(openPR) Klausur-Aufsichtspersonal verbietet Student Gang zur Toilette
So rasch werden einige Medizin-Studenten der Freiburger Universität ihre jüngste Klausur nicht vergessen können. Die übertriebene Dienstbeflissenheit des Aufsichtspersonals hatte sie dabei zu Zeugen eines “menschenunwürdigen” Vorfalls gemacht: Ein behinderter Kommilitone musste im Hörsaal in die Trinkflasche einer Mitstudentin pinkeln, weil ihm der Gang zur Toilette verweigert worden war. Die Leitung der Medizinischen Fakultät bedauert diesen Vorfall „außerordentlich“. Bei dem betroffenen Studenten wollen sich die Universität sowie alle dafür verantwortlichen.
Es passierte vergangenen Donnerstag, Kurz nach elf Uhr im so genannten HNO - Hörsaal der Medizinischen Fakultät. Rund 120 Studenten hatten eine einstündige reguläre Klausur zu absolvieren, drei Personen, zwei Frauen und ein Mann, sollten sie dabei beaufsichtigen. Ehe die Medizin-Studenten sich ihrer Klausur-Aufgaben widmen konnten, wurden ihnen die Vorschriften bekannt gemach, unter denen die Prüfung stattfinden sollte. Eine besagt, dass keiner der Studierenden vor Ablauf der 60-minütigen Frist den Hörsaal verlassen dürfte. Sonst sei für ihn die Klausur als „ungültig“ bewertet.
Bereits beim Verlesen der Vorschriften kam es zu einem Zwischenfall : Ein 27-jähriger Student aus dem Sauerland, der seit sieben Jahren infolge eines Unfalls beim Sportklettern an einer Behinderung leidet, meldete sich beim Aufsichtspersonal, um darauf hinzuweisen, dass er wegen seiner Erkrankung voraussichtlich nicht in der Lage sei, eine Stunde lang nicht auf die Toilette zu gehen. Der Student, der mit Gehstöcken zur Klausur gekommen war, wurde daraufhin gefragt, ob er ein ärztliches Attest zu seiner Erkrankung vorweisen könne. Als der Student diese Frage verneint hatte, geriet es zwischen den Beteiligten zur Hängepartie, was im Falle eines Falle passieren würde.
Nachdem allerdings 45 Minuten der Klausur verstrichen waren, meldete sich der Student bei einer in seiner Nähe befindenden Person, die mit der Aufsicht der Prüfung beauftragt war. Dabei soll er gesagt haben, er fühle sich außer Stande, auch nur noch für ein paar Minuten den nötig gewordenen Gang zur Toilette hinaus zu zögern. Deshalb bitte er den männlichen Beaufsichtiger, ihn dorthin für kurze Zeit zu begleiten. Man antwortete ihm, es sei wegen der Klausurvorschriften unmöglich, seiner Bitte nachzukommen.
Mehrfach soll der Student daraufhin gebeten haben, man möge doch Einsicht walten lassen, denn er befände sich nun in der extrem peinlichen Notlage, in die Hosen zu urinieren.
Doch die drei Aufsichtspersonen weigerten sich beharrlich, dem Drängen nachzugeben. Im Hörsaal entstand beträchtlichen Unruhe, mehrere Studierende protestierten lautstark gegen die fehlende Einsicht des Aufsichtspersonals. Plötzlich erhob sich eine Studentin von ihrem Platz, ging mit ihrer Trinkfalsche zum im Saal angebrachten Waschbecken, entleerte sie dort und überreicht sie ihrem Kommilitonen.
Der Wiederum wusste sich nicht mehr anders zu helfen, als sich gegen die Rückwand des Saales zu wenden und die Flasche zu pinkeln, Unmittelbar nach der Klausur verfasste der Student Beschwerde-Briefe and die beiden Lehrbeauftragten der Medizinischen Klinik, den Dekan und den Studiendekan. Empörte Kommilitoninnen des Studenten meldeten sich in der Redaktion des „Sonntag“, und schilderten den Vorfall. „Das ist ein Extremfall, bei dem der gesunde Menschenverstand ausgesetzt hat“, kommentierte auf Anfrage Hermann J. Schmeh vom u-asta-Vorstand.
Stellvertretend für die gesamte Universität will sich nun die Medizinische Fakultät diesem Vorfall stellen, der laut einer Erklärung ihres Studiendekans, Professor Rudolf Korinthenberg, „menschenunwürdig“ und „außerordentlich“ zu bedauern sei: „So etwas darf trotz der gebotenen Strenge bei der Aufsicht von Klausuren nie wieder vorkommen. Dieser Vorfall ist nur durch die Unkenntnis der Aufsichtsperson zu erklären, denen nicht rasch genug klar geworden ist, dass der Student and einer Blasenfunktionsstörung leide.“
Morgen ist der Medizinstudent bei Professor Korinthenberg eingeladen. Der Studiendekan sowie die inzwischen den Vorfall bedauernden Aufsichtspersonen wollen sich bei ihm entschuldigen.
Der vollständige Artikel steht unter: http://www.fernstudium-magazin.de/index.php/oeffentliche-demuetigung-eines-studenten-in-freiburger-uni/ zur Verfügung.
Fernstudium-Magazin.de
Michael Schulte
Postfach 11 16
D-59701 Arnsberg
Email: schulte [at] fernstudium-forum [punkt] de
www.fernstudium-magazin.de
Fernstudium Magazin ist ein informelles Medium in welchem Studieninteressierte zusammengetragene Neuigkeiten, Berichte und Meldungen aus Europäischen Weiterbildungsportalen zu folgenden Themen finden:













