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Vor Start des Tankrabatts: Kraftstoffpreise ziehen im Mai noch einmal an

01.06.2022 • 13:23 Uhr • Energie & Umwelt
Bild: Vor Start des Tankrabatts:  Kraftstoffpreise ziehen im Mai noch einmal an
Städteranking der Spritkosten für Mai 2022.  (© © infoRoad GmbH / Clever Tanken)
Städteranking der Spritkosten für Mai 2022. (© © infoRoad GmbH / Clever Tanken)

(openPR)

  • Auswertung von Clever Tanken zeigt: Super E10 rund 9 Cent, Diesel rund 1 Cent teurer als im April
  • Super E10 am günstigsten in Mannheim, Nürnberg und Stuttgart
  • Super E10 am teuersten in Bremen, Wuppertal und Hannover
  • Diesel am günstigsten in Dresden, Bonn und Mannheim
  • Diesel am teuersten in Wuppertal, Bremen und Hannover

Nürnberg, 1. Juni 2022.  Autofahrer in Deutschland mussten beim Stopp an der Tankstelle im Mai oft die Nerven behalten. Denn bevor die temporäre Senkung der Spritsteuern zum heutigen 1. Juni für die kommenden drei Monate in Kraft tritt, haben insbesondere die Preise für Super E10 im vergangenen Monat noch einmal kräftig angezogen. Laut der monatlichen Auswertung des Verbraucherinformationsdienstes Clever Tanken kostete der Liter Super E10 im Mai im Bundesschnitt rund 2,0659 Euro. Das waren rund 9 Cent mehr als im April. Der Liter Diesel kostete im Mittel rund 2,0406 Euro und damit rund 1 Cent mehr als im Vormonat. Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer von Clever Tanken: „Während der Dieselpreis im Monatsverlauf weitestgehend leicht gefallen ist, ging es für Super E10 konstant aufwärts. Unmittelbar vor dem Start des von der Bundesregierung beschlossenen temporären Tankrabatts haben die Preise dann für beide Kraftstoffsorten noch einmal spürbar angezogen.“

Für vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 zahlten Autofahrer im Mai im Schnitt 495,82 Euro. Das waren rund 21,89 Euro mehr als im Vormonat und 140,09 Euro mehr als im Vorjahresmonat. Dieselbe Menge Diesel kostete im Mai rund 489,74 Euro. Das waren zwar nur etwa 2,59 Euro mehr als im April, aber rund 170,38 Euro mehr als im Mai 2021.

Ukraine-Krieg, US-Ölreserven, strenge Corona-Politik in China

Hauptursache für den starken Anstieg der Kraftstoffpreise war im Mai weiterhin der Krieg in der Ukraine. Denn scharfe westlichen Sanktionen vermindern das Rohölangebot aus Russland und verknappen damit das Ölangebot insgesamt. Zudem sorgte auch die Ankündigung der US-Regierung, strategische Ölreserven ab Herbst wieder aufzufüllen, für einen Auftrieb der Rohölpreise. Derzeit befinden sich die Reserven auf relativ niedrigem Niveau, da die USA in den vergangenen Monaten mehrfach Erdöl in den Markt geleitet hat, um den steigenden Preisen entgegenzuwirken. Dass die Preise im Mai nicht noch stärker in die Höhe geschossen sind, lag hauptsächlich an der weiterhin strengen Corona-Politik Chinas. Diese bremst nicht nur die Wirtschaft im Land selbst, sondern auch den Welthandel insgesamt und wirkt sich damit belastend auf den Ölpreis aus.

Diesel ist wieder günstiger als Super E10 

Der Preisunterschied zwischen Super E10 und Diesel lag im Mai bei 0,0253 Euro pro Liter. Damit hat sich die Benzin-Diesel-Schere gegenüber dem Vormonat um rund 8 Cent und zugunsten von Diesel vergrößert. Diesel war im Mai also im bundesweiten Monatsschnitt wieder billiger als Super E10. Zur Erinnerung: Im März und April hatte sich der Preisunterschied zwischen beiden Kraftstoffsorten zuungunsten von Diesel erstmals seit dem Start der regelmäßigen Monatsauswertungen von Clever Tanken im Juni 2012 umgedreht. 

Günstigste und teuerste Tanktage

Der teuerste Tanktag war für Super E10 Dienstag, der 31. Mai. Etwa 2,1540 Euro kostete der Liter an diesem Tag im bundesweiten Schnitt. Der Liter Diesel war mit 2,0920 Euro am teuersten am Donnertag, den 5. Mai. Am wenigsten zahlten Autofahrer hingegen für den Liter Super E10 am Mittwoch, den 4. Mai (1,9970 Euro) und für den Liter Diesel am Mittwoch, den 25. Mai (1,9850 Euro). 

Städteranking 

Beim monatlichen Preisvergleich der 20 größten deutschen Städte von Clever Tanken holte sich Mannheim im Mai den Titel der günstigsten Super-E10-Tankstadt. 2,0420 Euro kostete hier der Liter Super E10 im Monatsschnitt. Dahinter folgten auf den Plätzen zwei und drei Nürnberg (2,0441 Euro) und Stuttgart (2,0444 Euro). Die drei teuersten Super-E10-Tankstädte waren im Mai Bremen (2,0950 Euro), Wuppertal (2,0858 Euro) und Hannover (2,0854 Euro). Für vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 bezahlten Autofahrer im teuren Bremen rund 502,80 Euro und damit rund 12,72 Euro mehr als im günstigeren Mannheim.

Der Liter Diesel kostete im Mai am wenigsten in Dresden (2,0124 Euro), Bonn (2,0135 Euro) und Mannheim (2,0227 Euro). Am höchsten war der Dieselpreis hingegen wiederholt in Wuppertal (2,0782 Euro), gefolgt von Bremen (2,0640 Euro) und Hannover (2,0559 Euro).

Ausblick 

Da gerade der Energiesektor durch die anziehenden Preise im Zuge des Ukraine-Konflikts besonders stark betroffen ist, hat die Bundesregierung beschlossen, Autofahrer ab heute mit einem dreimonatigen Tankrabatt zu unterstützen. Dafür wird die Energiesteuer auf Kraftstoffe hierzulande deutlich und auf das in der EU erlaubte Mindestmaß gesenkt. Für Benzin sinken die Steuersätze um 29,55 Cent je Liter, für Diesel um 14,04 Cent. Auf diese wegfallenden Beträge wird zudem auch keine Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent fällig. Dadurch sollen die Preise für Benzin um rund 35,2 Cent pro Liter und für Diesel um etwa 16,7 Cent fallen. 

„Viele Marktbeobachter sind davon ausgegangen, dass die Preise erst in den kommenden Tagen sukzessive fallen würden. Denn die Preise hängen unter anderem auch davon ab, wie stark die Tankstellen noch bevorratet waren, also noch zu den bisherigen Steuersätzen eingekauft haben. Allerdings haben wir festgestellt, dass viele Tankstellen bereits kurz nach Mitternacht zum heutigen 1. Juni die Preise deutlich gesenkt haben“, erläutert Steffen Bock.

Dennoch – und auch mit Blick auf die „Driving Season“ anlässlich der Pfingstferien im Juni – empfiehlt Steffen Bock Autofahrern weiterhin, die Kraftstoffpreise entlang geplanter Fahrtrouten regelmäßig zu vergleichen oder wiederkehrend genutzte Tankstellen dauerhaft im Blick zu behalten. „Über Apps, das Navigationsgerät oder das Internet lassen sich die günstigsten Tankstellen der Umgebung ermitteln. Zudem können Tankstellen in der App von Clever Tanken als Favoriten angelegt werden. Diese Favoriten können Autofahrer dann beobachten und so günstige Tankzeiten ermitteln. Teure Autobahntankstellen sollten sie jedoch stets meiden, wenn das ohne Umwege möglich ist.“

Beachten sollten Autofahrer zudem, dass es seit langem mancherorts bis zu sechs Preisspitzen am Tag gibt – insbesondere an den Markentankstellen. Steffen Bock: „Teilweise kommt es an ein und derselben Tankstelle zu Unterschieden von bis zu 15 Cent pro Tag. Beim Vergleich aller Tankstellen einer Stadt sind innerhalb von 24 Stunden auch schon mal bis zu 22 Cent drin.“ Günstige Tankzeiten bieten sich oft im Zeitraum zwischen 8 und 10 Uhr, 12 und 13 Uhr sowie 20 und 22 Uhr. Allerdings sind Abweichungen von diesen Regeln immer möglich.

 

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