(openPR) Hamburgs Wirtschaftssenator Gunnar Uldall macht Druck
Hamburg - Hamburgs Wirtschaftssenator Gunnar Uldall (CDU) hat immer wieder auf die Eilbedürftigkeit der geplanten Elbvertiefung hingewiesen. Jetzt treibt er das Millionenprojekt erneut voran. Am Dienstag treffen sich in Hamburg an einem geheimen Ort auf Einladung von Uldall die Wirtschafts- und Umweltminister der betroffenen Nachbarländer, berichtet der "THB Deutsche Schiffahrts-Zeitung" (Dienstag-Ausgabe). Dabei sind neben Hamburgs Umweltsenator Axel Gedaschko (CDU) auch Schleswig-Holsteins Minister Dietrich Austermann (CDU, Wirtschaft) und Christian von Boetticher (CDU, Umwelt) sowie Hans-Heinrich Sander (Umwelt, FDP) und Staatssekretär Joachim Werren (Wirtschaft).
Wie der THB erfuhr, wird Uldall sowohl die Dringlichkeit der Maßnahmen erläutern als auch auf die Umweltaspekte des Vorhabens eingehen. Im Konsens mit seinen Kollegen will der Politiker vor allem Zeit gewinnen und das Verfahren beschleunigen. Erklärtes Ziel bleibt nach wie vor, dass erste Teilarbeiten zum Jahreswechsel begonnen werden können. Die öffentliche Auslegung der entsprechenden Projektunterlagen in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist noch für Ende Februar beziehungsweise Anfang März vorgesehen, so die täglich erscheinende Publikation.
Die Hansestadt hatte am 12. September vergangenen Jahres offiziell den Antrag auf Planfeststellung zur Vertiefung der Elb-Fahrrinne gestellt.
"Wir müssen alles tun, um die Elbvertiefung schnell umzusetzen. Der Erwartungsdruck der Reeder aus aller Welt ist sehr hoch. Die internationale Schifffahrt braucht Planungssicherheit, damit auch die größten Containerfrachter mit bis zu 12000 Boxen künftig den Hamburger Hafen anlaufen können. Sonst droht die Abwanderung der Verkehre zur Konkurrenz", hat Uldall stets betont.
Es gehe um die Sicherung von Hamburgs Zukunftsfähigkeit. Die Elbvertiefung sei von hoher wirtschaftlicher Bedeutung für die Stadt und das Umland. Die Fahrrinnen-Anpassung sei Grundvoraussetzung für die Bewältigung der erwarteten Umschlagmengen. Bis zum Jahr 2015 wird mit einer Verdopplung des Volumens auf mehr als 18 Millionen TEU gerechnet. Das Projekt sieht vor, dass die Elbe bis spätestens 2009 um einen Meter vertieft wird, damit auch Schiffe mit einem Tiefgang von 14,5 Metern den Hamburger Hafen erreichen können. Von den Gesamtkosten in Höhe von rund 330 Millionen Euro beträgt Hamburgs Anteil 100 Millionen Euro. Der Bund übernimmt 230 Millionen Euro. Für die Vertiefung der Elbe müssten rund 38 Millionen Kubikmeter Sand und Schlick aus der Fahrrinne gebaggert werden, die anschließend überwiegend im Bereich der Elbmündung wieder ins Wasser gespült werden.
Die Nachbarn und Elbanrainer Schleswig-Holstein und Niedersachsen bestehen auf einem so genannten Ausgleichsfonds, mit dem mögliche Schäden der Vertiefung auf die Elbehäfen abgemildert werden sollen. Hamburg hat sich bereits ohne "Wenn und Aber" zur Einrichtung dieses Fonds einverstanden erklärt. "Erste Priorität für die Umsetzung der Fahrrinnen-Anpassung habe die Sicherheit der Deiche", hatte Uldall erst kürzlich unterstrichen. "Ist das nicht gewährleistet, wird aus der Sache nichts", sagte er. Das Thema wird auf dem heutigen Geheimtreffen ebenso zur Sprache kommen, wie die Klärung offener Fragen zum Anstieg des Wasserspiegels oder Folgerisiken und -kosten durch Hinterlandanbindungen. Zuletzt hatte Cuxhaven mit einer Klage gegen die vor allem von Hamburg geforderte Elbvertiefung gedroht, falls nicht alle erforderlichen Unterlagen über die Auswirkungen auf den Tisch gelegt würden.
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