(openPR) Antibiotikaeinsatz in der Tiermedizin als Ursache von Todesfällen beim Menschen aufgrund von Resistenzen?"
Nutztierärzte sind schuld ? - Ärztefunktionäre unterstützen kritiklos EU-Grünen Antrag zum Antibiotikaverbot
„Massentierhaltung, massenhafter Antibiotikaeinsatz, Resistenzprobleme im Krankenhaus“ … das hört und liest man seit Jahren ständig in den Medien, klingt logisch, also muss es „wahr“ sein, oder?
Es ist ein bekanntes publizistisches Phänomen, dass sich Lügen zur Wahrheit wandeln, wenn sie nur ständig wiederholt werden und v.a., wenn sie dem Weltbild des Rezipienten entsprechen. Ich erinnere dabei z.B. an die „Dolchstoßlegende“ oder die Sache mit den „weapons of massdistruction“ die als Begründung für den Angriff auf den Irak herhalten musste. Hier lobe ich den Ex-Politiker Joschka Fischer, der eine Beteiligung Deutschlands verneinte mit den Worten: „Sorry, I´m not convinced …“.
Interessiert habe ich in der FAZ im Beitrag „Muss Waldi sterben?“ gelesen, dass „… zwei Drittel der Resistenzen auf Nutzung in der Humanmedizin zurückgehen.“ Ich bin hier auch nicht „convinced“ und Sie sollten einmal beim BfR nachfragen, wie es dort eingeschätzt wird.
Wenn 97 % aller MRSA-Stämme aus dem Krankenhausbereich kommen und seit vielen Jahren konstant nur 3 % der Probleme durch den Stamm 398 (einziger Stamm in der Schweinehaltung) verursacht werden, dann habe ich Zweifel an Ihrer Aussage.
Wenn bei der Anwendung von Antibiotika im Schweinebereich nur 1,7 % der Antibiotika in den Definitionsbereich „Reserveantibiotika“ fallen, jedoch 50 % des Antibiotikaeinsatzes im Humanbereich, dann brauchen wir eigentlich nicht weiter diskutieren, oder?
Warum wird der Focus ausschließlich auf die verunglimpfte „Massentierhaltung“ zentriert?
Der Grünen EU-Abgeordnete Häusling meint in seiner Pressemitteilung, "...von Heimtierhaltung geht keine besondere Gefährdung aus...". Worauf begründet er diese Idee? Seit wann differenzierten Bakterien zwischen Tierarten oder Haltungsformen bei der Bildung von Resistenzen? Und bei den Heimtieren werden durch den intensiven persönlichen Kontakt "Tier-Mensch" die Bakterien, auch resistente, ausgetauscht". Es geht nicht um die behandelte Tierart, nur um den verwendeten Wirkstoff. Chloramphenicol ist z.B. in der Nutztierhaltung seit langer Zeit VERBOTEN, nicht aber im Kleintierbereich.
Könnte es sein, dass Herr Häusling keine Probleme bei den Heimtieren, jedoch bei der „Massentierhaltung“ sieht, weil er auf einem Auge blind ist? Weil er mit einem Auge auf die Millionen Kleintierhalter als Wählerklientel schielt und die nicht verprellen möchte?
Dummerweise ist bei der Formulierung der EU-Tierarzneimittel-Verordnung offenbar nicht aufgepasst worden, dass es nur um die „Massentierhaltung“ gehen sollte. Hat da niemand mit dem ideologisch „nötigen Sachverstand“ Korrektur gelesen? Die Folge des Aufstands im Kleintierbereich ist natürlich unangenehm….. .
Auf der Homepage der Agrar- und Veterinär- Akademie (AVA) können Sie den interessanten Beitrag von Tierarzt Franz Josef Koch aus Giessen, in voller Länge lesen. (www.ava1.de)











