(openPR) Vicente Ferrer Stiftung setzt zum Weltfrauentag ein Zeichen für mehr Selbstbestimmung.
Berlin, März 2020 – Am 8. März jährt der Internationale Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden – kurz Weltfrauentag – zum 99. Mal. Die seit über 50 Jahren in Indien tätige Vicente Ferrer Stiftung (VFS) unterstützt diesen Aktionstag der UNO mit der Onlinekampagne „Wir geben Frauen eine Stimme“, um zur Stärkung der Selbstbestimmung von Frauen in Indien aufzurufen. Denn noch immer wissen viele Frauen nicht um ihre Rechte auf Bildung und Arbeit. Die Videos und persönlichen Erfolgsgeschichten werden auf dem YouTube-Kanal, dem Facebook-Account sowie der Website der Stiftung veröffentlicht.
Auch in Indien sind Frauen gesetzlich in allen gesellschaftlichen Bereichen Männern gegenüber gleichgestellt. Die Rechtslage in Indien ist somit „auf dem Papier“ im Vergleich zu vielen anderen Ländern vorbildlich. Trotzdem werden Frauen im Alltag noch immer stark benachteiligt. Und häufig werden sie Opfer von brutaler Gewalt und Diskriminierung – weltweit gilt Indien als eines der gefährlichsten Länder für Frauen. (1) Mit der neuen Kampagne, die sich an potenzielle Unterstützer*innen in Deutschland richtet, will die Vicente Ferrer Stiftung Mittel und Unterstützung bekommen, um ihre jahrzehntelange Arbeit vor Ort fortzusetzen und weiter zu intensivieren.
Stärkung der Selbstständigkeit
Anlässlich des Weltfrauentags startet die seit über 50 Jahren in Südostindien tätige VFS die Aufklärungskampagne „Wir geben Frauen eine Stimme“ und lässt Frauen aus Indien persönlich berichten, wie sich ihr Leben mithilfe der Bildungs-, Gesundheits- und Infrastrukturprogramme der Stiftung positiv verändert hat. Dr. Rajalakshmi zum Beispiel hat bereits im Kindesalter ihren Vater verloren und sollte früh verheiratet werden – heute ist sie Ärztin an einem Krankenhaus der Stiftung. Komali erkrankte mit acht Jahren an Kinderlähmung, ihre Familie hat sie nicht unterstützt – heute ist sie Ausbilderin in einem Handarbeitsbetrieb der Stiftung und ihre Eltern sind stolz auf sie. Manisha sollte zu Hause bleiben und den Haushalt führen – heute lernt die 22-Jährige BWL-Absolventin mit Unterstützung der Vicente Ferrer Stiftung Deutsch als zweite Fremdsprache, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.
Erfolgsgeschichten dieser Art gibt es viele – nicht zuletzt dank der Arbeit der vielen Spenderinnen und Spender sowie der Mitarbeitenden der VFS. Das Unterstützungsangebot umfasst sowohl ideellen als auch finanziellen Support: Durch die Bildung und Stärkung von Selbsthilfegruppen (Sanghams) schafft die Stiftung geschützte Räume, in denen sich zum Beispiel Frauen untereinander vernetzen und gegenseitig unterstützen können. Zugleich erhalten sie die Möglichkeit, an Weiterbildungsprogrammen teilzunehmen. Und Frauen, die das Komitee vor Ort von einer guten Geschäftsidee überzeugen, können einen Mikrokredit über den Frauenentwicklungsfonds beantragen und damit ein eigenes Kleinunternehmen gründen. Dieses Angebot wird sehr gut angenommen: Allein von April 2018 bis März 2019 wurden 6.480 Mikrokredite (2) in einer Gesamthöhe von knapp 1.415.000 Euro an Frauen in Südostindien (3) vergeben. Auf diese Weise verbessern die Frauen nicht nur ihre eigene wirtschaftliche Situation. Sie werden auch finanziell unabhängiger – was sie ermutigt, ihre weitere Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen.
Quellen:
(1) Thomson Reuters Foundation UK, The world’s most dangerous countries for women, 2018: https://poll2018.trust.org/
(2) Vicente Ferrer Foundation USA, Annual Report 2019, 01/2020, Seite 12: https://www.vffusa.org/wp-content/uploads/2020/01/VFF-USA_ANNUAL-REPORT-2019-FINAL.pdf
(3) Angaben laut Rural Development Trust (RDT), Indien, 08/2019; Zahlen beziehen sich auf das Geschäftsjahr 04/2018 - 03/2019










