(openPR) An Berliner Schulen gab es im vergangenen Jahr rund 43.030 Unfälle. Das sind gut 200 Unfälle mehr als im Jahr zuvor. Ein relativ geringer Anstieg, denn in dem Zeitraum stiegen die Schülerzahlen um rund 6.200 auf rund 363.160. Das geht aus einer Analyse der Unfallkasse Berlin hervor – der gesetzlichen Unfallversicherung für Schüler in der Hauptstadt.
Um besser vergleichen zu können, berechnet die Unfallkasse die Anzahl der Unfälle bezogen auf tausend Schüler – die sogenannte Tausend-Schüler-Quote (TSQ). Berlinweit sank die TSQ im vergangenen Jahr auf 118 – das heißt von tausend Schülern hatten 118 einen Unfall (2018: 120).
Wolfgang Atzler, Geschäftsführer der Unfallkasse Berlin, erklärt: „An jedem Schultag ereignen sich 221 Unfälle, die ärztlich behandelt werden müssen. Meist sind es zum Glück nur kleine Verletzungen ohne langfristige Beeinträchtigungen. Das spricht für einen verantwortungsvollen Umgang der Schulen mit der Sicherheit und Gesundheit der Schüler.“
Die Analyse der Unfallkasse Berlin zeigt auch, dass das Unfallgeschehen je nach Schulform stark variiert: Passiert in der Grundschule mehr als jeder zweite Unfall in der Pause, so liegt der Unfallschwerpunkt in den weiterführenden Schulen im Sportunterricht (46 Prozent). Gerade bei Ballsportarten verletzten sich die Jugendlichen häufig an Hand und Fingern.
Unfälle nach Schulformen
Grundschulen
Die Grundschulen haben rund 22.290 Unfälle gemeldet. Dabei fällt eins auf: Das Unfallgeschehen ist an den Grundschulen erheblich höher als an den anderen Schulformen. Grundschüler verletzen sich deutlich häufiger in den Pausen – beim Spielen, Toben und Rennen passiert schnell ein Unfall. Umso erfreulicher, dass die Unfallzahlen weiterhin einen Abwärtstrend zeigen: Bezogen auf 1.000 Schüler haben sich 136 im vergangenen Jahr so verletzt, dass eine ärztliche Behandlung notwendig war (2018: 140).
Integrierte Sekundarschulen (ISS)
Die Unfallquote an den Intergierten Sekundarschulen ist von 85 auf 84 pro tausend Schüler leicht gesunken. In absoluten Zahlen wurden der Unfallkasse im Jahr 2019 knapp 7.060 Unfälle gemeldet.
Gymnasien
Im letzten Jahr ist die Zahl der Unfälle an den Gymnasien leicht gestiegen: Von 1.000 Schülern hatten 83 einen Unfall (2018: 82). Absolut wurden der Unfallkasse gut 5.830 Unfälle gemeldet (2018: rund 5.670). Trotz des Anstiegs sieht die Unfallkasse aber keinen Anlass zur Sorge. Denn nach wie vor ist das Gymnasium die Schulform mit den wenigsten Unfällen. Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe haben selten Unfälle, was sich positiv auf die Unfallzahlen auswirkt.
Privatschulen
Das Unfallgeschehen an privaten Schulen hat sich nicht verändert. Von tausend Schülern mussten im vergangenen Jahr 106 ärztlich behandelt werden – genauso viele wie 2018. In absoluten Zahlen meldeten die Privatschulen rund 3.990 Unfälle.
Druckfähige Grafiken – frei für die Presse
Druckfähige Grafiken können Sie hier herunterladen: www.unfallkasse-berlin.de/presse/weitere-presseinformationen/detail/unfallkasse-berlin-unfallgeschehen-an-schulen-fast-unveraendert
Grafik 1: Unfällen im Vergleich der Bezirke; Grafik 2: Unfälle nach Schulformen, Grafik 3: Unfallschwerpunkte; Grafik 4: Verletzungen im Sportunterricht
Schulunfälle im Vergleich der Bezirke:
Unfälle pro tausend Schülerinnen/Schüler (TSQ) 2018; 2019
Marzahn-Hellersdorf 146; 141
Lichtenberg 130; 126
Treptow-Köpenick 120; 123
Neukölln 120; 123
Reinickendorf 117; 123
Tempelhof-Schöneberg 123; 122
Mitte 113; 121
Pankow 122; 118
Charlottenburg-Wilmersdorf 116; 116
Friedrichshain-Kreuzberg 117; 114
Steglitz-Zehlendorf 112; 107
Spandau 110; 105




