(openPR) DEUTSCHLANDWEITE BUCHPREMIERE
Schon jetzt steht fest: Der Inhalt dieses Buches wird verfilmt. Und zwar an
jedem Spieltag in der Fußball-Bundesliga. Fußballgötter, Fans und Journalisten
starren dann wie gebannt auf den Hauptdarsteller: Mister VAR.
Ausgeschrieben lautet dessen vollständiger Künstlername Video Assistant Referee. Und damit ist klar, worum es geht: um den Videobeweis im Millionengeschäft Fußball, der einen völlig anderen Blickwinkel auf das Geschehen auf dem Rasen hat als der Hauptschiedsrichter mittendrin.
Wenn man Gerd Lamatsch, Autor und Schiedsrichter mit Erfahrungen bis in den Profibereich persönlich trifft, spürt man seine große Leidenschaft für den Fußball und seine emotionale Verbundenheit mit dem Sport, der weltweit die Massen mobilisiert. Über 1.850 Spiele hat er in seiner Karriere geleitet und begleitet. Er war Assistent und Coach – ein Mann also, der weiß, worüber er schreibt und spricht.
„Es gibt nichts Schlimmeres für einen Schiedsrichter, als wenn er nach dem Spiel im Fernsehen sieht, dass er eine klare Fehlentscheidung getroffen hat, während Millionen Zuschauer auf dem Bildschirm den Videobeweis quasi live präsentiert bekommen. Auch die Zuschauer im Stadion wissen mehr als der Schiedsrichter, und der ist letztlich der Gelackmeierte, weil er keinerlei technische Unterstützung hat.“
Klingt eigentlich nach einem klaren Bekenntnis zum Videobeweis. Aus Lamatschs Sicht jedenfalls ist schwer vermittelbar, dass das Gewinnen oder Verlieren eines Spiels bzw. der Auf- oder Abstieg einer Mannschaft und nicht zuletzt das wirtschaftliche Überleben eines Vereins von einer technisch nicht unterstützten Schiedsrichterentscheidung abhängt. Kein Wunder, denn Lamatsch zeigt in seinem Buch auf, dass mindestens 80 % der klaren und dramatischen Fehlentscheidungen durch den Video-Schiri korrigiert werden.
Aber so einfach ist die Sache dann doch wieder nicht. Das weiß Experte Lamatsch natürlich auch, und deshalb beleuchtet er den (Wettbewerbs-)Konflikt zwischen dem Schiedsrichter im Videoraum und dem Hauptschiedsrichter auf dem Platz. „Es ist nicht klar definiert, wann der Schiedsrichter im Videoraum eingreifen und die Entscheidungen des Hauptschiedsrichters auf dem Platz beeinflussen darf. Der Ermessensspielraum ist sicherlich groß, und deshalb plädiere ich dafür, dass die betroffenen Mannschaften selbst darüber entscheiden dürfen, ob das Verhalten der Spieler auf dem Platz überprüft wird oder nicht.“
Der Schiri mit Leidenschaft zeigt in seinem Buch einige Stellschrauben auf, um den VAR attraktiver zu machen. Immerhin sollte mit der Einführung des Videobeweises alles gerechter, schöner und besser werden. „Gefühlt“ ist allerdings das Gegenteil eingetreten – zum Beispiel (insbesondere seit 2018) auch im Hinblick auf die Frage, wie das Handspiel als Regelverstoß geahndet werden soll und darf.
Lamatsch mag klare Worte – auch zu einem Randthema. In seinem Buch hat er zudem die Belange der Fußballfans im Blick und fordert die Einführung einer reinen Netto-Spielzeit wie beim Eishockey: Ist der Puck nicht im Spiel, wird die Zeit angehalten. Die Zuschauer bekommen also immer genau 60 Minuten reine Spielzeit zu sehen.
Und im Fußball? Lamatsch: „Wir reden heute von 90 Minuten Spielzeit, aktiv werden davon aber nur ca. 55 bis 60 Minuten gespielt, und das ist ein Witz. Würde endlich die reine Spielzeit eingeführt, gehörten taktische Spielchen oder Zeitschinderei der Vergangenheit an.“
Fazit: Ein superspannender Lesestoff für Fußballbegeisterte, die mehr über
Schiedsrichterentscheidungen und die Hintergründe wissen möchten.
Keller Schiri – Der Weg zum Videobeweis
Taschenbuch, 128 Seiten
Verlag: epubli
Sprache: Deutsch
Auflage 1 (27.8.2019)
ISBN: 9783748584858
Das Buch ist unter anderem bei Amazon erhältlich.











