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Hedge-Fonds und Private-Equity-Gesellschaften – Kampf den Heuschrecken?

(openPR) Im Mai 2005 hat der damalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering Private Equity-Gesellschaften mit Heuschrecken verglichen, die über Unternehmen herfallen, sie abgrasen, ohne Rücksicht auf Arbeitsplätze nur ihren Profit optimieren und dann, wenn sie satt sind, einfach weiterziehen. Mittlerweile wird der Heuschrecken-Begriff im politischen Sprachgebrauch als abwertende Tiermetapher für alle neuen institutionellen Finanzinvestoren, insbesondere auch für Hedge-Fonds benutzt. Doch ist ein solches undifferenziertes Pauschalurteil wirklich angebracht?



KAISERSESCH, den 12.02.07. Es wird leicht vergessen, dass die ersten Hedge-Fonds gegründet wurden um eingegangene Risiken auszugleichen. Das englische Verb „to hedge“ bedeutet „einen Besitz mit einer Hecke zu umgeben, ihn zu befrieden“. Hedge-Fonds können z. B. mit dem Instrument Leerverkäufe auch im sinkenden Märkten Geld verdienen. Beigemischt in einem auf Wachstum ausgerichteten Aktiendepot kann das sinnvoll sein. Kursverluste in rückläufigen Marktphasen werden so kompensiert.

Die meisten der heutigen international agierenden Hedge-Fonds haben allerdings mit diesem ursprünglichen Geschäftszweck nichts mehr zu tun. Sie residieren am liebsten in exotischen Steuerparadiesen ohne Bankenaufsicht. Es geht nur noch darum das Kapital der Anteilseigner unter Inkaufnahme von Risiken spekulativ und schnell zu mehren. Regelmäßig wird die Kraft des gezeichneten Eigenkapitals noch durch bei Banken aufgenommenes Fremdkapital vervielfacht. Hierdurch wirkt ein Leverage-Effekt erwirkt. Die Fondsrendite steigt zusätzlich, wenn der erwirtschaftete Ertrag über den Fremdkapitalzinsen liegt. Allerdings gilt auch: Geht das Engagement schief, steigt der Fondsverlust noch um die zuzahlenden Zinsen. Den Anlegern drohen Totalverluste ihrer Einlagen, die Banken können ihre Kredite abschreiben.

Auch bei den Private-Equity-Gesellschaften ist eine differenzierte Betrachtung notwendig. Diese Gesellschaften beteiligen sich an anderen, vornehmlich mittelständischen Unternehmen und nehmen regelmäßig auch Einfluss auf die Geschäftpolitik. Der Einstieg ist von Anfang an nur auf Zeit angelegt. Ziel des Engagements ist es, die erworbenen Anteile gewinnbringend wieder zu veräußern. Auch Private-Equity-Gesellschaften nutzen den Leverage-Hebel und vermehren ihre Kapitalkraft durch Fremdkapital. Anders als bei den spekulativ und kurzfristig arbeitenden Hedge-Fonds bleiben sie aber mittelfristig in den übernommenen Unternehmen engagiert.

Deutschland mit seiner großen Anzahl mittelständischer Unternehmen ist für die Private-Equity-Gesellschaften ideal. Sie beteiligen sich mit frischem Geld an Untenehmen in Schieflage, ergänzen oder ersetzen das vorhandene Management mit sanierungserprobten Interim Managern und retten so Unternehmen und Arbeitsplätze. Jüngstes Beispiel ist der gelungene Turnaround der Märklin-Werke in Göppingen durch Kingsbridge Capital, einer englischen Private-Equity-Gesellschaft. Aber natürlich sind diese Gesellschaften als erstes ihren Anteilseignern verpflichtet und der Erzielung einer überdurchschnittlichen Rendite. Und weil das so ist gibt es auch negative Beispiele. Gesunde mittelständische Unternehmen, deren Eigentümer aber zerstritten sind oder kein Interesse am Geschäft haben, sind leichte Beute. Die Beteiligung von Private-Equity-Gesellschaften an diesen Gesellschaften mündet nicht selten in der Zerschlagung des Mittelständlers, der Schließung nicht so rentabler Unternehmensteile und dem Verkauf der „Filetstücke“. Nur so lässt sich das eingesetzte Kapital mehren. Auf der Strecke bleiben Arbeitsplätze. Münteferings Hauschrecken lassen grüßen.

Der Forderung nach besserer Kontrolle von Hedge-Fonds und Private-Equity-Gesellschaften kann man nur zustimmen. Ob sie an den exotischen Standorten der Gesellschaften gelingt, darf aber bezweifelt werden. Deshalb muss vorerst etwas anderes helfen: Gefragt im Umgang mit Hedge-Fonds und Private-Equity-Gesellschaften sind mündige Konsumenten, die nicht jedem Renditeversprechen blindlings vertrauen, gefragt sind Unternehmererben, die auch ihre Verantwortung für die Arbeitsplätze in den ererbten Unternehmen nicht vergessen und letztlich sind verantwortliche Blanken notwendig, die den unseriösen Finanzgesellschaften die Kredite verweigern und damit ihnen den Leverage-Hebel entziehen.

Weitere Informationen und Kontakt:

Dieter Masshoefer
Interim Manager Finance & Controlling
Steilbachstr. 13
56759 Kaisersesch

Tel.: 02653 – 8717
Mobil: 0172 – 23 25 705
Fax: 02653 – 91 24 62
E-Mail: E-Mail
Web: www.masshoefer-consulting.de

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