(openPR) Schändungen jüdischer Friedhöfe reißen bundesweit nicht ab. Der „Verein zur Förderung deutscher Friedhofskultur“ warnt im Zusammenhang mit den Holocaust-Leugnungen von Bischof Williamson vor politischer Manipulation gerade junger Menschen.
Borken, 02.März 2009. Der englische Traditionalisten-Bischof Richard Williamson hat mit seinen Leugnungen der Holocaust-Vergasungen weltweit einen Sturm der Entrüstung entfacht. Nur Worte eines Ewig-Gestrigen, der aber kaum mehr Gehör findet? Für Andreas Mäsing, den Vorsitzenden des „Vereins zur Förderung der deutschen Friedhofskultur (VFFK)“, ist die weiterhin hohe Zahl der Schändungen jüdischer Friedhöfe in diesem Land ein besorgniserregender Aspekt, der zeigt, dass vor allem auch junge Menschen immer noch sehr leicht politisch zu manipulieren sind.
Laut Angaben der Polizei sind deutschlandweit von Januar bis September 2008 23 Schändungen auf jüdischen Friedhöfen bzw. an jüdischen Gräbern verübt worden. Andreas Mäsing sieht in diesen Handlungen, seien sie politisch motiviert gewesen oder nicht, einen Angriff auf den Kern jüdischer Kultur: „Einer der Namen, mit denen das Judentum den Friedhof bezeichnet ist ,Haus des Lebens‘. Dies ist ein Ausdruck für die Hoffnung auf Auferstehen und Leben.“ Der Generalsekretär des „Zentralrat der Juden in Deutschland“, Stephan Kramer, bestätigt die fundamentale Bedeutung des Friedhofs im jüdischen Selbstverständnis: „Der Friedhof gehört zu den ersten Einrichtungen, die sich eine jüdische Gemeinde zu schaffen sucht, denn die würdige Bestattung und die dauerhafte Ruhe der Toten zählen seit biblischen Zeiten zu den selbstverständlich gewordenen Geboten des menschlichen Zusammenlebens.“
Wie sehr Leben und Tod, Friedhof und Identität im Judentum zusammenhängen, zeigt sich mit Blick auf den wohl bekanntesten jüdischen Friedhof der Welt in der Prager Altstadt. Hier bestattete die jüdische Gemeinde im Mittelalter ihre Verstorbenen aufgrund der begrenzten Fläche übereinander. Heute ergibt sich durch das Auf und Ab der Grabsteine ein außergewöhnliches Bild, das mit dem angeschlossenen jüdischen Museum einen interessanten Einblick in die jüdische Kultur und Geschichte gibt. „Zusammen bilden sie einen komplexen Ort der Erinnerung, der jedes Jahr Hunderttausende von Besuchern tief bewegt. Und der zeigt, dass Erinnerung nicht nur den Blick zurück bedeutet. Erinnerung auf einem Friedhof heißt gleichermaßen auch einen mahnenden Blick in die Gegenwart und Zukunft zu richten“ erläutert Mäsing.











