(openPR) Die Weiss Chemie + Technik GmbH & Co. KG, Haiger, wird demnächst ihr neues Hochregallager für Sandwichelemente in Betrieb nehmen. Damit ist das Unternehmen in der Lage, die Bestellungen ihrer Kunden sehr viel schneller als bisher auszuliefern. Für die verfahrbare Regalanlage samt Gebäude wurden 1,5 Millionen Euro investiert.
In Haiger und an zwei weiteren Standorten werden Sandwich-Verbundelemente als Füllungen für Rahmenelemente, Türen, Industrietore, als Wärme und Schall dämmende Fassadenelemente, Trennwandelemente sowie im Fahrzeugbau hergestellt und vertrieben. Die große Produktvielfalt der Verbundelemente hinsichtlich der Deck- und Kernmaterialien sowie der Abmessungen macht eine ausgeklügelte Lagerhaltung unumgänglich: Rund 3.000 Varianten sind ständig abrufbar. Der Gesamtwert der gelagerten Halb- und Fertigzeuge beträgt einige Millionen Euro.
Diese Produktvielfalt lässt sich wirtschaftlich nur noch EDV-gestützt beherrschen, da die Bestellung und die Auslieferung sehr zeitnah abgewickelt werden müssen: Die Kunden vermeiden aus Kostengründen zunehmend die eigene Lagerhaltung und bestellen stattdessen Just-in-time. Mehr als 45 Prozent der Aufträge werden ins Ausland geliefert.
Daher entschied sich das Haigerer Unternehmen für den Neubau einer Lagerhalle. Auf rund 1.800 Quadratmetern errichtete es eine schienengeführte verfahrbare Hochregalanlage. Sie wird mit modernster Software gesteuert und öffnet automatisch die jeweils erforderliche Regalstraße, um dem Staplerfahrer den Zugriff auf die Ware zu ermöglichen. Mit diesem System werden nicht nur rund 50 Prozent der bisherigen statischen Regalfläche eingespart, sondern der Zeitraum zwischen Bestellung und Auslieferung erheblich verkürzt. Damit wird ein weiterer Baustein der konsequenten Kundenorientierung des alteingesessenen Unternehmens wie geplant umgesetzt.
Weiss Chemie + Technik GmbH & Co. KG
Jürgen Grimm
Geschäftsführer
Hansastraße 2
35708 Haiger
Telefon 02773 – 815 – 101
Telfax 02773 – 815 – 103
Die „zwei Leben“ der Weiss Chemie + Technik
Am 15. April 2005 jährt sich der Gründungstag der Weiss Chemie + Technik GmbH & Co. KG zum 190. Mal. Eine für heutige Zeiten eher ungewöhnliche lange Unternehmensgeschichte, die eine nähere Betrachtung verdient. Hervorgegangen aus einer Leimsiederei, die noch bis 1983 Tierhäute verarbeitete, stellt sich die heutige Weiss Chemie als erfolgreiches Unternehmen dar, das nach wie vor im Familienbesitz ist. In zwei Sparten unter dem Markennamen COSMO – synthetische Klebstoffe und Sandwichelemente – sowie PUDOL in Niederdreisbach – Reinigungs- und Pflegemittel – als Tochtergesellschaft werden mit rund 220 Mitarbeitern an drei Standorten ca. 50 Millionen € Umsatz erwirtschaftet. Der Exportanteil steigt seit Jahren und beträgt heute mehr als 45 Prozent. Qualitätserzeugnisse und Kundenorientierung sind die wesentlichen Grundsätze und Ziele der Unternehmens-Philosophie, was auch durch die Zertifizierung nach DIN ISO 9001 untermauert wird.
Der Unternehmensursprung
Der ursprünglich aus einer Hilchenbacher Gerberfamilie stammende Unternehmensgründer Philip Carl Weiss war gerade mal 20 Jahre alt, als er eine bestehende kleine Weissgerberei an Haigers Ortsrand übernahm. Das Gerben hatte in dieser Region durch die zahlreichen Eichenwälder Tradition, deren Rinde sich als so genannte „Eichenlohe“ hervorragend zum Gerben von Tierfellen aus den vielen Hausschlachtungen eignete. Da er auch eine Genehmigung für eine Leimsiederei erhalten hatte, kochte der junge Unternehmensgründer aus den Fellen Hautleim, in damaliger Zeit der meist verwendete Leim für Tischlerarbeiten. Noch heute ist man stolz auf das später eingeführte Recycling: Aus den Häuten entstand Leim, das separierte Fett wurde an Henkel weiterverkauft, und der Rest war als biologischer Granulat-Dünger unter dem Markennamen „Haygira“ im Garten- und Weinbau, aber auch in der landwirtschaftlichen Düngung sehr begehrt.
Zukäufe und stetiger Ausbau der Produktionsanlagen ließen das Unternehmen zu einem bedeutenden Arbeitgeber in Haiger werden. Ein eigenes Kohlekraftwerk lieferte den benötigten Strom und Wasserdampf, und eine chemisch-mechanische Kläranlage ging 1974 in Betrieb. Als jedoch ab 1984 ein verschärftes Abwasser-Abgabengesetz in Kraft treten sollte, sah sich die Leimsiederei außerstande, die drohenden Abgaben zu bezahlen, geschweige denn, eine biologische Abwasserreinigungsanlage zu finanzieren. Mittlerweile stagnierte auch der Absatzmarkt für tierische Leime, denn hochwertige Ersatzstoffe auf synthetischer Basis waren inzwischen erfunden worden. Folgerichtig hatte die Unternehmerfamilie Weiss Ende 1983 entschieden, den Unternehmensbereich „Tierische Leime“ einzustellen.
Der Neuanfang
Bereits Anfang der 70er Jahre hat der damalige Geschäftsführer Rüdiger Weiss weitsichtig erkannt, in die Entwicklung moderner, zeitgemäßer Klebstoffe auf synthetischer Basis zu investieren.
Dieser Wandel von der bisherigen Produktsparte stellt den Beginn in eine neue Ära in der Firmengeschichte dar - das „zweite Leben“ der Weiss-Chemie + Technik.
Eine Handvoll engagierter und kreativer Mitarbeiter bauten neue Unternehmenssparten auf, die sich heute sehr erfolgreich im Markt präsentieren. Neben der traditionellen Säule der Chemie mit Klebstoffen unterschiedlichster Art, ist Anfang 1983 mit der Entwicklung und Produktion von Leichtbauelementen (Sandwichplatten für Fenster und Türen) ein zweiter Geschäftsbereich entstanden. Die unverändert erfolgreiche Unternehmensentwicklung motivierte die Eigner, auch in Räumlichkeiten und moderne Produktionstechnik zu investieren. 1989 wurde im Industriegebiet Hansastraße ein Gewerbegrundstück erworben und die Gebäude für Verwaltung, Produktion und Lager vollkommen neu errichtet.
Der September 1989 wird bei Weiss immer in besonderer Erinnerung bleiben: Ein Großbrand vernichtete bis auf das Verwaltungsgebäude den neuen Produktionsbereich vollständig. Mit besonderer Anstrengung und Leistung der Belegschaftsmitglieder gelang es jedoch, bereits nach wenigen Wochen die Produktion wieder aufzubauen. Nachbarschaftliche Hilfe und Leistungsbereitschaft langjähriger Lieferanten haben ebenso dazu beigetragen.
Und so konnte die Unternehmerfamilie und ihre Mannschaft im Jahre 1990 mit Stolz und Freude ihr 175jähriges Firmen-Jubiläum begehen.
Richtig erkannt wurde bei Weiss-Chemie + Technik, dass nur durch Spezialisierung im Umfeld zunehmenden Wettbewerbes nachhaltig Erfolg zu gestalten ist. Mit einem umfangreichen Klebstoffsortiment auf Ein- und Zwei-komponentenbasis für gewerbliche und industrielle Anwendungen hat sich der heutige Geschäftsbereich Chemie als Problemlöser für bestimmte Marktnischen einen europaweiten Namen erarbeitet.
Vielseitige Verbundelemente
Im Jahre 1983 begann die Produktion von Verbundelementen, deren Deck- und Kernmaterialien mit den eigenen Klebstoffen zug- und schubfest verbunden werden. Anfangs nur als Wärme und Schall dämmende, nicht transparente Füllungen in Rahmenkonstruktionen eingesetzt, hat sich das Einsatzspektrum erheblich erweitert: So finden sich Weiss-Chemie + Technik Verbundelemente in Türfüllungen, als Wärme und Schall dämmende Fassadenelemente, als Füllungen in Industrietoren, als Trennwandelemente besonders in Nass- und Feuchträumen sowie als Koffer- und Thermoaufbauten im Fahrzeugbau. Industrielle Anwendungen wie beispielsweise Luftfrachtcontainer runden das Angebot ab.
Die besondere Stärke der Produkte liegt auch hier in ihrer großen Vielfalt: Der Oberflächengestaltung beispielsweise als Holzimitat oder in anderen Strukturen sind fast keine Grenzen gesetzt: Am Standort Haiger befinden sich ständig mehr als 300 unterschiedliche Deckmaterialien auf Lager. Die Anforderungen hinsichtlich Festigkeit und Gewicht lassen sich exakt auf die gewünschte Anwendung einstellen. Auch das bei Dämmplatten oftmals kritische Temperaturgefälle zwischen ihrer äußeren und der inneren Seite stellt aufgrund der 25jährigen Produkterfahrung für die Weiss-Techniker kein großes Problem dar. Als besondere Produktvariante ist Quick-Tape erhältlich, ein Kernmaterial in unterschiedlichen Stärken, das beidseitig mit einer Spezialklebefolie beschichtet ist, sich beliebig zuschneiden lässt und besonders rasches Arbeiten ermöglicht.
Jährlich werden in Haiger mehr als 700.000 Quadratmeter Verbundelemente produziert, in der Gruppe sind es insgesamt eine Million Quadratmetert. Das ausgefeilte Produktprogramm ermöglicht eine Vielzahl von Abmessungen und Stärken. Durch eine völlig neue Foliertechnologie erfolgt am Standort Münster neben der Herstellung von Verbund-Fassadenelementen auch die Folienkaschierung.
Der Erfolgsschlüssel: Intensive Kundenbetreuung
Neben der Flexibiltät der Produkte und ihrer Vielfalt besetzt die Weiss-Chemie + Technik aber noch ein weiteres wichtiges Feld und stärkt ihr Profil als Nischenanbieter: Die intensive Kundenbetreuung. So wird eine Vielzahl an sehr kompetenten Anwendungstechnikern beschäftigt. Sie erarbeiten gemeinsam mit den Kunden Lösungen, die exakt deren Erwartungen entsprechen. Beispielsweise entstand so eine spezielle Verbundplatte für Unter-konstruktionen für Küchenarbeitsplatten.
Bestand sie früher noch aus starkem, teuren und empfindlichen Vollmaterial, so ist die Weiss-Lösung sehr komfortabel: Auf einem hoch festen, aber leichten Verbundmaterial wird jetzt eine dünnere Granitplatte aufgebracht. Die Optik ist die Gleiche wie beim Vollmaterial, aber die Vorteile hinsichtlich Kosten, Gewicht und leichterer Verarbeitung liegen auf der Hand.
Die Marktstellung als kompetenter Problemlöser verdankt Weiss-Chemie + Technik zu großen Teilen den engagierten Vertriebs- und Technikteams. Häufig kommen sie mit Kundenanfragen zurück, für die bestehende Produkte modifiziert oder sogar neu entwickelt werden müssen. Doch gerade das ist die Stärke des Unternehmens: Denn zum einen ist dem Kunden geholfen, zum anderen entsteht dadurch ein weiteres Produkt für künftige, ähnlich gelagerte Anwendungsfälle.
PUDOL - Reinigung und Pflege
In Ergänzung dazu wurde 1993 das alteingesessene Unternehmen Pudol aufgekauft, das Universal- und Spezialreiniger für Haushalt, Gewerbe und Industrie herstellt und seinen Standort in Niederdreisbach bei Betzdorf hat.
Expansion durch Wachstum
Die Weiss-Chemie + Technik strebt laut ihrem Geschäftsführer Jürgen Grimm weitere Expansion durch organisches Wachstum an, an Zukäufe sei bis auf weiteres nicht gedacht. Derzeit ist man in Mittel- und Ost-Europa über Händlerorganisationen gut vertreten. Diese werden alle vor Ort durch Anwendungsberater direkt aus Haiger unterstützt, sei es bei besonderen Herausforderungen oder auf Messen. „Dort“, so Grimm, „haben wir auch die besten Möglichkeiten für den direkten Austausch mit unseren Kunden. Daher stellen wir auf den wichtigsten Branchenmessen wie der Fensterbau in Nürnberg, Bau in München, Budma in Polen oder Batimat in Paris aus. Aber auch in Moskau oder Fernost sind wir über unsere Händler auf Messen bestens vertreten“.
Die Kunden seien zu Recht anspruchsvoll, erläutert der Geschäftsführer. Sie erwarteten einen innovativen Geschäftspartner, der durch ständige Weiter- und Neuentwicklungen zur Verbesserung der Prozesse beiträgt. Diese Herausforderung nehme man gerne an, wie das Beispiel Luftfrachtcontainer zeige: Man liefere dabei nicht nur die Verbundplatte, sondern bearbeite diese auf modernen CNC-Anlagen auch exakt nach den Kundenwünschen. „Mit dieser industriellen Anwendung erweitern wir positiv die Wertschöpfungskette, und genau da wollen wir hin“ betont Grimm.










