(openPR) Der Linie hingegeben oder der Fläche, lauscht der Maler, übers Blatt gebeugt oder über die Kupferplatte, eigenen Gedanken nach. Hin und wieder gleitet ein vergleichender Blick zum Skizzenbuch hinüber, das die Wandereindrücke des letzten Jahres konserviert. Zugleich nimmt er die Geräusche wahr, die durchs offene Fenster auf ihn eindringen, sich unter der Hand im Bilde wiederfinden.
André Uhlig, der Maler und Grafiker liebt diese teils ganz gegensätzlichen Welten, er spielt mit ihnen, wie er mit den Motiven spielt, die er für die Ausstellung bei art+form noch aus unterschiedlichen Landschaften – also ihrerseits je eigenen Welten zusammenführt:
Das heimische Elbtal, die Landschaft seiner Kindheit und Jugend, die die Sehnsucht nach Welt in ihm geweckt hat, wird da ebenso eine Rolle spielen, wie die nach Süden offenen Weinhänge des Oberen Elbtals und des Böhmischen Beckens, die der Künstler mit Vorliebe durchwandert. Dresdner Frauenkirchenbarock stellt eine eigene Erlebniswelt, der die Blaue Stunde der Batzdorfer Romantik in nichts nachsteht. Schließlich finden sich – der Maler ist von ständiger Unruhe getrieben – Gerüche Indiens zu Bildern verdichtet.
Der gelernte Drucker André Uhlig, der die Ausbildung seines künstlerischen Talentes in erster Linie Dieter Beirich verdankt, ist auch im freien Schaffen zunächst der Grafik verbunden. Selbst seine Aquarelle und Mischtechniken zeigten diese Herkunft, wiewohl Radierung und Vierfarb-Offsetdruck weder verwandt noch verschwägert sind.
In den letzten Jahren aber – und auch das zeigt die Ausstellung – hat sich seine Palette deutlich erweitert. Waren es zunächst mehr kaffee-getragene Herbst- und Erdtöne, scheint nun der Mut zur Farbe in ihm erwacht. Nicht immer also führt wachsende Reife zu größerer Strenge, manchmal, und das ist das Schöne, erweitert und vervollkommnet sie auch vorhandene Möglichkeiten.













