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Holocaust-Studie zur Polizei im Fokus

21.01.202009:07 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Holocaust-Studie zur Polizei im Fokus
Dr. Sven Deppisch
Dr. Sven Deppisch

(openPR) Vortrag und Live-Stream über die Rolle der Polizeischule Fürstenfeldbruck im „Dritten Reich“

Gröbenzell, 20.01.2020 – Anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar widmen sich zwei Veranstaltungen der Forschung von Dr. Sven Deppisch zur dunklen Vergangenheit der Polizeischule Fürstenfeldbruck.



In seinem Vortrag spricht Dr. Sven Deppisch über die „Täter auf der Schulbank“. In seinem gleichnamigen Buch befasst er sich eingehend mit der Rolle der polizeilichen Lehranstalt im „Dritten Reich“. Darin zeigt der Historiker, wie die Nationalsozialisten ihre führenden Polizeibeamten für den Holocaust trainierten. Hunderte Männer aus ganz Deutschland und Österreich besuchten in der Brucker Bildungsstätte spezielle Kurse, in denen die Ordnungspolizei sie zu ihren Offizieren ausbildete. Neben militärischem Drill und Paragraphen standen „Bandenkampf“ und Antisemitismus auf dem Lehrplan. Die Studie belegt nicht nur, dass zahlreiche Vertreter der oberbayerischen „Kaderschmiede“ an schrecklichen Massenverbrechen an Juden und anderen Opfern beteiligt waren. Sie dokumentiert auch, dass viele Einsatzmuster, Denkweisen und Feindbilder das Kriegsende überdauerten, um in der Polizei der Bundesrepublik noch lange fortzubestehen. Insgesamt untermauert sie eine bittere Erkenntnis: „Ohne die Polizei wäre der Holocaust nicht möglich gewesen“, wie Deppisch festhält. Der Vortrag findet am 27. Januar um 19:00 Uhr in der Volkshochschule Fürstenfeldbruck im Niederbronnerweg 5 statt.

Über die zentralen Ergebnisse seiner Recherchen spricht Dr. Sven Deppisch auch am 31. Januar in einer Live-Sendung von „LIFE studio FFB“. Darin berichtet er außerdem, was ihn dazu motivierte, die dunkle Vergangenheit der Polizeischule Fürstenfeldbruck zu erforschen. Nicht zuletzt erzählt er davon, welche Reaktionen er bisher erhielt und was sein Buch in der großen Kreisstadt und jenseits ihrer Grenzen auslöste. „Täter auf der Schulbank“ entwickelte sich nämlich schnell zu einem Bestseller der Geschichtswissenschaft, der in der Fachwelt sehr positiv aufgenommen und u. a. als „a groundbreaking work“ bezeichnet wurde. Das Werk erfuhr bundesweit große Resonanz in Medien und Gesellschaft. So inspirierte es den Künstler Guido Zingerl, das Thema in Form seines Gemäldes „Alma Mater Criminis“ auf die Leinwand zu bringen. Auf Basis der Geschichtsstudie widmet sich zudem eine eigene Ausstellung der Geschichte der Brucker Lehranstalt. An dieser ist Deppisch auch als Lehrbeauftragter tätig, wobei er bayerische Polizisten an der heutigen Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern – Fachbereich Polizei über die unrühmliche Geschichte ihrer Institution unterrichtet. So fließt seine Forschung auch in die Ausbildung heutiger Gesetzeshüter ein. Davon erzählt Deppisch in der Sendung ebenfalls. Sie ist Teil der Reihe „DemokraTisch in Bruck“, die von der Sozialinitiative „Brucker Brücke – das WIR stärken“ initiiert wird. Der Live-Stream beginnt um 19:00 Uhr und ist im Internet auf YouTube zu sehen unter https://www.youtube.com/user/ffbaktivstudio/live.

„Ich freue mich sehr, dass das Interesse an meiner Arbeit ungebrochen ist“, sagt Dr. Sven Deppisch. Das sei keine Selbstverständlichkeit. Schließlich sei es ungewöhnlich, dass eine wissenschaftliche Studie eine solch erfreulich positive Resonanz erhalte. „Das erfahre ich nicht nur durch hohe Verkaufszahlen und zahlreiche sehr gute Rezensionen, sondern auch durch die vielen Besucher meiner Vorträge“, so der Historiker weiter. Obwohl der Zuspruch ungeheuer groß sei, gebe es jedoch auch Einzelne, welche die historischen Tatsachen nicht wahrhaben wollten. Sie bildeten aber nur eine kleine Minderheit, die lediglich ihre Glaubenssätze verbreiten und andere beeinflussen wollten. Doch gegen Quellen und Beweise könnten sie nichts ausrichten. Wesentlich wichtiger seien ihm ohnehin jene, die sich aufrichtig für Geschichte interessierten. „Unsere Polizei verdient es, dass wir uns mehr mit ihr und ihrer Vergangenheit beschäftigen“, meint Deppisch.

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