(openPR) Paketroboter aus dem Dornröschenschlaf erwecken
Nicht erst seit der Corona-Pandemie ist das Paketaufkommen weltweit deutlich gestiegen. Immer mehr Waren werden Online bestellt. Die Zahl der Sendungen nimmt unaufhörlich zu und stellt die Logistikdienstleister für gewaltige Herausforderungen.
Die Automatisierungsspezialisten der HIT Hafen- und Industrietechnik aus Wardenburg bieten hier Lösungen an. Gemeinsam mit dem Institut für technische Logistik der Hochschule Reutlingen soll ein Paketroboter weiterentwickelt werden.
„Unser Ziel ist es, ein zusätzliches Produkt zu haben, welches genau in unser Portfolio passt“, sagte Gerwin Eilers, Gründer und Geschäftsführer der HIT. Denn das Wardenburger Unternehmen hat weltweit einen Namen im Bereich der Automatisation.
Die Kooperation mit der Hochschule Reutlingen und Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Echelmeyer, dem Entwickler des Paketroboters, ist auf fünf Jahre angelegt. In dieser Zeit werden die HIT-Ingenieure die verschieden Einsatzmöglichkeiten des Roboters testen und Modifikationen ausprobieren. Möglich wäre es zum Beispiel, den Paketroboter auf die von HIT entwickelte selbstfahrende Transportplattform „move-e-star“ zu setzen und ihn so voll beweglich agieren zu lassen. „Man könnte dann zehn Container oder mehr nebeneinander stellen, die der Roboter selbsttätig in der Nacht auslädt“, erklärte Eilers. Dies wäre auch eine ideale Ergänzung zu den von HIT entwickelten vollautomatisierten Containerlagern, von denen seit 2018 bereits sechs im Bundesgebiet realisiert wurden.
Von großem Vorteil für die künftige Entwicklungsarbeit ist dabei die Tatsache, dass die HIT bereits jetzt mit zwei ursprünglichen Entwicklern des Paketroboters zusammenarbeitet.
Dr. Marco Lewandowski studierte seinerzeit bei Wolfgang Echelmeyer und promovierte im Fachbereich Logistik. Stefan Kunaschk absolvierte sein Informatikstudium ebenfalls in Bremen und entwickelte die Software für den Roboter.
Wolfgang Echelmeyer entwickelte das Gerät zwischen 2003 und 2006 am Bremer Institut für Produktion und Logistik GmbH (BIBA) der Universität Bremen. Die Entwicklung wurde von Deutsche Post DHL Group geleitet, das Robotersystem zunächst durch die ThyssenKrupp Systemengineering in Lizenz gefertigt. „Die Maschine war damals ihrer Zeit weit voraus“, sagte Echelmeyer.
Der Paketroboter kann völlig autark Pakete aus Containern entladen. Dazu scannt das Gerät die Paketlagen mit einem 3D-Laser. „Die Lasertechnik hat den großen Vorteil, dass sie nicht auf Fremdlicht und Schatten reagiert“, erklärt Kunaschk. Ein Industriecomputer errechnet aus diesen Scan-Daten die möglichen Greifpositionen, so dass der Paketstapel möglichst effizient abgearbeitet wird und die Paketlagen dabei gleichzeitig stabil bleiben.
Die Robotereinheit sitzt dabei auf einem Gestell, das am Kopf eines Teleskopförderbandes sitzt, welches elektrisch in den Container hineingefahren wird. Der Greifarm des Roboters ist mit Sauggreifern ausgestattet, die kubische, standardisierte Pakete unterschiedlicher Größen mit einem Gewicht von bis zu 31,5 Kilogramm aufnehmen können.
„In Zusammenarbeit mit der Hochschule Reutlingen und Professor Wolfgang Echelmeyer werden wir in Kürze potenzielle Kunden ansprechen und deren Bedarf abklären“, kündigte Gerwin Eilers an. Die HIT stellt dabei auch den entsprechenden Service sicher.










