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Das individuelle Brustkrebsrisiko früher vorhersagen

21.10.201911:46 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Immunzellen im Blut sollen Aufschluss geben

Heidelberg (chw) – Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Wie diese Tumorart genau entsteht, ist noch weitgehend unbekannt. Forscher aus Heidelberg gehen nun der Vermutung nach, dass eine veränderte Zusammensetzung von Immunzellen im Blut eine wichtige Rolle dabei spielt. Wenn sich dieser Verdacht bestätigt, könnten sie Frauen mit erhöhtem Risiko in Zukunft möglicherweise durch eine Analyse der Immunzellen frühzeitig identifizieren und präventiv behandeln. Die Vision der Wissenschaftler: den Ausbruch der Krankheit verzögern oder sogar verhindern. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt mit rund 300.000 Euro.



Blut enthält viele verschiedene Immunzellen, die den Körper in ihrer Gesamtheit effektiv vor Krankheiten schützen. Eine große Gruppe sind die T-Zellen, zu denen T-Helferzellen, Natürliche Killer-T-Zellen und immununterdrückende T-Zellen gehören. Aber welche Rolle spielt das Abwehrsystem bei der Entstehung von Brustkrebs? „Wir vermuten, dass sich die Zusammensetzung der Immunzellen von Frau zu Frau unterscheidet. Frauen mit einer insgesamt schwächeren Abwehr haben möglicherweise ein höheres Erkrankungsrisiko,“ so Professor Dr. Rudolf Kaaks, Leiter der Abteilung Epidemiologie von Krebserkrankungen am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.

Erste Ergebnisse zeigen hohes Potenzial
Erste Erkenntnisse hierzu liefert eine vorangegangene, kleinere Studie von Kaaks und seinen Kollegen mit knapp 400 Brustkrebspatientinnen und etwa 400 Kontrollpersonen ohne Krebs: Frauen, bei denen die Menge von immununterdrückenden T-Zellen im Verhältnis zur Gesamtzahl der T Zellen erhöht war, hatten ein größeres Risiko, am sogenannten Hormonrezeptor-negativen Brustkrebs zu erkranken. „In diesen ersten Ergebnissen sehen wir ein großes Potenzial“, betont Kaaks. „Deswegen gehen wir jetzt einen Schritt weiter und untersuchen die Blutproben ausgewählter Frauen noch umfassender.“

EPIC-Studie liefert Grundlage für Forschungsprojekt
Die Wissenschaftler nutzen dafür erneut Daten der großen EPIC-Studie, die bereits seit 1992 läuft und in die über 500.000 Teilnehmer eingeschlossen sind. EPIC steht für „European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition“, was so viel bedeutet wie „europaweite Studie, die den Zusammenhang von Ernährung und Krebs untersucht“. Zu Beginn der Studie haben alle Teilnehmer auch eine Blutprobe abgegeben. Diese werden bis heute tiefgefroren gelagert und stehen für Analysen zur Verfügung.

Im Laufe der Zeit sind einige Frauen in der EPIC-Studie an Brustkrebs erkrankt. Kaaks und sein Team haben insgesamt fast 1.000 Patientinnen ausgewählt und jeweils eine gesunde Frau als Pendant mit sehr ähnlichen „Eckdaten“ wie beispielsweise dem Alter. Alle Patientinnen sind entweder an einem Hormonrezeptor-negativen oder einer anderen Tumorform, dem HER2-positiven Brustkrebs, erkrankt. Die Forscher analysieren nun die Immunzellen in den eingefrorenen Blutproben. Neben den verschiedenen T-Zellen bestimmen sie auch die Mengen von sogenannten myeloiden Suppressorzellen und Monozyten. Anschließend prüfen sie, welche Veränderungen die Wahrscheinlichkeit für einen Hormonrezeptor-negativen oder HER2-positiven Brustkrebs erhöhen. Dass die Wissenschaftler erst jetzt mit dem Blut aus der EPIC-Studie arbeiten können, hat einen einfachen Grund: „Dank einer neuen Methode können wir die Mengen unterschiedlicher Immunzellen mithilfe der DNA im Blut bestimmen. Bis dato war eine Analyse nur mit intakten Zellen möglich,“ erklärt Kaaks.

Ein Blick in die Zukunft
Wenn die Analyse der Immunzellen das Erkrankungsrisiko zuverlässig vorhersagt, wäre es denkbar, Frauen mit niedriger Immunabwehr und erhöhtem Brustkrebsrisiko zukünftig präventiv – beispielsweise mit einer prophylaktischen Impfung – zu behandeln.

„Die Deutsche Krebshilfe setzt sich seit fast 45 Jahren für die Prävention von Krebskrankheiten ein“, sagt Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Neben der kontinuierlichen Aufklärungsarbeit über bekannte Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum oder Bewegungsmangel stellt die Forschungsförderung auf diesem Gebiet ebenfalls ein zentrales Anliegen der Deutschen Krebshilfe dar. Denn Forschung ist nicht nur die Grundlage für wirksamere Krebstherapien, sondern auch für neue Präventionsstrategien.“

Projektnummer: 70112779

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Bonn, 21. Oktober 2019

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