(openPR) Oktober 2022 |
Etwa 9,2 Kilogramm Schokolade […] essen Deutsche laut einer Studie des WWF durchschnittlich im Jahr. Der größte Anteil des verwendeten Kakaos dafür ist Konsumkakao. Auf dem Weltmarkt wird zwischen Konsumkakao und Edelkakao unterschieden. Der Unterschied zwischen Konsum und Edelkakao ergibt sich aus der Kakaosorte und ihrer Herkunft. Edelkakao hat ein charakteristisches Aromaprofil und kommt selten in der Natur vor. Nur etwa 5,5 % der Welternte sind Edelkakaos. Was ihn so besonders macht ist nicht nur der feinaromatische Geschmack, sondern auch die nachhaltige Anbauweise im Agroforstsystem, d.h. der Edelkakao wächst zusammen mit anderen Nutzpflanzen, wie z.B. Mangobäumen und Bananenstauden. Dadurch bleibt der Regenwald erhalten.
»Entscheidend für die nachhaltige Produktion von Kakao ist der Anbau von vielschichtigen Agroforstsystemen. Anders als bei Monokulturen werden die Kakaobäume hier mit verschiedenen Nutzpflanzen angebaut und wachsen in ihrem Schatten, sodass kein Wald dem Bau von Plantagen weichen muss«, sagt Michelle Neuhaus, Projektleiterin für Südamerika beim WWF Deutschland.
Keine Entwaldung
Wie verheerend Entwaldung sein kann, zeigt eine Auswertung der Entwaldungsraten für verschiedenste Produkte die zeigt, dass zwischen 2007 und 2017 in Ecuador rund 30.000 Hektar Wald abgeholzt wurden, um Kakaoplantagen anzulegen (Pendril et al. 2020). Für die Anpflanzung von Kakao muss kein Wald abgeholzt werden. Wird die Plantage als Agroforstsystem aufgebaut, können sogar auf vorherigen Kuhweiden produktive Kakaoplantagen etabliert werden. Dabei wird die Diversität sogar erhöht. So können sie als Verbindungsflächen von Wildlife Korridoren dienen. Für diese Art des Kakaoanbaus hat sich die Firma Rausch in Costa Rica entschieden. Auf einer ehemaligen artenarmen Kuhweide wird Edelkakao zusammen mit über 37 verschiedenen Baum,- Strauch und Nutzpflanzenarten angebaut. So ist aus den Weideflächen ein vielfältiges, artenreiches Agroforstsystem entstanden. Die eigene Edelkakao-Plantage von Rausch befindet sich in Tres Equis, Turrialba.
Auswirkungen des Klimawandels
Agroforstsysteme können die Auswirkungen des Klimawandels abdämpfen, weil sie ihr eigenes Mikroklima erzeugen. Der Klimawandel wird einen großen Einfluss auf die globale Kakaoproduktion haben. Studien zufolge werden Teile der westafrikanischen Anbaugebiete, aus denen heute 75 Prozent der Welternte kommen, schrittweise bis 2050 nicht mehr für den Anbau der heutigen Kakaosorten geeignet sein, wenn keine Maßnahmen zur Anpassung unternommen werden (Schroth et al. 2016). Umso wichtiger ist es zu wissen, wie die einzelnen Kakaosorten auf unterschiedliche Umweltbedingungen reagieren. Auf der Rausch Plantage werden die Erntepeaks neu gezüchteter Sorten dokumentiert. Rausch Edelkakao-Expertinnen Frau Dr. Christina Rohsius sowie Frau Dr. Elsa Hegmann haben dazu Untersuchungen erhoben und diese auf der MOCCA Konferenz präsentiert. Die Kakaosorten zeigen individuelle Erntepeaks auf. »Zu wissen, wann welche Erträge bei welchen Anbau- und Klimabedingungen zu erwarten sind, wird für die erwarteten klimabedingten Veränderungen eine entscheidende Rolle spielen. Diese Daten im Feld unter realen Bedingungen zu erheben, ist deshalb enorm wichtig. So kann über die Wahl der Anbaumethode und der Zusammensetzung der Kakaosorten prognostiziert werden, ob der Kakaoanbau auch in kritischen Regionen ökonomisch wie ökologisch nachhaltig durchführbar ist«, so Frau Dr. Christina Rohsius, Kakaoexpertin und Biologin bei Rausch.












