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Die Zukunft der Diagnostik: digital und näher am Patienten

Dr. Simone Brunner eröffnet die Konferenz.
Dr. Simone Brunner eröffnet die Konferenz.

(openPR) D-Konstanz | Rund 150 Diagnostik-Experten aus Industrie, Kliniken und Forschung kamen auf Einladung des internationalen Gesundheitsnetzwerks BioLAGO in Konstanz zusammen. Auf der zweitägigen „Diagnostics-4-Future“-Konferenz wurden Herausforderungen sowie neue Forschungsergebnisse, Verfahren und Produkte in der Diagnostik diskutiert. So stellte IBM Research neue Diagnostikgeräte vor, die Zuhause per Smartphone gesteuert werden können.



BioLAGO-Konferenz bringt 150 Experten aus 10 Ländern an den Bodensee
Unternehmen, Kliniken und Forscher diskutieren Herausforderungen und Lösungen für einen besseren Nachweis von Erkrankungen wie Krebs oder Antibiotikaresistenzen
Jungforschende für innovative Ideen ausgezeichnet



Auch in diesem Jahr brachte die von BioLAGO organisierte Veranstaltung weltweit führende Experten nach Konstanz. Mit seinem innovativen Konzept, den Diagnostik-Bedarf von Medizinern vorzustellen und Lösungsansätze direkt zu diskutieren, sorgt die zweitägige Konferenz international für ein starkes Interesse. So berichtete Martin Widschwendter vom University College in London, wie durch die Identifizierung geeigneter Merkmale im Blut Krebserkrankungen deutlich früher erkannt werden und so Therapien früher einsetzen können. Um Präzisionsmedizin in der Krebstherapie ging es auch in der Podiumsdiskussion, die mit internationalen Wissenschaftlern besetzt war, unter anderem vom Trinity College Dublin, dem Schwarzwald-Baar Klinikum Villingen-Schwenningen, dem Klinikum der Goethe Universität Frankfurt, der CeGat GmbH und dem Universitätsklinikum Tübingen. Dabei wurde die Bedeutung verbesserter Diagnostik zur genetischen Patientenanalyse betont. Auf der Basis dieser Informationen könnten Ärzte individuell angepasste Therapien auswählen und den Behandlungserfolg erhöhen.



Auf dem Vormarsch: Künstliche Intelligenz in der Diagnostik

Benedikt Brors vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg stellte vor, wie künstliche Intelligenz die Krebsdiagnostik und -therapie zum Wohle des Patienten verbessern kann. Eine besondere Herausforderung sei dabei die große Zahl an Krankendaten, die für die Entwicklung zuverlässiger Anwendungen benötigt wird. Der IT-Riese IBM Research gab Einblicke in die Entwicklung neuartiger Schnelltests für Zuhause. So könnten chronisch kranke Routine-Blutuntersuchungen selbst per Smartphone und handlichem Gerät durchführen statt in einer Klinik.



500.000 Tote durch antibiotikaresistente Keime: Hoffnung auf Schnelldiagnostik

Weiterer Schwerpunkt der Zukunftskonferenz war die Rolle von Diagnostik zur Bekämpfung antibiotikaresistenter Erreger. Marlieke de Kraker vom Universitätsklinikum Genf zeigte Prognosen, nach denen in Zukunft jährlich 500.000 Menschen an resistenten Keimen sterben werden, wenn die Resistenzen nicht eingedämmt werden. Eine verbesserte Diagnostik sei dabei einer der wichtigsten Faktoren, um diese Entwicklung zu verhindern. Markus Dettenkofer vom Institut für Krankenhaushygiene & Infektionsprävention am Klinikum Radolfzell thematisierte die Prävention und Kontrolle multiresistenter Erreger im klinischen Alltag und wo die Hürden liegen. Die Buchinger Wilhelmi Klinik aus Überlingen schilderte ihren Bedarf an Diagnostik zur medizinischen Auswertung von Fasten-Kuren.


Jungforschende für innovative Ideen ausgezeichnet

Die Konferenz wurde in diesem Jahr durch eine internationale Kooperationsbörse ergänzt. In organisierten „Speed Datings“ konnten Unternehmen und Forscher direkt miteinander ins Gespräch kommen. Für ihre innovativen Ideen wurden zudem junge Forschende geehrt, darunter Sarah Ochmann von der Universität München (LMU) für einen neuen Ansatz zur Erkennung neurodegenerativer Erkrankungen sowie Lennart Grabenhorst von der LMU und Christina Zach vom VIVIT-Institut in Dornbirn. Begleitet wurde die Konferenz in diesem Jahr erstmals von einer Ausstellung, Veranstaltungspartner waren unter anderem führende Unternehmen wie Siemens Healthineers AG.



Zukunftskonferenz etabliert sich in der Diagnostik-Branche

Mit seinem einzigartigen Konzept führt die vom Netzwerk BioLAGO organisierte Konferenz jährlich Teilnehmer aus der ganzen Welt nach Konstanz und hat sich inzwischen in der internationalen Diagnostik-Branche ein Stück weit etabliert. „Im Mittelpunkt stehen Bedürfnisse von Klinikern und Diagnostik-Anwendern. Diese führen wir gezielt mit Lösungsanbietern zusammen“, so Michael Steinwand, BioLAGO-Vorstandsmitglied und Mit-Organisator. Die Diagnostics-4-Future Conference ist entstanden im BioLAGO-Kompetenznetz DiagNET, das 2016 initiiert wurde, gefördert durch das Interreg-Programm „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein“ sowie durch den Landkreis Konstanz und die Stadt Konstanz.

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