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Das Beste draus machen – Anders Arbeiten in der Corona-Krise

Bild: Das Beste draus machen – Anders Arbeiten in der Corona-Krise

(openPR) Wolfgang Hünnekens, Professor für digitale Kommunikation an der UdK Berlin
zeigt (Aus)Wege in der Krise

Ohne Frage: Die zunächst unterschätzte Corona-Pandemie bestimmt immer mehr unser Leben: Vor vier Wochen hätte wahrscheinlich noch niemand daran geglaubt, dass jemals in Friedenszeiten ein Land fast komplett stillgelegt, ein CDU-Parteitag abgesagt und die Beendigung der Bundesliga wahrscheinlich wird. Menschlich eine Tragödie, wirtschaftlich eine Herausforderung für die ganze Gesellschaft und vor allem für jedes Unternehmen.



Aber eine Herausforderung, die bei näherem Hinsehen auch Chancen bietet, und damit meine ich nicht den Abverkauf gesuchter Güter oder das Erfinden neuer Therapien, sondern für die meisten Unternehmen in Deutschland der Beginn einer neuen Ära. Einer Ära des Anders Arbeiten.

Gesundheitsbehörden empfehlen nicht nur älteren Menschen daheimzubleiben, überflüssige Sozialkontakte zu meiden und eine besondere Umsicht und Vorsicht walten zu lassen. Nicht nur Apple-Chef Tim Cook schickt seine Leute ins Home-Office. Klar, für einen vernetzten Technologiekonzern wie den kalifornischen iPhone-Produzenten ist es ein Leichtes seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Arbeiten nach Hause zu schicken. Nahtlos geht es via Cloud und Videotools im „Daily Business“ weiter.

Wie sieht es aber in Deutschland aus. Was können KMU und Mittelstand, was große Konzerne tun.
1. Die Kommunikation aufrecht erhalten. Das ist oftmals viel leichter als vermutet, denn viele Unternehmen setzen bereits auf Microsoft Office 365. Allerdings nutzen die meisten nur die Grundfunktionen von Word und Excel, d. h. „Schreibmaschine“ und „Rechenschieber“ – nicht aber die modernen Kollaborationstools wie Sharepoint, Notes, Skype oder Teams. Und wer Microsoft nicht mag, der findet kostenfreie Anwendungen, wie „Whereby“ und „Zoom“ um sich zunächst kostenlos per Video austauschen zu können. Mit den modernen Kollaborationsanwendungen kann auch gemeinsam am Bildschirm gearbeitet oder Daten und Internetlinks geteilt werden. In vielen Fällen reichen die Internet-Bandbreiten der lokalen Anbieter dafür aus – und über den Mobilfunkstandard LTE sogar mobil. Übrigens, Microsoft, Google, Zoom oder Slack haben mittlerweile die Zeichen der Zeit erkannt und bieten „Corona-Spezialangebote“ an. Es gibt etwa befristet Software kostenfrei für alle, oder zusätzliche Leistungen für Bestandskunden werden freigeschaltet. Last but not least gibt es moderne Möglichkeiten, Festnetztelefone unter Beibehaltung der Rufnummer über Voice-over-IP-Anbieter wie Placetel abzuwickeln. Das bedeutet, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können via Handy mit ihrer Firmennummer telefonieren – inkl. Zentrale und Rufumleitung. Niemand muss deshalb etwa seine private Handynummer preisgeben.

2. Wichtig: Moderne Arbeitsformen wie das Homeoffice nicht als Notlösung sehen, sondern als Chance, in Zukunft flexibler, „agiler“ und effektiver zu arbeiten. Jetzt ist die richtige Zeit aus der Not eine Tugend zu machen, möglicherweise lange aufgeschobene Change-Projekte zu realisieren. Mitarbeiterbedenken gegen Digitale Change-Prozesse lassen sich in Zeiten wie diesen leichter ausräumen. Dezentrales Arbeiten hat plötzlich auch eine möglicherweise lebenserhaltende Komponente. Die Vorarbeiten sind gar nicht so schwierig umzusetzen. Das wichtigste ist das Bereitstellen von digitalem Raum zum Arbeiten und Austauschen. Das kann der bestehende Server sein – wenn alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darauf Zugriff erhalten können. Besser ist das Ausweichen in eine echte Cloud – etwa via Microsoft Sharepoint oder Onedrive oder iCloud o.ä.. Keine Bange, wer keine Cloud in den USA nutzen möchte oder darf, der findet auch Angebote in Deutschland. Selbst Microsoft hält deutsche Server bereit.

3. Nutzen Sie die Zeit. In einigen Branchen werden Umsätze wahrscheinlich zurückgehen, die Auslastung eine geringere werden. Das ist der richtige Zeitpunkt, um über eine Neuaufstellung des eigenen Unternehmens nachzudenken, auch hier wieder eine Not zur Tugend machen und am Ende gestärkt aus der Krise herauszugehen. Wie kann ich interne Abläufe „home-officefähig“ machen und damit optimieren? Wie kann Papierablage und Posteingang so digitalisiert werden, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darauf problemlos zugreifen können? Welche Arbeitsschritte können ausgelagert werden, welche müssen unbedingt im Unternehmen umgesetzt werden. Klar, Produktion braucht Maschinen, aber Buchhaltung, Vertrieb, Kundendienst und Stabsdienststellen müssen, wenn überhaupt, nur selten live zusammenkommen.

Viele Unternehmen scheuen sich davor, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter allein, ohne Kontrolle „vorsichhinwerkeln“ zu lassen. Denn nur unter Aufsicht laufen sie angeblich zur Höchstform auf. Das ist Denken von Vorgestern. In der Regel wird die Produktivität gesteigert, wenn die Leute dann arbeiten können, wenn sie am besten dazu in der Lage sind. Manch einer fängt eher den „frühen Vogel“, manch einer läuft erst in den späten Abendstunden zu ungeahnter Form auf. Und keine Rechnung wird stichhaltiger oder schneller bezahlt, nur weil sie zwischen 9 und 17 Uhr geschrieben wurde. Sie muss bis zu einem bestimmten Zeitpunkt beim Kunden sein, dem es herzlich egal ist, ob jemand um 8 oder um 20 Uhr fakturiert hat.

4. Die Erfindung des Rades. Auch wenn es für das eigene Unternehmen etwas völlig Neues ist – Sie sind nicht der erste. Viele haben diesen Schritt schon vor Ihnen gewagt. Nutzen Sie – zumindest bei den Grundüberlegungen – professionelles Know-how, nutzen Sie Berater. So können Sie im Zweifel Zeit und Geld sparen. Und Zeit ist mittlerweile ein kostbares Gut. Niemand weiß, wann Mitglieder der Belegschaft vom Gesundheitsamt nach Haus in Quarantäne geschickt werden. Es wäre doch schön, wenn sie ihr Laptop mitnehmen könnten und einfach daheim nahtlos weiterarbeiten könnten. Nein, wenn sie wirklich krank werden sollten, dann natürlich nicht, dann hat selbstverständlich die Genesung abolute Prio 1…

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