(openPR) Bäume sorgen in unseren Städten für Wohlbefinden, spenden Schatten und sind oft ein Ort der Ruhe und Erholung. Während bei den Ästen die Wuchsrichtung gut zu erkennen ist, wachsen die unterirdischen Wurzeln unbemerkt in alle Richtungen, was am Ende zu massiven Schäden führen kann. Wer übernimmt hierfür die Kosten?
Auf der Suche nach Wasser können Wurzeln in die unterirdische Infrastruktur einwachsen und dort Schäden verursachen, deren Kosten nicht unerheblich sind. Urbanisierung und Nachverdichtung sowie undichte Rohrverbindungen und Hohlräume können dazu führen dass Wurzeln in Kanäle und Leitungen einwachsen. Gerade in älteren Leitungen genügt ein Haarriss, um den zunächst feinen Wurzelhärchen Eintritt zu verschaffen. Die Verknappung der Ressource Wasser verschärft das Problem, insbesondere in den Städten.
Wie schnell und in welche Richtung Wurzeln wachsen hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hierzu gehören die Bodenverhältnisse, sowie Nährstoffe, Wasser, Porengröße, dem Standort, ob sie allein oder in Gruppen stehen und dem Wurzelsystem des Baumes ab.
Ist das Kanalrohr erst einmal erobert kann es soweit kommen, dass beispielsweise das Rohr völlig mit Wurzeln zugewachsen ist. Spätestens dann kann es zu einem Rückstau des Wassers zum Haus kommen. Die Sanierungskosten sind dann in aller Regel recht hoch. Das Rohr muss befreit, die Wurzeln herausgefräst und der Kanalabschnitt saniert werden. Hat eine Wurzel einmal Eintritt in ein Kanalrohr gefunden hat, dann nimmt die Sache ihren Lauf. Mancherorts haben Wurzeln schon Mauern durchbohrt, Wände und Garagen angehoben. Bekommen Mauerwerke und Wände Risse muss gegebenenfalls ein Architekt oder Gutachter die Statik prüfen. All das kann zu hohen Kosten führen.
Ein Kanal mit einwachsenden Wurzeln ist im Sinne von DIN 1986-100 undicht und muss saniert werden, unabhängig davon ob es einen tatsächlichen Rückstau gibt oder nicht. Daraus ergibt sich häufig ein hoher finanzieller und technischer Aufwand. Für die Kosten, die durch die Wurzelschäden entstehen, haftet in der Regel der Eigentümer des Baums. Um nicht auf den Kosten der Sanierung sitzen zu bleiben, ist es hilfreich herauszufinden von welcher Baumart oder Gattung die Wurzeln stammen. Das lässt sich mit einer genetischen Analyse herausfinden. In einem mehrschrittigen Prozess wird das genetische Material, die DNA der Wurzel verglichen mit der DNA von Bäumen, die im Umkreis von 15-20 Meter um die Schadstelle stehen. Dadurch ergibt sich dann der Rückschluss, wer Eigentümer des schädigenden Baumes ist.
Ist durch die Untersuchung der Wurzeln der Eigentümer ausgemacht, so sollte man den Eigentümer des Baumes ansprechen. Kommt es hier zu keiner Einigung ist juristischer Rat gefragt, um nicht auf den hohen Sanierungskosten sitzen zu bleiben. Im Sinne der nachbarschaftlichen Beziehung empfiehlt sich aber immer zunächst das Gespräch mit dem Nachbarn zu suchen.











