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Unethische Lust auf Fleisch - Warum der Fleischkonsum sinken muss

03.11.202109:39 UhrEnergie & Umwelt
Bild: Unethische Lust auf Fleisch - Warum der Fleischkonsum sinken muss
Das Gründerinnenteam von Tenetrio setzt auf Insekten als Proteinquelle (© Darius Ramazani Photography)
Das Gründerinnenteam von Tenetrio setzt auf Insekten als Proteinquelle (© Darius Ramazani Photography)

(openPR) 352 Millionen Tonnen Fleisch werden weltweit jährlich erzeugt, Tendenz steigend. Das rechnen der BUND und die Heinrich-Böll-Stiftung in ihrem „Fleischatlas 2021“ vor. Der hohe Fleischkonsum in den Industrieländern gilt laut einer Studie des BUND als einer der wesentlichen Gründe für die voranschreitende Klimaerwärmung. Abhilfe können Insekten als nachhaltige Proteinquelle schaffen – diese sind aber in der westlichen Welt noch mit Vorurteilen behaftet. Ein Start-Up für Hundefutter auf Insektenbasis will diese abbauen.

Fleischproduktion frisst Flächen

Laut FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) werden weltweit mehr als 19 Milliarden Hühner, 1,4 Milliarden Rinder und jeweils eine Milliarde Schweine und Schafe gehalten. Diese Tiere benötigen Fläche und Futter. Von den ungefähr fünf Milliarden Hektar weltweit verfügbarer Landwirtschaftsfläche werden schon jetzt etwa 80 Prozent in Form von Weide- oder Ackerland allein für die Tierhaltung in Anspruch genommen. Und der Bedarf wächst – mit gravierenden Auswirkungen auf natürliche Lebensräume. 

So werden zum Beispiel mindestens 60 Prozent der neu gerodeten Flächen im Amazonasgebiet für Weideland und Futtermittel-Anbauflächen fruchtbar gemacht. Den größten Flächenanteil brauchen dabei nicht die Tiere selbst, sondern ihr Futter. Millionen Hektar einmaliger Lebensräume sind in den letzten Jahren durch den Futtermittelanbau (vor allem Soja) vernichtet worden. Im Amazonasgebiet beeinflusst die Rodung der Regenwälder das Klima ganz direkt. Stirbt die ursprüngliche Vegetation ab, wird gespeicherter Kohlenstoff frei und gelangt als CO2 in die Atmosphäre. Schwerwiegend sind auch die riesigen Mengen an Methan, die von Nutztieren ausgestoßen werden. Methangas ist weitaus schädlicher für das Klima als Kohlendioxid, es heizt die Atmosphäre über 20-mal so stark auf wie CO2. 

Die Viehhaltung ist damit global für 14,5 Prozent aller Treibhausgase verantwortlich, was der Summe des gesamten Transportsektors entspricht, also aller Kraftfahrzeuge, Schiffe und Flugzeuge zusammen. 

Fleisch begünstigt den Welthunger

Weiden und Futtermittel belegen außerdem oft Flächen, die für die Ernährung der Weltbevölkerung fehlen. Allein 35 Prozent des weltweit angebauten Getreides ist inzwischen für die Tierhaltung bestimmt. In Deutschland sind es im Schnitt sogar über 60 Prozent. Die vorhandenen Agrarflächen werden in Zukunft nicht mehr ausreichen, wenn der Fleischkonsum weiter steigt. Was den Tieren gefüttert wird, fehlt dann weltweit vielen Millionen Menschen, die Hunger leiden müssen. 

Auswirkungen der Tierhaltung in Deutschland

Auch in Deutschland sind die Folgen der intensiven Nutztierhaltung spürbar. Was an die Tiere in der Viehhaltung gefüttert wird, muss in Form von Gülle oder Mist auch wieder raus aus den Ställen. Tierische Ausscheidungen enthalten unter anderem Stickstoff und Phosphor, die mit Rückständen der oft in der Massentierhaltung eingesetzten Medikamente auf die Felder ausgebracht werden und dann in Gewässer und das Grundwasser sickern. 

Ein Großteil des heute in Deutschland verzehrten Fleisches stammt aus der Massentierhaltung. Nicht selten kostet ein halbes Kilo Schweinehack im Supermarkt weniger als ein Salatkopf aus der Region. „Hinter den Tiefpreisen verbirgt sich eine Industrie, die darauf ausgerichtet ist, möglichst viel Fleisch auf möglichst kleiner Fläche in möglichst kurzer Zeit zu produzieren. Das ist unethisch. Daher müssen wir in Bezug auf unseren eigenen Fleischkonsum, aber auch in Bezug auf die Fütterung unserer Haustiere umdenken“, appelliert Sabrina Jaap, Mitgründerin des Start-Ups Tenetrio, das auf einen fleischlosen Weg in der Hundefütterung setzt.  „Wir finden es nicht vertretbar, auf Kosten der Milliarden Nutztiere und des Weltklimas Fleisch zu produzieren, das dann zum Teil an Haustiere verfüttert wird, obwohl es mit Insekten Alternativen gibt, die gleichzeitig auch eine Lösung für den Welthunger bedeuten.“ 

Die Proteinlücke schließen mit Insekten

Insekten bieten neben entsprechenden pflanzlichen Lebensmitteln (vor allem Getreide und Hülsenfrüchte) einen nachhaltigen und gesunden Ausweg, dem hierzulande allerdings noch mit Skepsis begegnet wird. Ein erster Schritt kann es sein, sich an Insekten als Nahrungsmittel zu gewöhnen, indem sie im Napf des eigenen Hundes landen: Ina Henkel, Ernährungswissenschaftlerin und Mit-Gründerin von Tenetrio ist von den Vorteilen einer insektenbasierten Fütterung für Hunde überzeugt. „Hundefutter auf Basis von Insektenprotein ist zwar aktuell noch ein Nischenprodukt, ist aber auf dem Vormarsch. Die Fakten sprechen für sich: Insekten enthalten hochwertige Proteine mit einem vollständigen Aminosäurenprofil und versorgen die Hunde genauso wie Fleisch oder Fisch mit allen nötigen Proteinen.“ So werden Hunde nicht nur vollwertig ernährt, sondern sie sind gleichzeitig Vorreiter in einer Ernährungsrevolution, die unmittelbar vor der Tür steht und Mensch und Tier gleichermaßen betrifft. Getrocknete gelbe Mehlwürmer, wie Tenetrio sie in seinem Hundefutter verwendet, wurden von der EU gerade erstmals auch für den menschlichen Verzehr zugelassen. „Das ermuntert uns, weiter Aufklärung zu betreiben und auf die Vorteile von Insekten als Proteinquelle aufmerksam zu machen“, freut sich Ina Henkel.

Quellen:

Heinrich-Böll-Stiftung, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und Le Monde Diplomatique: Fleischatlas 2021

Food and Agriculture Organization of the United Nations: Greenhouse gas emissions from ruminant supply chains

Food and Agriculture Organization of the United Nations: Sources of Meat

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU): Klimaschutz in Zahlen

Statista: Verteilung des Getreideverbrauchs weltweit nach Verwendungsbereichen in den Jahren 2017/18 bis 2021/22

International Agency for Research on Cancer (IARC) der WHO: IARC Monographs evaluate consumption of red meat and processed meat

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