(openPR) Soll ich‘s wirklich machen oder lass ich’s lieber sein? Jein. Lied erkannt? Das sang schon „Fettes Brot“. Allerdings quälten die sich nicht mit der Frage was nun besser sei: das Sie oder Du? Sie duzen einfach alle. Auch IKEA hat für sich eine Antwort gefunden und duzt querbeet alle durch – von der Chefin bis zur Kundin. Aber wann ist es eigentlich ok in der Geschäftswelt zu duzen? Und wann bleibt man lieber beim Sie?
„Anke, würden Sie als Keynote bei unserer Veranstaltung sprechen?“, derartige Anfragen gibt es tatsächlich. Und die erinnern die Unternehmensberaterin Anke Tielker direkt an ihre Abi-Zeit. Ein Lebensabschnitt, in dem man ein Mischling ist – zwar schon volljährig, aber in den Augen der Lehrer*innen noch nicht erwachsen genug, um mit ihnen auf Augenhöhe zu sprechen. Nun sind diese Zeiten bei vielen von uns lange vorbei. Die Frage nach dem Sie oder Du lässt sich dennoch hin und wieder blicken – und will Antworten. Anke Tielker hat sich durchgefragt, Studien gelesen, sich selbst beobachtet, wann ich sie sich im Gespräch wohlfühlt. Die simple Antwort aus all ihren Bemühungen: es kommt drauf an.
Ob Sie besser siezen oder duzen sollten, hängt von der jeweiligen Situation ab
Es gibt Zusammentreffen, da stellt sich die Sie-oder-Du-Frage meist gar nicht erst. Beim Grillen mit Bekannten, Freund*innen oder Nachbarn zum Beispiel. Wie sieht es aber auf einer Hochzeit oder einer Beerdigung aus? Manchmal gibt der Anlass einen Rahmen vor, den wir dann auch auf unsere Ansprache übertragen. Manchmal preschen wir mit einem Du vor und stellen dann fest, dass wir vielleicht etwas mehr Distanz hätten wahren sollen. Und manchmal wirkt der Wechsel vom Sie zum Du wie ein zwischenmenschlicher Icebreaker. Wie ist es aber in Stellenausschreibungen, in Vorstellungsgesprächen, in der Kommunikation mit der Chefin oder mit Kunden*innen?
In der Geschäftswelt gilt das Siezen immer noch als Nonplusultra
Das Marktforschungsinstitut Appinio [https://www.appinio.com/de/blog/siezen-duzen] hat sich der Sache einmal angenommen und herausgefunden:
„Für 61 Prozent ist Siezen ein Zeichen von Respekt, Höflichkeit und Zurückhaltung. Am stärksten ist diese Einschätzung unter den 16- bis 17-jährigen Befragten ausgeprägt (67 Prozent), am geringsten in der Altersklasse 25 bis 34 mit 56 Prozent. Für 16 Prozent aller Befragten gibt Siezen ein Gefühl von Sicherheit und Distanz. Nur 15 Prozent empfinden die formelle Anrede als verstaubt.“
In Stellenausschreibungen zu duzen ist für Start-ups und kleine und mittelständige Unternehmen fast schon etablierter Standard. Hier will man ausdrücken, dass „wir auf Augenhöhe kommunizieren, flache Hierarchien leben und modern sind“. Vollkommen unverständlich wäre es aus Sicht von Anke Tielker als Bewerber*in das Anschreiben in Sie-Form zu gestalten. Hier kann man sagen: Du, liebes Unternehmen, hast angefangen! „Im Vorstellungsgespräch empfehle ich allerdings erst einmal die Frage zu stellen, ob das Du in Ordnung ist“, so der Coach.
Als Tipps schlägt Anke Tielker vor, das Du und Sie der Plattform und der Situation anzupassen:
„In meinen Vorträgen, Coachings und auf meiner Website sieze ich. Denn das ist die Einflugschneise für Neukunden und Interessierte, die mich noch nicht kennen. In Seminaren wird oft allen das Du angeboten. Wir duzen uns also alle fröhlich an – einschließlich der Dozentin. Sofern alle einverstanden sind. Nach dem Seminar ist vor dem Seminar: wir kehren also wieder zurück zum Sie, außer man möchte beim Du bleiben. Bei Facebook und Instagram duze ich. Einfach, weil es zu diesen Plattformen passt. Anders sah es bisher bei XING und LinkedIn aus – für diese Business-Netzwerke verwende ich das Sie. Allerdings hat XING auch gerade auf das etwas persönlichere Du umgestellt.“












