(openPR) Das Bürger- und Medienzentrum des Landtags von Baden-Württemberg, entworfen und geplant von Henning Larsen, erhielt den Preis für Beispielhaftes Bauen der Architektenkammer Baden-Württemberg in der Kategorie Öffentlicher Bau im Stadtkreis Stuttgart 2015-2019.
Die Architektenkammer Baden-Württemberg führt seit über dreißig Jahren das Auszeichnungsverfahren Beispielhaftes Bauen durch, um das Bewusstsein für Baukultur zu stärken. Ausgezeichnet werden beispielhaft gestaltete Objekte in unterschiedlichen Bereichen.
In der Kategorie „Öffentlicher Bau“ im Stadtkreis Stuttgart wurde das von der Münchener Niederlassung des dänischen Architekturbüros Henning Larsen entworfene Bürger- und Medienzentrum des Landtags von Baden-Württemberg ausgezeichnet. Es wurde 2017 fertiggestellt und befindet sich in unmittelbarer Nähe des denkmalgeschützten Hauses des Landtags in der Konrad-Adenauer-Straße 3 in Stuttgart. Bauherr ist das Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Amt Stuttgart des Landesbetriebs Vermögen und Bau Baden-Württemberg.
Am 4. Februar 2020 nimmt Werner Frosch, der Geschäftsführer des Münchener Büros von Henning Larsen, in Stuttgart die Auszeichnung entgegen. „Es freut uns sehr, mit dem Bürger- und Medienzentrum einen neuen öffentlichen Raum geschaffen zu haben, der die Kommunikation zwischen Bürgern und Politik fördert und das Bewusstsein für die Demokratie schärft“, sagt er.
Das Bürger- und Medienzentrum bildet den neuen Eingang für Besucher des denkmalgeschützten Hauses des Landtags von Baden-Württemberg und stellt zugleich einen Ort der politischen Bildung dar. Jedes Jahr besuchen über 65.000 Menschen den Landtag und finden nun in dem neuen Gebäude den Zugang zu Ausstellungen und Pressekonferenzen.
Der Eingang ist wie ein großes Amphitheater geformt und in die Landschaft eingesenkt. Die runde Form bildet eine Agora, die für verschiedene Veranstaltungen genutzt werden kann. Die Form des Bürger- und Medienzentrums ist ein Symbol des demokratischen Prozesses: Die antike griechische Agora war ein besonderer Platz in der Stadt, der als Diskussionsforum und Treffpunkt der Bürger und Politiker diente.
Das Gebäude befindet sich zum Großteil unter der Erde und wahrt dadurch die Eigenständigkeit des modernistischen, denkmalgeschützten Landtagsgebäudes. Gleichzeitig ordnet es sich dem historischen Kontext von Neuem Schloss, Opernhaus und der umgebenden Parkanlage des Schlossgartens unter. Das Bürger- und Medienzentrum fügt sich wie ein Landschaftselement in den Akademiegarten ein und überlässt dem Haus des Landtags seine herausragende Stellung. Bei der Planung gab es eine enge Zusammenarbeit mit den Denkmalschutzbehörden.
Der Neubau beherbergt ein Foyer mit Ausstellungsflächen sowie einen Raum für die Landespressekonferenz und drei weitere Konferenz- und Sitzungssäle in unterschiedlichen Größen, die mit neuester Technik ausgestattet sind. Visuell stehen sie in Verbindung mit der im Freien liegenden Agora oder den Lichthöfen. Die ständige Ausstellung über die politische Arbeit des Landtags wurde ebenso von Henning Larsen gestaltet wie die Innenräume. Die neu geschaffene direkte Anbindung an das Haus des Landtags lässt sich aus Gründen der Sicherheit abschließen, was es ermöglicht, Arrangements für größere Gruppen durchzuführen.
Das Bürger- und Medienzentrum schafft durch die Agora mit den einladenden Sitzstufen einen neuen, vielfältig nutzbaren öffentlichen Raum im Stuttgarter Akademiegarten und bereichert ihn ebenso wie die neue Skulptur des „Volksvertreters“, die aus einem der Lichthöfe herausragt. Tageslicht und Beziehung zum Park spielen eine besondere Rolle und haben die Form des Gebäudes inspiriert. Zylinderförmige Lichthöfe und die Glasfassade sorgen für Tageslichtbezug und eine helle und freundliche Atmosphäre in den unterirdisch angelegten Räumen.
Der Neubau wurde barrierefrei geplant und unterschreitet die Anforderungen der EnEV um 25%.
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