(openPR) Mainz. Sparer und Anleger – beide Begriffe werden oft synonym verwendet. Doch sie stehen für eine ganz unterschiedliche Motivation im Umgang mit Geld. Der Sparer wird von der Angst getrieben. Er fürchtet, mit riskanteren Anlageformen in schlechten Jahren Geld zu verlieren. Also legt er Wert auf größtmögliche Sicherheit.
Der Anleger hingegen wird von der Gier motiviert. Er ist bereit, höhere Risiken bei der Geldanlage einzugehen, um höhere Renditen zu erzielen. Irgendwo in der Mitte zwischen Angst und Gier sei der rational entscheidende Anleger angesiedelt, sagt der Mainzer Finanzchoach Antonio Sommese.
Der mehrfache Buchautor warnt Sparer vor dem gefährlichen Trugschluss, mit der Ausschaltung jedes Risikos ließen sich Verlustrisiken vermindern. „Das Gegenteil ist der Fall“, betont Sommese. Wer sein Geld bei den gegenwärtigen, gegen Null tendierenden Zinsen auf Tagesgeld- oder Festgeldkonten einzahlt, mache bei einer Inflationsrate von rund zwei Prozent ein klares Verlustgeschäft. „Es tritt also genau das ein, was der sicherheitsorientierte Sparer verhindern möchte – nämlich Teile seines Vermögens zu verlieren. Und das Fatale dabei ist: Er merkt es nicht einmal. Nominal hat er nach einem Jahr immer noch denselben Betrag auf seinem Konto. Doch wegen der Preissteigerungsrate kann er sich dafür weniger kaufen“.
Wer den Wert seines Vermögens erhalten und nach Möglichkeit sogar erhöhen möchte, muss bereit sein, den Teil seines Geldes, auf den er mittel- bis längerfristig verzichten kann, mit etwas mehr Risiko, zum Beispiel in einen breitstreuenden Aktienfonds zu investieren und darf sich von eher schlechten Börsenjahren – wie 2018 – nicht verunsichern lassen. „Nach jedem Absturz geht es mittelfristig wieder aufwärts“, sagt Sommese.
Zudem gibt es einen weiteren Unterschied zwischen Sparern und Investoren: Der Sparer vertraut seiner Bank (die sein Sparkonto führt), der Investor hingegen einer dynamischen Wirtschaft mit erfolgreichen Unternehmen.
Vor einer Anlageentscheidung sollte man sich immer darüber im Klaren sein, ob man nun eher Sparer oder eher Anleger ist. Viele bevorzugen eine ausgewogene Mischform, das heißt, sie nehmen im Interesse einer höheren Rendite gewisse Risiken in Kauf, halten diese aber überschaubar. „Der Kunde entscheidet, wieviel Risiko er eingehen möchte. Für jeden Risikograd gibt es die entsprechenden Anlageprodukte“, sagt Sommese.





