(openPR) In Niedersachsen ist die Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN Niedersachsen seit 2019 für das Beratungsangebot „Faire Integration“ verantwortlich. Geflüchtete und Drittstaatsangehörige werden über ihre Rechte als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer informiert und dadurch vor Benachteiligung und Ausbeutung auf dem Arbeitsmarkt geschützt.
[Osnabrück] In den letzten Wochen häufen sich die Negativschlagzeilen: ob Massenunterkünfte mit fragwürdigen hygienischen Bedingungen in der Fleischindustrie oder Bauarbeiter, die auf den Baustellen „wohnen“, wie kürzlich in Hannover – erschreckend viele Menschen arbeiten unter unwürdigen, teilweise rechtswidrigen Bedingungen.
Möglich wird dies durch falsche Stundenzettel, Werkverträge und Gewerbescheine für Scheinselbstständige, die somit keinem Tarifvertrag unterliegen oder die Auslagerung der Beschäftigungsverhältnisse an Subunternehmen. Werkverträge und Subunternehmen haben für Unternehmen den „Vorteil“, dass Arbeitskräfte nach den in ihrem Heimatland geltenden Lohn- und Sozialstandards entlohnt werden dürfen - und deutsche Behörden bei der Überprüfung von ausländischen Firmen an ihre Grenzen stoßen.
Betroffen von diesen prekären Arbeitsverhältnissen sind in besonderem Maße Menschen aus anderen Ländern, die häufig nur wenig über deutsche Arbeitsstandards wissen. Die Kenntnis über die eigenen Rechte und Pflichten im Arbeitsverhältnis ist aber wichtig, um sich auf dem Arbeitsmarkt sicher bewegen zu können. Sie ist auch Grundlage dafür, prekäre Beschäftigungsbedingungen zu überwinden und gute Arbeit in Deutschland zu finden. Denn nur, wer seine Rechte kennt, kann diese auch einfordern.
Hier setzt das Beratungsteam des IQ Projekts „Faire Integration“ an. In den Beratungsstellen können sowohl Personen, die sich bereits in Arbeit, Ausbildung oder Praktikum befinden, Rat zu konkreten Fragestellungen erhalten als auch diejenigen, die sich präventiv über ihre Arbeitsbedingungen informieren möchten. Das Beratungsangebot umfasst arbeits- und sozialrechtliche Themen, die direkt mit dem Beschäftigungsverhältnis zusammenhängen, z.B.: Lohn, Arbeitszeit, Urlaub, Kündigung, Krankenversicherung usw. Die Beratungsstellen unterstützen die Menschen dabei, sich vor Ausbeutung und Benachteiligung zu schützen und sich dagegen zur Wehr zu setzen. „Wir möchten Betroffene unbedingt ermutigen, sich Unterstützung zu suchen. Zwar machen wir keine Rechtsberatung, aber helfen trotzdem bestmöglich mit Rat und Tat weiter – kostenlos und selbstverständlich vertraulich“, so Winnie Akeri und Sebastian Dietz vom Beratungsteam. Die Hauptstandorte des Projekts befinden sich in Hannover und Lüneburg, das Angebot steht jedoch allen Drittstaatsangehörigen und Geflüchteten in ganz Niedersachsen offen.










