(openPR) Die Kontaktbeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie führten zu einer massiven Verlagerung vom Büro ins Homeoffice, und die Mehrheit der Angestellten freut sich über den Arbeitsplatz zuhause. Doch wie Homeoffice-fähig ist die Umgebung und wie produktiv können die Mitarbeiter sein? Welche Branchen sind die Gewinner und wie verändert es die Arbeitskultur? Sebastian Wagner, CEO von HAUSGOLD, gibt eine Einschätzung.
„Wir als Proptech-Unternehmen haben schon von Anfang an mit Tools gearbeitet, die arbeitsplatz-unabhängig sind. Abgesehen vom gängigen Mailprogramm arbeiten wir zur Kommunikation zum Beispiel mit Slack und Trello, die man auf allen Geräten mobil nutzen kann. Zugriff auf unseren Server können wir auch online bereitstellen“, so Sebastian Wagner. „Da war die Umstellung auf Homeoffice natürlich nicht so schwierig, wie zum Beispiel für Unternehmen, die mit solchen Tools vorher noch gar nicht gearbeitet haben“.
Ähnlich wie bei HAUSGOLD läuft es oft auch bei anderen Startups und jungen, agilen Unternehmen ab. Die Entwickler-Teams arbeiten vielerorts schon von vorneherein Remote, während die anderen Teams aus Marketing und Finance präsent im Office arbeiten, allerdings mit regelmäßigen Homeoffice-Tagen mehrmals im Monat. Da ist dann eher die Herausforderung, dass die Umgebung auch Homeoffice-gerecht ist und der Mitarbeiter dort auch wirklich produktiv arbeiten kann.
„Die Dynamik im Office war mir immer wichtig. Als dann Anfang des Jahres der Wunsch seitens des Teams kam, regelmäßig im Homeoffice arbeiten zu können, haben wir das direkt umgesetzt. Natürlich musste gewährleistet sein, dass auch die Umgebung zu Hause Homeoffice-fähig ist. Dann kam Corona und wir wussten schon, wie es geht. Wir waren auf Homeoffice eingestellt und daran gewöhnt. Das hat vieles einfacher gemacht“.
Eine neue Meetingkultur entsteht
Was viele Unternehmen wohl erfahren haben: Besprechungen mit Kollegen oder externen Partnern finden in Video-Calls statt und zum Beispiel Jours Fixes wurden online eingeführt, um den Informationsfluss als auch das Team-Gefühl aufrecht zu erhalten. So hat sich regelrecht eine neue Meetingkultur entwickelt: Meetings sind so nämlich insgesamt effizienter geworden, weil die Mitarbeiter für sich im Homeoffice sind. Dadurch werden alle angehalten, pünktlich zu sein, Zuspätkommer werden abgestraft. Außerdem reden die meisten viel fokussierter und berichten nur vom Wesentlichen. Um das Emotionale beizubehalten, machen manche eine virtuelle Kaffeepause zusammen.
„Zu fühlen, wie es dem Mitarbeiter geht und wie er tickt, ist im Homeoffice kaum möglich. Und es besteht die Gefahr von Mobbing – zumindest habe ich das bei anderen Unternehmen mitbekommen – eben wenn sie nicht zu Online-Meetings eingeladen wurden. Bei einer Präsenz im Office kann das weniger passieren, man kriegt mehr mit. Deshalb: Der Mix macht‘s“, so Sebastian Wagner.
Generell lässt sich sagen: Die vor der Krise in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern intensiv gepflegte Präsenzkultur dürfte auf alle Fälle vor einem Wandel stehen. Flexiblere Formen der Arbeit wie Homeoffice werden nach der Krise mehr Bedeutung haben, als dies vorher der Fall war. Auch bei HAUSGOLD wird ein Mehr an Homeoffice-Tagen beibehalten. Allerdings nicht als hybrides Modell: Entweder arbeiten alle Mitarbeiter Remote oder alle Mitarbeiter sind anwesend im Office. Ansonsten wird es schwierig mit der Kommunikation und dem Workflow.
„Daraus ergeben sich ja auch wieder ganz neue Zukunftsperspektiven: Es sind durchaus neue Arbeitsmodelle denkbar, zum Beispiel, dass man sich mit einer anderen Firma, die auch einen Mix aus Homeoffice und Präsenz auf lange Sicht befürwortet, ein Büro teilt“, so Sebastian Wagner abschließend.













