDW-Vizepräsident Ravin Mehta (Pixelpark AG) zu berichten. Die Entwicklung ist dabei jedoch nicht allein auf die sogenannten Web2.0-Anwendungen zurück zu führen. "Zweifellos hat das der Branche einen ordentlichen Schub gegeben", urteilt Branchenkenner Ravin Mehta. "Das Wachstum hängt aber auch mit der zunehmenden Verfügbarkeit des mobilen Internets und den neuen Möglichkeiten zusammen, die sich aus der Erhöhung der Übertragungskapazitäten ergeben. Auch Streamingtechnologien und IPTV werden in ihrer Bedeutung in diesem Jahr ganz sicher weiter zulegen." Interessant wird aus seiner Sicht auch zu beobachten sein, inwieweit sich die veränderten Nutzergewohnheiten (Blogs, Podcasts, Gaming, Communities, Virtualisierung) insbesondere der jüngeren Generation bereits 2007 kommerzialisieren lassen.

Mit konkreten Maßnahmen den Fachkräftemangel in den Griff bekommen

Im Fahrwasser der gestiegenen Umsätze konnte die Branche im vergangenen Jahr auch wieder viele neue Arbeitsplätze schaffen. Sowohl die börsennotierten Unternehmen als auch das Gros der Dienstleister hat in erheblichem Maße neues Personal eingestellt. Die vorläufigen Ergebnisse einer derzeit laufenden Befragung unter den Agenturen und Dienstleistern verdeutlicht das eindrucksvoll. Demzufolge ist die Zahl der Festangestellten durchschnittlich um 24 Prozent gestiegen. "Leider verdecken diese Zahlen, was die Branche derzeit am meisten beschäftigt, nämlich der eklatante Mangel an geeigneten Fachkräften", fasst BVDW-Vizepräsident Harald R. Fortmann (Advertising.com Deutschland GmbH) die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zusammen.

In der Tat beurteilen die Unternehmen die Suche nach geeignetem Personal als zunehmend schwierig, das zeigt die Vorab-Analyse der Dienstleisterbefragung. "Als Verband stehen wir hier in der Pflicht, Beteiligte und Betroffene an einen Tisch zu holen, um nach Lösungen zu suchen", so Fortmann, der wie nicht wenige Führungskräfte der Branche selbst als Dozent tätig ist, weiter. "Allein nach der Politik zu rufen, hat sich als wenig effektiv herausgestellt. Wenn sich schnell etwas ändern soll, werden wir eigene Wege finden müssen." Der BVDW wird vor diesem Hintergrund eine großangelegte Initiative unter Beteiligung verschiedener, privatwirtschaftlicher wie öffentlicher Bildungsträger, der Marktteilnehmer sowie anderer Organisationen und der Öffentlichen Hand starten.

Schlechtere Wettbewerbsposition durch Überregulierung und deutsche Sonderwege

BVDW-Präsident Arndt Groth (ePages Software GmbH) erinnert in diesem Zusammenhang noch einmal daran, dass die Versuche, auf politischer Ebene Maßnahmen in Gang zu setzen, mit dem der beschriebenen Entwicklung im Zusammenspiel mit der Wirtschaft hätte entgegengewirkt werden können, bisher keine sichtbaren Ergebnisse gebracht haben. "Leider müssen wir feststellen, dass der Gesetzgeber sowie andere politische Entscheidungsträger auch in anderen Bereichen nicht gerade als Unterstützer der Digitalen Wirtschaft in Erscheinung tritt", bemängelt Arndt Groth. "Am deutlichsten zeigen das die Ausweitung der GEZ-Gebühren auf Unternehmen und Freiberufler, das starre Festhalten an einem anachronistischen Rundfunkstaatsvertrag sowie die populistische Debatte um die Speicherung von Verbindungsdaten." Die Branche sei hier mit Hinblick auf die Themen IPTV und Mobile TV auf wichtige grundsätzliche Klarstellungen im Sinne eines fairen Wettbewerbs angewiesen. "Doppelregulierungen, etwa durch die E-Commerce-Richtlinie und die Fernsehrichtlinie zeigen, dass die Politik hierzulande zu wenig beziehungsweise zu zaghaft Einfluss auf Binnenmarktregelungen nimmt und dann sogar dazu neigt, die EU-Vorgaben zu 120 Prozent zu erfüllen", konstatiert Groth. "Besonders absurd nimmt sich das neue Telemediengesetz aus, das nicht auf die kommende EU-Fernsehrichtlinie zugeschnitten ist und beispielsweise Spamming in Deutschland unter Strafe stellt, während die Spam-Attacken zu über 90 Prozent aus dem Ausland kommen, was für jeden E-Mail-Nutzer offensichtlich ist."

Insgesamt würden die politischen Entscheidungsträger die Wettbewerbsposition deutscher Unternehmen im internationalen Kräftemessen eher schwächen. "Wer wie Herr Glos im Mobile TV einen echten Wachstumsmarkt erkannt hat, was im Kern zutreffend ist, der muss auch seine politischen Entscheidungen darauf ausrichten", fordert BVDW-Präsident Arndt Groth. "In erster Linie gilt es dann, freien Wettbewerb zu ermöglichen und nicht durch restriktive Rahmenbedingungen Wachstumschancen im Kein zu ersticken." Viele Marktteilnehmer würden derartige Lippenbekenntnisse inzwischen nicht mehr Ernst nehmen. "Die Politik wird heute mehr denn je an ihren Taten, nicht an ihren Worten gemessen", resümiert Groth. "Der Nachholbedarf für die Entscheidungsträger ist immens. Wir hoffen, dass mit der EU-Ratspräsidentschaft auch tatsächlich einiges geschieht."

Kontakt:
Christoph Salzig, Pressesprecher
Tel. 0211 60 04 56 -26, Fax: -33
Mobil 0177 8 52 86 16
E-Mail

Über den BVDW:
Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. ist die Interessenvertretung aller am digitalen Wertschöpfungsprozess beteiligten Unternehmen.

Der BVDW steht im ständigen Dialog mit Politik, Öffentlichkeit und anderen Interessengruppen (Verbraucherorganisationen, andere Branchenverbände etc.), um ergebnisorientiert, praxisnah und effektiv die dynamische Entwicklung der Branche zu unterstützen.

Zudem bietet der BVDW ein Expertennetzwerk, das Unternehmen und Interessierten innerhalb wie außerhalb der Branche schnell und gezielt Antworten auf konkrete Fragestellungen rund um die Lösungen der Digitalen Wirtschaft liefert.

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