(openPR) Der Besuch in einer Arztpraxis ist für die meisten Menschen kein Grund zur Freude. Die körperliche Verfassung ist schlecht, das Wartezimmer voll und weder die eigene Stimmung noch die der anderen Anwesenden ist sonderlich gut. Im Krankenhaus ist die Situation ernster, die Sorgen und Ängste entsprechend größer. Entsprechend schlecht ist auch die Bereitschaft zur Kooperation. Und sie sinkt mit zunehmendem Unmut.
Nachdrücklich, aber mitfühlend
Die Mitarbeit des Patienten ist für den Erfolg der Behandlung unverzichtbar. Schon eine einfache Untersuchung wird ohne Kooperation zu einer wahren Tortur – für alle Beteiligten. Umfangreichere Anwendungen oder gar Therapien sind kaum noch durchführbar. Selbst dann, wenn sich das medizinische Personal trotzdem zum Handeln entschließt, werden die Erfolgsaussichten durch eine negative Haltung des Patienten deutlich verringert.
Den meisten Menschen ist durchaus bewusst, welchem Zweck eine Behandlung oder Untersuchung dient. Und sie erkennen auch den Nutzen. Aber sie möchten ermutigt werden, aufgefordert und bestärkt. Andere wollen davon überzeugt werden, dass ihre Kooperation einen Nutzen hat. Verringert sich das Leid? Werden die Symptome gelindert? Wird eine Erkrankung gar vollständig geheilt?
Um zu überzeugen, bedarf es deshalb neben Empathie auch eines gewissen Nachdrucks. Das erklärte Ziel im Umgang mit renitenten Patienten ist es, zur Mitarbeit zu bewegen. Eine erfolgreiche Motivation ruht dabei auf drei Säulen: Verständnis,
Nachdruck und Belohnung.
Verständnis: Angst ist der häufigste Grund für eine ablehnende Haltung. Und sie beruht häufig auf mangelndem Wissen. Ihnen ist bekannt, was auf den Patienten zukommt. Er hingegen weiß es nicht. Klären Sie deshalb klar und nachvollziehbar über das weitere Vorgehen, über Risiken und Nutzen auf. Dabei ist kein Detailwissen erforderlich. Grundlegende Informationen reichen vollkommen aus. Der Patient fühlt sich besser einbezogen und wird wesentlich leichter zur Zusammenarbeit zu bewegen sein.
Nachdruck: Bei allem Verständnis: Stellen Sie Ihre Position immer klar heraus. Sie sind nicht der Feind Ihres Patienten, sondern sein Partner. Sie verstehen seine Situation und können seine Bedenken nachvollziehen. Sie versuchen, die Umstände zu verbessern und die Behandlung so angenehm wie möglich zu gestalten. Aber Sie sind auch ein Experte in auf Ihrem Fachgebiet und von der Richtigkeit der Maßnahmen überzeugt. Ihren Standpunkt klar darzulegen und mit Nachdruck zu verteidigen, nimmt dem Patienten seine Unsicherheit und räumt etwaige Zweifel aus.
Belohnung: Kinder bekommen nach einem Arztbesuch häufig ein kleines Präsent. So sollen positive Erinnerungen die negativen überlagen oder zumindest reduzieren. Derselbe Effekt funktioniert auch bei Erwachsenen. Denn der Mensch ist Opportunist. Die Aussicht auf eine Belohnung wirkt motivierend. Dabei muss diese gar nicht materiell ausfallen. Auch die Aussicht auf eine Verbesserung der eigenen Situation kann den gewünschten Effekt haben. Stellen Sie die Vorteile einer Behandlung deshalb deutlich heraus. Machen Sie klar, wie sie sich auf die Symptome auswirkt. Und verdeutlichen Sie immer wieder den Nutzen für den Patienten.
Nicht entmutigen lassen
Die ablehnende Haltung eines Patienten zu durchbrechen und ihn zur Mitarbeit zu überreden, ist kein leichtes Unterfangen. Je nach Situation und Ursache sind verschiedene Ansätze und Anläufe nötig, um einen Fortschritt zu erzielen. Entscheidend für den Erfolg ist, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, auch wenn es anstrengend wird. Kommen Sie dem Patienten dabei so weit entgegen, wie es möglich ist, verlassen Sie aber niemals Ihren fachlichen Standpunkt. Auf diesem Weg überzeugen Sie, ohne ständig neue Verhandlungen zu riskieren.
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