(openPR) Königsee. Es dürfte nicht häufig vorkommen, dass jemand mit 80 Jahren noch an der Spitze einer Unternehmensgruppe steht, aber der Lebenslauf von Dr. Ernst-Josef Strätling weist eine Reihe von Besonderheiten auf und zeigt auch, dass man in einem Alter, in dem sich andere längst ihrem Pensionsdasein widmen, noch neue Wege beschreiten kann.
Geboren in Geisa in der Thüringer Röhn, waren die Kinder- und Jugendjahre von der harten Kriegs- und Nachkriegszeit geprägt. Einer Lehre im väterlichen Malerbertrieb folgte eine Ausbildung zum Chemiefacharbeiter in der Lackfabrik Ilmenau. Anschließend ging Dr. Ernst-Josef Strätling nach Berlin und begann 1959 ein Studium der Chemie an der Ingenieurschule, welches er 1962 abschloss. Es folgte ein Wechsel in die Industrie zum VEB Berlin-Chemie, wo er mit Unterbrechungen bis 1992 tätig war. In den 1970er Jahren promovierte er in Dresden zum Dr. der Chemie. Bei Berlin-Chemie führte sein Weg vom Assistenten des Technischen Direktors über die Position des Forschungsleiters bis hin zum Produktionsdirektor und später zum Forschungsleiter des Großkombinates GERMED. Anfang der 1980er Jahre wurde er zum Kosmetik-Kombinat Berlin delegiert, ehe er 1985 wieder zu Berlin-Chemie zurückkehrte und dort als Bereichsleiter Chemie arbeitete.
Nach der Wende ergab sich die Möglichkeit der Rückkehr nach Thüringen. Die Verwandte seiner Frau Elisabeth (*1938 - geborene Huck aus Langewiesen) Frau Barbara Fischer (1926-2005), welche 1972 enteignet wurde, wandte sich an ihn und betraute ihn mit der Reprivatisierung von Hofmann & Sommer. Nach drei Jahren voller Anträge und Auseinandersetzungen mit der Treuhand, die das Unternehmen lieber an einen Investor aus den alten Bundesländern oder Ausland vergeben hätte, wurde der Prozess 1993 abgeschlossen.
Da Ostprodukte zu dieser Zeit kaum nachgefragt wurden, wurden er und das Unternehmen anfangs von vielen Seiten belächelt. Aber Dr. Ernst-Josef Strätling glaubte an die Produkte wie Dreierlei-Tropfen, Hingfong oder Sepso, die es ohne ihn heute vielleicht nicht mehr geben würde. Aus dem kleinen Betrieb mit 10 Mitarbeitern ist in den letzten 27 Jahren eine Unternehmensgruppe gewachsen, die heute an den Standorten Königsee, Pößneck und Berlin rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Neben den traditionellen Produkten stellt die Firma homöopathische Komplexmittel her und produziert für verschiedenste Lohnkunden im In- und Ausland schwerpunktmäßig Arzneimittel und Kosmetika „Made in Germany“.
Neben der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens unterstützt Dr. Ernst-Josef Strätling unter anderem über die Stiftung des „Wandernden Heilkräuterpreis der Stadt Königsee“ seit 20 Jahren die nachhaltige Entwicklung in der Region. Dies zeigt auch das neueste Projekt in Königsee. Vor zwei Jahren übernahm er die ehemalige Porzellanfabrik, die er nach über 10 Jahren Dornröschenschlaf seit Anfang 2019 sanieren lässt und diese in den kommenden Jahren wieder einer Nutzung zuführen möchte.
Dies zeigt, dass man auch mit 80 Jahren noch neue Ideen haben und diese auch umsetzen kann. Das wird sich bei Dr. Ernst-Josef Strätling sicher auch in Zukunft nicht ändern, denn als Unternehmer mit Leib und Seele wird er auch zukünftig an der Weiterentwicklung der Firmengruppe Hofmann & Sommer mit Weitsicht und Geschick arbeiten.
Auf diesem Weg wünschen wir alles Gute!












