(openPR) Quirli Inc. nach einem Bericht im Handelsblatt : Mit eigenem Mobiltelefon, PDA oder einem VoiP-Telefon können die Besucher bald vor Ort die gesamte Geschichte ihres Landes digital in Bild und Ton erkunden. Und über eine drahtlose Vernetzung mit dem Nationalmuseum für Naturwissenschaften lassen sich beim Bummel über das Museumsparkett per Knopfdruck auch entfernt ausgestellte Exponate auf den Bildschirm holen. Das „virtuelle Museum“ schafft die Brücke zwischen Geschichte und Naturwissenschaft und hilft, Zusammenhänge einfacher sichtbar zu machen.
Die „Killerapplikation“ für die jungen Besucher, schmunzelt Grace Chan, Projektleiterin des Museums, komme aber erst noch: Derzeit laufen Gespräche mit Apple Computer, um Inhalte auf dem Musikshop iTunes verfügbar zu machen. IPods wird es dann auch am Museumseingang zu leihen geben. In den USA und Europa wird der klassischen Audioführer mit Kopfhörer zusehends durch Apples Kultspieler iPod ersetzt, der über einen selten genutzten Notizmodus, auch „Museum Mode“ genannt, verfügt. Ob Historisches Museum Bern oder Museum of Modern Arts New York, der Kultspieler findet immer mehr Freunde, aber auch hier gibt es genügend Kritikpunkte. Mit dem Scrollrad können Texte nicht direkt angesteuert werden (wie etwa über Zahlencodes bei Audio-Guides) und die empfindlichen Geräte sollten Kindern nicht aus der Hand rutschen. Stoßgeschützte Versionen des Kultspieler gibt es noch nicht. Trotzdem will Grace Chan vom Nationalmuseum Taipeh auch den iPod berücksichtigen. Er ist halt Kult. Die Technik sei aber nicht mehr das Problem. „Wir basteln noch an einem sicheren Verleihsystem“, sagt Chan, „damit wir die iPods nach dem Museumsbesuch auch garantiert wieder sehen.“
Das Museums-Projekt ist Teil des 2005 gestarteten Programms „Mobile Taiwan“ (M-Taiwan), das bis 2008 läuft und mit staatlichen Investitionen von rund 32 Mrd. Taiwanesischen Dollar (etwa 747 Mill. Euro) den asiatischen Inselstaat zum am besten vernetzten Staat der Welt machen soll. Interaktive Museums-Systeme liegen im Trend. Bereits 2004 entwickelte das Frauenhofer Instituts für Software und Systemtechnik (ISST) in Dortmund einen digitalen Museumsführer für Mobiltelefone mit Bluetooth. Eine Software auf dem Gerät erkennt, in welcher Halle sich der Besucher befindet und liefert passende Informationen per Knopfdruck. Das System kam im finnischen Vaprikkii Museum in Tampere zum Einsatz, aber die Kinderkrankheiten waren unübersehbar.
„Junge Besucher waren begeistert“, sagt Thomas Königsmann, Projektleiter beim ISST. Für technisch weniger erfahrene Ältere sei die Menüführung über den Handybildschirm sehr ungewohnt. Außerdem war es aufwendig, die verschiedenen Handy-Typen und Betriebssysteme zu unterstützen. Einen anderen Weg geht das „The Tech Museum of Innovation“ im kalifornischen San Jose. Dort werden „Techtags“ ausgegeben, so genannte RFID-Anstecker mit einem passiven Funk-Chip von Hitachi, der an fünfzig Exponaten – anonym – ausgelesen wird. Der Besucher erhält Informationen und kann später den Museumsbesuch im Internet auf einer Webseite noch einmal verfolgen. Bei weiteren Besuchen kann er sich dann gezielt zu Exponaten führen lassen, die er noch nicht kennt. Techtags ist noch in der Pilotphase betont Museumsdirektor Peter Frieß. Der gebürtige Münchner, der zuvor Direktor des Deutschen Museums in Bonn war, leitet seit kurzem das Vorzeigemuseum für High-Tech. Für deutsche Museen und Ausstellungen startet Anfang 2007 www.audioguide.mobi , mobile web 2.0 hält also jetzt auch in Deutschland Einzug.












