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Bevor die Industrialisierung das Gesicht der Erde in eine Fratze verwandelte

14.07.202017:06 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Bevor die Industrialisierung das Gesicht der Erde in eine Fratze verwandelte
Hagia Sophia  (Foto v. Marcus Schütz)
Hagia Sophia (Foto v. Marcus Schütz)

(openPR) Hagia Sophia 395 – 537 – 988 – 1453 – 1934 – 2020

Während sich die Jugend Sorge um ihr Weiterleben auf unserem Planeten macht, den ihre Vorgeborenen in schamloser Weise ausgebeutet haben, plärren die Religionen weiter Hasstiraden gegen ihre Mitbewerber, gegen Verhütung und Abtreibung in den Äther und protegieren den Kinderreichtum ihrer Religionsanhänger zur personellen Stärkung ihrer Einflussnahme gegen Konkurrenzreligionen. In einhundert Jahren hat sich die Population des Menschen vervierfacht, das potentielle Wachstum scheint kein Ende zu finden. Doch ein angenehmes, ökologisch vertretbares und ökonomisch für alle sinnvolles Leben kann allenfalls auf unserem Planeten geführt werden, wenn die Population vielleicht wieder den Stand von 1913 erreicht, dem Stand bevor die Weltkriege Mensch und Natur in ungekannter Weise dahinmetzelten, dem Stand bevor die Industrialisierung das Gesicht der Erde in eine Fratze verwandelte.


Mit der Aufklärung versuchte man endlich Staat und Kirche zu trennen, im christlichen Europa: revolutioniertes Frankreich, Friedrichs Preußen, Katharinas Russland und in der islamischen Welt Atatürks Türkei. Der Religionsort Hagia Sophia, Nabel der Welt, 8. Weltwunder der Spätantike, wurde 1934 Museum und 1985 UNESCO-Welterbe.
Doch was macht die Hagia Sophia so bedeutend? Natürlich ihre Architektur, die sie zum Weltwunder und Welterbe machte. Natürlich ihre Geschichte, die mehr Europa ausdrückt, als es eine Europäische Union je zustande gebracht hätte. Natürlich ihre Sakralität, gleichwertig neben dem Tempelberg in Jerusalem und der Kaaba in Mekka. Natürlich ihr imperialer Anspruch, der Konstantinopel zur Weltstadt machte. Nach der Reichsteilung 395 in Ost- und Weströmisches Reich verebbte Rom als Stadt der Antike in Bedeutungslosigkeit und Konstantinopel als Neues Rom wurde Kaiserstadt des Byzantinischen Reiches und Herz der (griechisch-) orthodoxen Kirche. Das römische Pantheon wurde durch die Hagia Sophia abgelöst. Nach mehreren Vorbauten errichtete Kaiser Justinian I. zwischen 532 und 537 die Hagia Sophia auf dem Nabel der Welt am Schnittpunkt zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer, zwischen Europa und Asien, zwischen Orient und Okzident, zwischen Antike und Spätantike. Die Hagia Sophia wurde Sitz des Patriarchen von Konstantinopel und Krönungsstätte der byzantinischen Kaiser. Auf dem Omphalion, eine im Fußboden der Hagia Sophia mit Marmorkreisen markierten Stelle der Mitte der Welt, erhielten die angehenden Kaiser ihre von Gottesgnaden gegebene Macht.
Der heidnische Kiewer Großfürst Wladimir verliebte sich im 10. Jahrhundert in Anna von Byzanz, Schwester des byzantinischen Kaisers Basileios II. Als Wladimir um die Hand Annas anhielt, muss ihm Basileios etwa folgenden Satz an den Kopf geworfen haben: „Du alter Heide und Barbar, du bist schon mit sieben Frauen verheiratet, hast 800 Mätressen, da kannst du keine Purpurgeborene heiraten, … es sei denn, du nimmst den orthodoxen Glauben an!“
Aus Liebe zu Anna und imperialer Verbindung Kiews und Konstantinopels gegen den Erzfeind Bulgarien schubste Großfürst Wladimir 987 seine Kiewer Rus in den Dnjepr und führte mit dieser Massentaufe fortan den orthodoxen Glauben in das heidnische Russland. 988 heiratete Wladimir I. Anna von Byzanz und erhielt zum Dank die Goldmütze Schapka Monomacha. Als Konstantinopel 1453 an die Osmanen fiel, flohen viele byzantinische Kirchenmitglieder nach Russland. Der orthodoxe Glauben breitete sich in der gesamten Rus aus. Um sich vereint gegen die Goldenen Horde zu stellen und den orthodoxen Glauben zu bewahren nahm Großfürst Iwan III., der Große, 1478 den Titel Zar und Bewahrer des byzantinischen Throns an und untersetzte ihn mit dem Doppeladler der byzantinischen Kaiser. Da die Hagia Sophia weiter in osmanischer Hand ruhte, krönte sich Enkel Iwan IV. 1547/49 mit Hilfe des Metropoliten von Moskau und der Schapka Monomacha in der Mariä-Entschlafens-Kathedrale des Kremls (anstatt in der Hagia Sophia) zum ersten Zaren, Selbstherrscher über ganz Russland mit Moskau als Drittem Rom. Von nun an war es Anliegen der russischen Zaren die Krönungsstätte, das Omphalion in der Hagia Sophia, wieder in ihre Hand zu bekommen. Als Katharina II. 1774 die Krim im Russisch-Türkischen Krieg den Osmanen abgerungen hatte, waren die Russen Konstantinopel so nahe wie nie zuvor. Eine Pest-Epidemie, die auch die Soldaten drastisch dezimierte und Katharinas Gier nach dem Amsterdam-Diamanten, den sie durch die Plünderung der Kriegskasse und unter Mithilfe von Fürst Orlow in ihre Hand bekam, vereitelte den Weg zur Hagia Sophia. Das Mittelalter hinter sich, den aufgeklärten Absolutismus in der Tasche entsagte Katharina der verstaubten Zarenmütze Schapka Monomacha und ließ sich anstatt mit einer von tausenden Diamanten überschütteten Krone aus der Schweiz, nach europäischer Fasson krönen. Schon jetzt gehörte die Hagia Sophia eigentlich in ein Museum, musste aber noch 172 Jahre auf den aufgeklärten Atatürk warten.
Der Sturz Konstantinopels 1453 läutete aber auch das Ende des Mittelalters ein. Die islamische Expansion trug auch Wissenschaft und Medizin in ihrem Rucksack und beflügelten Europa zur Wiedergeburt, das Zeitalter der Renaissance war angebrochen.
Mit Erdogans Anmaßung ist der Zorn der orthodoxen Kirche sowohl in Griechenland, als auch in Russland, Bulgarien, Serbien, Mazedonien, Rumänien aufgeflammt. Ein Zorn, der Europa aber auch stärken könnte, täte man sich an die gemeinsame europäische Geschichte mit Aufklärung und Säkularisierung erinnern und würde den Abstand zur wieder islamisierten Türkei und selbstsüchtigen USA vergrößern.
Marcus Schütz, promovierter Biologe und Heilpraktiker
https://spica-verlag.de/book-author/schuetz-marcus/

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