(openPR) "Wir Menschen neigen gewöhnlich dazu, die Natur und das Leben, das in ihr ist, zu vereinfachen, um in diesem Leben zu bestehen und mit ihm zurechtzukommen. Die tieferen Ursachen dieses Lebens oder das, was es im Tiefsten ist oder ausmacht oder das, was diese Welt im Innersten zusammenhält, beschäftigt uns eher selten oder am Rande, wenn überhaupt. Würden wir aber danach trachten, die Natur und das Leben wirklich tiefer verstehen wollen, so müssten wir aufhören, dies alles zu vereinfachen, um nach den tieferen Gesetzmäßigkeiten und Urgründen allen Lebens zu fragen. Aber das tun wir wie gesagt nicht, und selbst die Naturwissenschaften tun das nicht (H.P. Dürr), und so vereinfachen wir das Leben und letztlich auch unsere eigene Existenz und reduzieren sie zu etwas ganz Gewöhnliches und Banales.
Was aber geschieht dabei wirklich, wenn wir so denken? - Durch dieses vereinfachende begriffliche Denken reduzieren wir uns im Grunde genommen auf eine geistlose materielle Existenz, die Zweckmäßigkeiten begreifen und damit beherrschen, aber nicht die Natur und das Leben tiefer verstehen will. Hinzu kommt, dass wir uns von anderen, die genauso eindimensional denken, manipulieren und verzwecken lassen. Und das sind dann die wahren undurchsichtigen Herrschaftsstrukturen, die unser Dasein bestimmen und uns zu Sklaven unserer eigenen Spezies machen.
.
Das alles zu durchschauen ist gar nicht so leicht, denn geschieht dies, was wir Entwicklung und Fortschritt nennen, nicht alles nicht im Interesse der Wirtschaft und letztlich zu unserem eigenen Wohl? Und was wäre dann mit unserem persönlichen Streben und Fortkommen oder dem Konsum, auf den unser Denken und Streben weitgehend ausgerichtet ist? Oder was sagen wir unseren Kindern, wenn sie zu uns kommen und uns mitteilen, sie möchten am liebsten Maler, Musiker, Dichter oder auch brotlose Archäologen werden? Die meisten von uns würden ihnen wahrscheinlich raten, sich solche Flausen aus dem Kopf zu schlagen, um sie mit der sogenannten Realität (jedoch keineswegs der Wirklichkeit!) zu konfrontieren und ihnen dringend anraten, einen praktischeren Beruf zu wählen, mit dem man in dieser Welt ein gesichertes Ein- und Auskommen hat.
Auch ich habe mich dessen schuldig gemacht. Auch ich war nicht anders als die meisten anderen und wollte immer, dass es meinen Kindern später mal gut geht. Heute ist es zu spät, etwas zu ändern. Die Chance wurde vertan, durch mich vertan. Und so klage ich mich meines menschlichen Versagens, vielleicht sogar des Verbrechens an, meine Kinder manipuliert und auch fehlgeleitet zu haben. Denn ich und wir alle sind nicht nur Opfer, sondern immer auch Täter, ob es uns gefällt oder nicht ..."
Hubert Michelis, freier Schriftsteller, ehemaliger Franziskanermönch und Bankangestellter
https://spica-verlag.de/book-author/michelis-hubert/












