(openPR) Oppenheim / Rhein. "An unconvenient truth" oder auf deutsch "Eine unbequeme Wahrheit" - so heißt ein momentan in den Kinos laufender Dokumentarfilm über den Klimawandel mit dem ehemaligen Vize-Präsidenten Al Gore. Er hatte seinerzeit aufgrund eines vorsintflutlichen Wahlsystems und einiger anderer merkwürdiger Umstände in den USA die Wahl zum US-Präsidenten trotz einer zahlenmäßigen Stimmenmehrheit gegen G.W. Bush verloren.
In dem Film werden alle wichtigen Fakten zur Klimadiskussion erörtert und erklärt. Ich kann denjenigen unter Ihnen, die daran interessiert sind, die zur Erderwärmung führenden Zusammenhänge mit moderner Technik und auf dem neuesten Stand der Wissenschaft erklärt zu bekommen, diesen Film nur wärmstens ans Herz legen.
In diesem Film wird auch das Argument, mit dem die Ökologie und die Ökonomie gegeneinander ausgespielt und die Ökologie als nicht bezahlbar dargestellt wird, ad absurdum geführt. Vielmehr ist das Gegenteil richtig: Die volkswirtschaftlichen Schäden infolge der Erderwärmung werden sich auf unvorstellbare Summen und ein Vielfaches dessen belaufen, was notwendig wäre, um die folgenschwere Entwicklung zu stoppen und geeignete Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Als ein noch sehr bescheidener Vorgeschmack auf die zu erwartenden immensen Kosten des Klimawandels dürfen dabei die Überschwemmungkatastrophe entlang der Elbe 2002 oder die Zerstörungen des Hurrikans Katrina 2005 im Raum von New Orleans angesehen werden. Trotzdem ist man auch hier längst wieder zur Tagesordnung übergegangen.
Ebenso wird darauf hingewiesen, dass mittlerweile kein einziger ernst zu nehmender, seriöser und unabhängiger Wissenschaftler mehr um die Tatsache herum kommt, dass der Mensch das Klima beeinflusst - und zwar zunehmend massiv.
Dass ein paar "Wissenschaftler", die für gewisse Interessengruppen wie die Waffen-, Öl- und die Energielobby Gutachten erstellen und von diesen gut bezahlt werden, zu ganz anderen Schlüssen kommen müssen, liegt in der Natur der Dinge und darf nun wirklich nicht verwundern.
Einen Fehler leistet sich Al Gore gegen Ende des Filmes aber dennoch:
Er behauptet, das wir das Problem mit dem Ozonloch in den Grifft bekommen hätten. Leider ist das Gegenteil der Fall. Da die Ozon-zerstörenden FCKW-Stoffe sich 30 bis 40 Jahre in der Stratosphäre aufhalten und in der ganzen Zeit Jahr für Jahr das Ozon zerstören, können wir uns leicht ausrechnen, dass die erst in den 90er-Jahren getroffenen Gegenmaßnahmen zum Schutz des stratosphärischen Ozons erst in 20 bis 30 Jahre richtig greifen. Bis dahin dürfte sich das Problem eher weiter verschärfen.
Bis zum nächsten Mal,
Udo Baum, Meteorologe bei meteoXpress
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