(openPR) Oppenheim / Rhein. Kaum nähern sich die Temperaturen langsam den Normalverhältnissen an, und die Mittelgebirge begrüßen eine Ladung des längst überfälligen Schnees, da entpuppt sich dieser Wintereinbruch schon wieder als Eintagsfliege. Da reiben wir uns verwundert die Augen und müssen den Kalender nochmals gründlich studieren. Tatsächlich, es ist Winter - laut Kalender.
Zwar fallen die morgen in der zweiten Tageshälfte durch Tief Anton aufkommenden Regenfälle anfangs in höheren Lagen ab 500 Meter noch als Schnee, doch die nachfolgende, zunächst noch leichte Erwärmung läutet erneut eine unbeständige und viel zu milde Witterungsperiode ein - als hätten wir davon in den letzten Wochen und Monaten nicht schon genug gehabt. Dies prophezeien die Meteorologen des privaten Wetterdienstes meteoXpress Ltd.
Bleiben die Tageshöchstwerte mit recht milden 7 bis 9 Grad in den Tälern bis Samstag noch im Rahmen, so leitet Dauerregen im Norden Deutschlands am Samstag verbreitet zweistellige Temperaturen um 11 Grad in weiten Landesteilen ab dem Sonntag ein. Der Winter ist damit auf nicht absehbare Zeit bei uns abgemeldet. Nicht genug damit, wird sich die Pflanzenwelt aufgrund neuerlicher Frühlingsgefühle noch weiter hervorwagen, so dass sattes Grün statt leuchtendes Weiß den Ton angeben wird.
Damit deutet sich auch für den Januar bereits jetzt eine deutlich positive Temperaturabweichung an, selbst wenn in der zweiten Monatshälfte die Werte deutlich sinken sollten. Letzteres scheint aber nach dem momentanen Stand der Dinge nicht sehr wahrscheinlich.
Mit diesem Umstand scheint sich die im November geäußerte Befürchtung zu bewahrheiten, dass der im Südwesten zu nasse Oktober wie dann auch die viel zu warme erste Dezemberhälfte dagegen sprechen, dass der Winter bei uns richtig Fuß fassen kann.
Doch noch könnte der Februar diesen verkorksten Winter ansatzweise rehabilitieren. Es wäre nicht die erste Überraschung dieses Winters, nachdem der bisherige Verlauf die schlimmsten Befürchtungen eines zu milden Winters übertrifft.
Bis zum nächsten Mal,
Udo Baum, Meteorologe bei meteoXpress
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